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Obwohl die LNG-Exportausfälle aufgrund der Sperrung der Straße von Hormuz global gesehen ausgeglichen werden können, erwartet die IEA doch weiterhin Auswirkungen auf den Gasmarkt.
Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet in ihrem aktuellen Gasmarktbericht für das Jahr 2026 mit einem Rückgang der weltweiten Erdgasnachfrage um rund 20 Milliarden Kubikmeter (0,5 Prozent). Ausschlaggebend sind die Folgen der Nahostkrise, die den globalen LNG-Markt erheblich belastet und die Preisentwicklung in Europa und Asien verschärft hat.
Nach Einschätzung der IEA führte die faktische Schließung der Straße von Hormus seit Ende Februar zu einem erheblichen Angebotsschock. Vor Beginn der Krise liefen rund 20 Prozent des weltweiten LNG-Handels über die Meerenge. Die eingeschränkten Lieferungen aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten konnten nur teilweise durch zusätzliche LNG-Mengen aus Nordamerika und Afrika kompensiert werden. Zwischen März und Juni sank die weltweite LNG-Produktion dadurch um rund 8 Milliarden Kubikmeter gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Die gestiegenen Versorgungsrisiken ließen die Gaspreise deutlich steigen. Im zweiten Quartal lag der europäische Referenzpreis TTF im Durchschnitt rund 32 Prozent über dem Vorjahreswert, der asiatische LNG-Preisindex Platts JKM stieg um 45 Prozent. Erst nach der im Juni vereinbarten vorläufigen Einigung zwischen den USA und Iran gaben die Preise wieder etwas nach.
Besonders betroffen ist Asien. Dort erwartet die IEA für 2026 einen Rückgang der Erdgasnachfrage um 0,5 Prozent (rund 5 Milliarden Kubikmeter). Der Grund: politische Maßnahmen, die die Nachfrage steuern und den Wechsel zu anderen Brennstoffen herbeiführen sollten, gepaart mit hohen Preisen. Auch Europa dürfte seinen Gasverbrauch um mehr als 2 Prozent reduzieren. Hier wirken neben den hohen Preisen insbesondere die zunehmende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und ein geringerer Einsatz von Gaskraftwerken.
Produktionsausfälle könnten international ausgeglichen werden
Die IEA geht davon aus, dass sich die Handelsströme auf Grundlage der im Juni geschlossenen vorläufigen Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran wieder normalisieren. Für das Gesamtjahr prognostiziert sie dennoch einen Rückgang der LNG-Exporte aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten um etwa 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 54 Milliarden Kubikmeter. Insgesamt könnten diese Rückgänge voraussichtlich weitgehend durch einen starken Anstieg der LNG-Produktion von Produzenten außerhalb der Golfregion ausgeglichen werden.
Neue Projekte in Nordamerika, Afrika und Australien werden der IEA zufolge im Jahr 2026 das globale LNG-Angebot um nahezu 50 Millarden Kubikmeter steigern. Darüber hinaus könnten bereits bestehende Projekte ihre Produktion um etwa 10 Milliarden Kubikmeter steigern. Die IEA erwartet demnach, dass der weltweite LNG-Handel im Jahr 2026 gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert bleibt. Aber: Verzögerungen bei der Erholung der LNG-Exporte aus der Golfregion könnten durchaus auch zum ersten Angebotsrückgang seit 2012 führen.
Auch mittelfristig erwartet die IEA noch Beeinträchtigungen des Gashandels, insbesondere durch Schäden an der Infrastruktur im Nahen Osten. Kumuliert könnten diese das weltweite LNG-Angebot bis 2030 rund 140 Milliarden Kubikmeter verringern.
Die aus dem Nahostkonflikt resultierenden Verluste entsprechen damit der Agentur zufolge etwa15 Prozent der Menge an neuem LNG-Angebot, die im Zeitraum 2026 bis 2030 weltweit hinzukommen soll. Die Märkte könnten damit in den kommenden zwei Jahren angespannter bleiben als zuvor erwartet. (kmt)
Dienstag, 7.07.2026, 15:29 Uhr
Katia Meyer-Tien
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