Energiekonzepte Deutschland. Quelle: EKD
Der Investor Pemberton stellt Energiekonzepte Deutschland keine weiteren Mittel bereit. Der Solaranlagen-Spezialist hat Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.
Der Solaranlagenspezialist Energiekonzepte Deutschland (EKD) aus Leipzig ist in Schieflage. Der Eigentümer, das Londoner Investmenthaus Pemberton, hat entschieden, dem Unternehmen keine weiteren Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Das bestätigte ein Sprecher des Investors gegenüber dem Lokalmagazin „Taucha kompakt“.
„Die Energiekonzepte Deutschland GmbH hat am 2. Oktober beim Amtsgericht Leipzig einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt“, teilt die EKD-Sprecherin gegenüber der Redaktion mit. „Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter. Die Löhne und Gehälter unserer circa 400 Mitarbeitenden sind über das Insolvenzgeld abgesichert.“ Ziel der Geschäftsführung sei es, „gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter einen Weg zur Sanierung des Unternehmens zu finden“, so die Sprecherin.
Betroffen sind insgesamt sieben Gesellschaften, die zu der Unternehmensgruppe gehören. Darunter befinden sich neben der Energiekonzepte Deutschland GmbH, die Energiekonzepte Deutschland Holding GmbH, die Energiekonzepte Deutschland Investorenholding GmbH und die Energiekonzepte Deutschland PV-Montage GmbH.
Pemberton begründete den Finanzierungsstopp mit der Entwicklung des Solarmarktes. „Angesichts des anhaltenden, starken Marktrückgangs wurde kürzlich deutlich, dass das Geschäftsmodell nicht mehr tragfähig ist“, erklärte ein Unternehmenssprecher. Der Investor habe deshalb beschlossen, über die bereits bereitgestellte Finanzierung hinaus keine weiteren Mittel zur Verfügung zu stellen.
Sanierungsversuch ohne Erfolg
Pemberton hatte EKD 2025 übernommen und versucht, das Unternehmen finanziell und operativ zu stabilisieren. Nach Angaben des Investors führten zusätzliche finanzielle Hilfen, eine neue Führungsmannschaft und ein Programm zur operativen Umstrukturierung jedoch nicht zum Erfolg. Die weitere Finanzierung werde deshalb eingestellt.
Die wirtschaftliche Entwicklung hatte sich bereits in den vergangenen Jahren eingetrübt, berichtet das „Handelsblatt“. Die EKD Holding 2024 bei einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro einen Jahresverlust von 40,4 Millionen Euro. Unter Einbeziehung zweier ebenfalls verlustreicher Vorjahre summierte sich der Bilanzverlust dem Bericht zufolge auf 111 Millionen Euro. Neuere Geschäftszahlen sind im Unternehmensregister nicht hinterlegt.
EKD wurde 2018 gegründet und wollte vom wachsenden Markt für Photovoltaikanlagen auf privaten Wohngebäuden profitieren. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen bislang mehr als 45.000 Solaranlagen auf deutschen Dächern installiert. Zuletzt war die Gruppe auf 15 Standorte angewachsen und installierte rund 1.000 Anlagen pro Monat. Hinter Enpal und Eon galt EKD als drittgrößter Anbieter im europäischen Markt für private Solaranlagen.
Im November 2025 hatte das Unternehmen bereits 86 Beschäftigten gekündigt. In den folgenden Monaten verstärkten verspätete Finanzinformationen und Kundenbeschwerden die Spekulationen über wirtschaftliche Schwierigkeiten. EKD wies diese auf seiner Website unter der Überschrift „Faktencheck“ zurück. Das Unternehmen erklärte, es sei nahezu schuldenfrei, habe seine Bilanz gestärkt und eine Grundlage für stabiles Wachstum geschaffen. Der Beitrag wurde zuletzt am 10. August aktualisiert.
Die Belegschaft wurde am 30. September bei einer außerordentlichen Mitarbeiterversammlung über die Situation informiert. Die Septembergehälter waren laut dem Bericht bis dahin noch nicht ausgezahlt worden und sollten in den folgenden Tagen fließen.
Offen bleibt, ob und in welchem Umfang EKD den Geschäftsbetrieb langfristig fortführen kann. Ein Verkauf im Rahmen des Insolvenzverfahrens gilt demnach als mögliche Option.
Wachstumspläne kurz vor der Insolvenz
Noch wenige Tage vor Bekanntwerden der Insolvenz hatte Geschäftsführer Christian Arnold öffentlich Zuversicht verbreitet. Arnold hatte die Führung von EKD am 15. Juli 2025 übernommen. Zuvor war er unter anderem Vorstand beziehungsweise Chief Innovation Officer bei EWE und Geschäftsführer des Solaranbieters Eigensonne gewesen.
In einem LinkedIn-Beitrag zum EKD-Unternehmenstreffen am 18. September 2026 in Berlin schrieb Arnold, das Unternehmen habe Veränderungen umgesetzt und die Grundlagen für die nächste Wachstumsphase geschaffen. Bei dem Treffen kamen Vertreter aus Vertrieb, Handwerk, Produktentwicklung und Zentrale zusammen. Arnold betonte die Bedeutung einer besseren Zusammenarbeit und erklärte: „Ich traue dieser Mannschaft viel zu. Und ich freue mich darauf, mit euch die nächste Etappe anzugehen.“ (sh)
Freitag, 2.10.2026, 12:26 Uhr
Susanne Harmsen
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