Quelle: Katia Meyer-Tien
Anfang Juli sind die deutschen Gasspeicher zu 41 Prozent gefüllt. Technisch ist die ausreichende Befüllung bis zum Winter wohl machbar, doch die Speicherbetreiber sehen Hindernisse.
Die Initiative Energien Speichern (Ines) hält eine Befüllung der deutschen Gasspeicher auf den derzeit gebuchten Stand von 76
Prozent bis zum 1.
November technisch für möglich. Ob dieses Niveau erreicht wird, hängt nach Einschätzung des Verbandes jedoch erheblich von den Marktbedingungen ab.
Zum 1.
Juli lag der durchschnittliche Speicherfüllstand bei 41
Prozent − nach Angaben von Ines der niedrigste Wert zu diesem Zeitpunkt seit dem Krisenjahr 2021/2022. Als Ursachen nennt der Verband die hohen Ausspeicherungen zum Ende des Winters 2025/2026 sowie gestiegene Gaspreise infolge der Sperrung der Straße von Hormus, die die Wiederbefüllung erschwerten.
Grundlage der Berechnungen ist der Vermarktungsstand vom 24.
Juni 2026. Die demnach gebuchten Kapazitäten würden Deutschland mit zu etwa drei Vierteln gefüllten Gasspeichern in die Heizsaison starten lassen, was Ines zufolge für einen Winter mit durchschnittlichen Temperaturen ausreichen sollte. In diesem Szenario sinken die Speicher bis Anfang April 2027 auf rund 31
Prozent.
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Gasspeicherfüllstände in Deutschland (zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken) Quelle: GIE (2025/2026), Ines (2025/2026) |
Für einen Winter mit Temperaturen wie im Referenzjahr 2010 zeichnet das Modell dagegen ein anderes Bild. In diesem Fall könnte ein Speicherfüllstand von 76
Prozent bei unveränderten Verbrauchsmustern nicht ausreichen, um die Gasversorgung vollständig sicherzustellen. Die Berechnungen weisen für Februar und März 2027 Unterdeckungen von bis zu 9
Milliarden
kWh pro Monat aus. An einzelnen Tagen könnte ein Gasmangel von bis zu 2
Milliarden
kWh auftreten.
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Füllstände bei unterschiedlichen Temperaturen (zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken) Quelle: Ines (2026) |
Und: Ob die gebuchten Kapazitäten überhaupt tatsächlich genutzt werden, sei abhängig von der Preisentwicklung. Nach Einschätzung des Speicherverbandes fehlen wirtschaftliche Anreize für zusätzliche Einspeicherungen derzeit. Der negative Sommer-Winter-Spread führe dazu, dass Gas für den kommenden Winter aktuell günstiger gehandelt werde als für den Sommer. Dadurch werde die wirtschaftliche Einlagerung erschwert.
„Die Modellierungen zeigen deutlich: Für durchschnittliche Winter ist die Versorgung abgesichert. Bei einem außergewöhnlich kalten Winter steigen die Risiken jedoch erheblich“, lässt sich Ines-Geschäftsführer Sebastian Heinermann zitieren. „Deshalb müssen bereits heute die Voraussetzungen geschaffen werden, um die Speicher stärker zu befüllen und die Versorgung auch gegen sehr kalte Temperaturen abzusichern.“
(kmt)
Dienstag, 7.07.2026, 12:03 Uhr
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