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EnBW zieht sich aus den mit Jera Nex BP initiierten Windprojekten in der Irischen See zurück. An einem dritten Gemeinschaftsprojekt hält der baden-württembergische Energiekonzern fest.
Schluss mit „Mona“ und „Morgan“: Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG steigt aus den beiden Offshore-Windprojekten in Großbritannien aus. Das gab der Konzern am 15. Januar bekannt. EnBW hat die Projekte gemeinsam mit Jera Nex BP (JNBP) vorangetrieben. Das Unternehmen mit Sitz in London ist ein Joint Venture zwischen dem japanischen Energieunternehmen „JERA“ und dem britischen Ölriesen BP.
Der Rückzieher schlägt sich im Jahresabschluss von EnBW für 2025 nieder: Die Nichtfortführung von Mona und Morgan wird durch Wertberichtigungen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro berücksichtigt, hieß es zunächst. Die für das Geschäftsjahr 2025 prognostizierte Bandbreite für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 4,8 bis 5,3 Milliarden Euro bleibt unverändert.
Einer Mitteilung am Abend des 16. Januar zufolge dürfte die Wertberichtigung geringer ausfallen. Die EnBW verkaufe ihre Anteile an dem Offshore-Windprojekt Mona an ihren Partner Jera Nex BP, meldete der Konzern. Und: „Das Schwesterprojekt Morgan verfolgen beide Partner nicht weiter.“
Ausschlaggebend für den Rückzug sei primär, dass die beiden Projekte in der jüngst abgeschlossenen Allokationsrunde des britischen Ministeriums für Energiesicherheit und Net Zero keine staatliche Förderung durch „Contracts for Difference” erhalten haben, so die Karlsruher Konzernzentrale mit. Hinzugekommen seien sich verschlechternde Rahmenbedingungen wie Kostensteigerungen in der Lieferkette, höhere Zinssätze und anhaltende Projektumsetzungsrisiken. Die Wirtschaftlichkeit der Projekte sei nicht mehr gegeben.
Jera Nex BP sieht weiter „gute Möglichkeiten“
Wie sieht man das bei Jera Nex BP? „JNBP hat eine eigene Strategie, ein eigenes finanzielles Rahmenwerk und geografische Prioritäten. Wir sind der Ansicht, dass es nach wie vor gute Möglichkeiten gibt, unsere Projekte im Vereinigten Königreich umzusetzen, und prüfen derzeit unsere Optionen, wie wir die Projekte weiter voranbringen können“, erklärte das Unternehmen auf Anfrage der Redaktion am Nachmittag des 16. Januar.
Der Ausstieg von EnBW bedeutet auch nicht das Ende der Zusammenarbeit zwischen Karlsruhe und London. „EnBW und JNBP entwickeln weiterhin gemeinsam das Projekt Morven vor der schottischen Küste mit einer Leistung von 2,9 GW“, teilte eine EnBW-Sprecherin der Redaktion auf Nachfrage mit. Morven befinde sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium. „Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, wie wir hier weiter vorgehen“, so die Konzernsprecherin.
Mona und Morgan sollten nach bisherigen Planungen insgesamt 3.000 MW Leistung haben. Jeweils bis zu 96 Turbinen waren vorgesehen. Die ausgewiesenen Standorte befinden sich in der Irischen See, 22 bis 59 Kilometer vor der Küste zwischen Liverpool und der Isle of Man. Die Offshore-Areale erstrecken sich laut Projektwebsite über rund 580 Quadratkilometer. Im Juni vergangenen Jahres hatte EnBW die Baugenehmigung für Mona vermeldet.
Was Offshore-Windkraft angeht, legt der süddeutsche Energieriese den Fokus nach eigenen Angaben derzeit auf die Fertigstellung von „He Dreiht“. Die Anlage in der deutschen Nordsee mit einer geplanten Leistung von 960 MW soll im Sommer dieses Jahres in Betrieb gehen.
Freitag, 16.01.2026, 15:37 Uhr
Manfred Fischer
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