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Enerige & Management > Wasserstoff - Uniper schließt Ammoniak-Partnerschaft mit Jera
Quelle: Shutterstock / Tomasz Makowski
WASSERSTOFF:
Uniper schließt Ammoniak-Partnerschaft mit Jera
Der Energiekonzern Uniper will mit dem Joint Venture "JERA Americas" in Projekten kooperieren, die die Versorgung mit grünem und blauem Ammoniak zum Ziel haben.
 
Mit der Produktion grünen und blauen Ammoniaks in der Höhe von 2 Mio. Tonnen pro Jahr wollen die beiden Partner laut einer gemeinsamen Mitteilung starten. Bis zu 8 Mio. Tonnen pro Jahr sind nach Ansicht von Uniper und Jera Americas möglich. Mit ihrer Kooperation beabsichtigen die Partner, die Produktion und Lieferung von kohlenstofffreien Kraftstoffen "erheblich zu beschleunigen".

Jera Americas mit Sitz in Houston (USA) ist eine Tochtergesellschaft der in Tokio ansässigen "JERA". Jera wurde 2015 gegründet und produziert etwa 30 % des gesamten Stroms in Japan. Die amerikanische Tochter ist ein integrierter Energieversorger, der die Energiewende in Amerika unterstützt. Zu den Kerngeschäftsbereichen gehören die thermische Stromerzeugung, erneuerbare Energien, Flüssigerdgas und kohlenstoffarme Brennstoffe sowie Engineering und Beratung.

Mit der Kooperation mit Uniper reagiert Jera Americas auf die künftige Nachfrage nach Ammoniak. Hierzu soll, wie es weiter heißt, eine Anlage an der US-Golfküste entstehen, die von Jera Americas und Conoco Phillips entwickelt worden ist. Sie soll Wasserstoff produzieren und in grünes Ammoniak umwandeln, das im Rahmen langfristiger Kauf- und Verkaufsvereinbarungen an Jera und Uniper geliefert werden soll. 

Dabei soll der europäische Kontinent, wie es weiter heißt, primärer anfänglicher Exportmarkt sein. Bis zum Ende des Jahrzehnts strebt Uniper die Abnahme von rund 1 Mio. Tonnen pro Jahr an grünem Ammoniak an. Niek Den Hollander, CEO der Uniper SE, sagt: "Unser gemeinsames Ziel ist es, in naher Zukunft die Versorgung mit grünem und blauem Wasserstoff aus den USA zu entwickeln und nach Europa zu liefern und damit unsere Werte und längerfristigen Ziele zu unterstützen." Auch die Versorgung mit verflüssigtem Erdgas ist Teil der Kooperation zwischen Jera Americas und Uniper. Details dazu wurden jedoch nicht bekannt.

Kommerzieller Betrieb in den späten 20er Jahren

Bis Jahresende wollen die Partner eine Projektierungsstudie abschließen. In dieser soll, wie es seitens der Unternehmen heißt, die erste Phase des Projekts an der Golfküste entwickelt werden. Zudem wollen sie die Möglichkeiten für grünen und blauen Wasserstoff ausloten. Grob peilen sie die späten 20er Jahre für den kommerziellen Betrieb der Anlage an, einschließlich eines vollständigen zertifizierten Programms für die unterirdische Abscheidung und Speicherung des entstehenden CO2 (Carbon Capture and Storage, CCS).

Der Standort an der Golfküste sei prädestiniert für das gemeinsame Vorhaben, wie Steven Winn, CEO von Jera Americas anführt: "Die Kombination aus qualifizierten Arbeitskräften, reichlich Erdgas, reichlich erneuerbaren Ressourcen, Tiefseehäfen und idealer CCS-Geologie machen die US-Golfküste zu einem einzigartigen Standort für die Produktion kohlenstoffarmer Brennstoffe, die den Übergang zu den Energiemärkten im Atlantik und im Pazifik ermöglichen." Der Manager zeigt sich überzeugt davon, dass dieses Projekt eine einzigartige Gelegenheit biete, "Deutschlands Dekarbonisierungsbemühungen zu unterstützen und gleichzeitig die Entwicklung der Ammoniaktechnologie für die Wasserstoffverteilung und die industrielle Dekarbonisierung voranzutreiben."
 

Davina Spohn
Redakteurin
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Montag, 05.09.2022, 15:39 Uhr

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