Dorothea Bär (mittig) und Cem Özdemier (dritter von links) bei der Eröffnung des WAVE-H2-Standortes in Freudenstadt. Quelle: Universität Stuttgart / Max Kovalenko
Die Universität Stuttgart hat in Freudenstadt die Plattform „WAVE-H2“ eröffnet. Sie ermöglicht Unternehmen, Wasserstofftechnologien im industriellen Maßstab zu erproben.
Die Universität Stuttgart erweitert ihre „WAVE-H2“-Infrastruktur um einen zweiten Standort in Freudenstadt im Nordschwarzwald (Baden-Württemberg). Unternehmen können dort Wasserstofftechnologien im industriellen Maßstab erproben. Der Standort ergänzt die bestehenden Innovationsmodule in Stuttgart-Vaihingen. Das Bundesforschungsministerium (BMFTR) unterstützt „WAVE-H2“ mit rund 36 Millionen Euro.
„WAVE-H2“ steht für „Wandlungsfähige, energieflexible und vernetzte H2-Industrieforschungsplattform“. Die Universität Stuttgart mit ihren Schwerpunkten Forschung und Lehre hat die Plattform laut einer Mitteilung über ihre Institute für Energieeffizienz in der Produktion („EEP“) und für Photovoltaik („ipv“) entwickelt. Die beiden Institute betreiben die Plattform von beiden Standorten aus.
Die Innovationsmodule in Stuttgart-Vaihingen wurden im Januar 2026 offiziell in Betrieb genommen. Dort liegt der Schwerpunkt auf der Forschung im Labormaßstab. In Freudenstadt steht dagegen die Erprobung neuer Wasserstofftechnologien und integrierter Energiesysteme im industriellen Maßstab im Mittelpunkt.
Gesamte Wasserstoffkette im Blick
Nach Angaben der Universität deckt „WAVE-H2“ die gesamte Wasserstoffwertschöpfungskette ab. Das Spektrum reicht von der Wasserstofferzeugung und Power-to-X-Technologien über die chemische Wasserstoffspeicherung und Brennstoffzellen bis zu Konzepten zur dezentralen Nutzung des Wasserstoffs.
In Stuttgart untersuchen die Forschenden unter anderem die Erzeugung von Wasserstoff per Elektrolyse. Auch die Weiterverarbeitung zu Methanol oder Ammoniak ist Teil ihrer Arbeit. Ein Brennstoffzellen-Teststand dient der Untersuchung der Umwandlung von Wasserstoff in elektrische Energie und Wärme.
In Freudenstadt steht das Zusammenspiel verschiedener Energiesysteme im Mittelpunkt. Dazu zählen Energieerzeugung, -wandlung, -speicherung und -nutzung. Die Plattform ermöglicht zudem die Einbindung verschiedener Verbraucher. Unternehmen können damit untersuchen, wie sich Wasserstoff flexibel in Produktionsprozesse integrieren lässt. Auch die Energieversorgung eines Produktionsstandorts lässt sich unter realitätsnahen Bedingungen testen, wie es seitens der Universität Stuttgart heißt.
Die Industrieforschungsplattform richtet sich an Unternehmen und Betriebe, die Anlagen, Komponenten und Software für industrielle Anwendungen herstellen. (ds)
Freitag, 18.09.2026, 17:39 Uhr
Davina Spohn
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