• Strompreise legen wegen geringerer Erneuerbaren-Einspeisung zu
  • Unscharfe Anlagenfehler treffsicher im Vorhinein erkennen
  • Kabinett beschließt schnelleren Windkraft- und Netzausbau
  • Thüga fordert Nachbesserung beim Margining
  • Lob und Kritik für Vorschlag zur Steuerung von Verbrauchern
  • Netze BW mahnt großen Ausbaubedarf an
  • Hansewerk baut Holzgaskraftwerk
  • Prokon prognostiziert "herausragendes" Ergebnis 2022
  • Neues Planungstool für Geothermie in NRW
  • Bayern nimmt zwei Batteriespeicher in Betrieb
Enerige & Management > Bayern - Oberfranken wollen neue Windkraftanlagen
Quelle: Fotolia / saschi79
BAYERN:
Oberfranken wollen neue Windkraftanlagen
Im Landkreis Kronach sollen 15 Windkraftanlagen und in der Folge ein „Wasserstoffpark“ entstehen. Eine große Mehrheit der Anwohner sieht das Vorhaben positiv.
 
Klares Votum für die weiß-blaue Energiewende: Bürger dreier Gemeinden am „Rennsteig“ im Frankenwald haben sich für den Bau eines Windparks ausgesprochen. Von mehr als 7.000 Stimmberechtigten machten gut 4.000 ihr Kreuzchen, 85 Prozent sagten ja zu dem Vorhaben.

In der Nähe von Ludwigsstadt, Tettau und Steinbach am Wald sollen 15 Windkraftanlagen errichtet werden. Für Planung und Bau sei ein Zeitraum „von vier bis fünf Jahren“ veranschlagt, wie Timo Ehrhardt gegenüber der Redaktion sagt. Ludwigsstadts Bürgermeister verspricht sich von dem Windpark „300 Millionen plus X“ Kilowattstunden pro Jahr. Die einzelnen Anlagen sollen eine Leistung von 7 MW oder, je nach Stand der Technik bis dahin, mehr haben.

Und Ehrhardt und seine Bürgermeisterkollegen denken schon weiter: Im nächsten Schritt soll ein Elektrolyseur hinzukommen und der Rennsteig in Franken zum Wasserstoff-Produktionsstandort werden. Der Energiebedarf in der Region ist groß, dort ist Glasindustrie ansässig. Erhardt nennt als Beispiel einen großen Behälterglashersteller, der allein so viel Strom verbrauche wie die Städte Bayreuth und Bamberg zusammen.

Kommunen wollen „möglichst hohe“ Beteiligung

Das Investitionsvolumen liegt bei 150 Millionen Euro. „Wir streben eine möglichst hohe Beteiligung der Kommunen an“, sagt Ehrhardt. Angedacht sei Anteil von 30 Prozent und eine Eigenkapitalquote bei dem Projekt von 45 Prozent. Vorstellbar sei, dass sich die Gemeinden mit 30 Prozent am ganzen Windpark beteiligen oder stattdessen „vier oder fünf Anlagen“ komplett übernehmen. So oder so: „Unser Ziel ist es, einen Bürgerstrom-Tarif zu organisieren.“ Eine Windkraftanlage würde rechnerisch den gesamten Strombedarf für Haushalte und Straßenbeleuchtung abdecken, erklärt der Bürgermeister.

Wo genau der Windpark hinkommen soll, ist noch offen. Der regionale Planungsverband wird sich dem Vernehmen nach im Februar nächsten Jahres mit der Frage des Windvorranggebietes befassen.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sieht das Votum als Ausdruck einer neuen Strömung im Freistaat: „Die Allianz von Industrie, Bevölkerung und Politik für den raschen Ausbau der Windkraft in Bayern steht, wie das Beispiel Frankenwald zeigt“, sagte er nach dem Entscheid. „Wir haben das Stadium der Weichenstellung bereits hinter uns und treten jetzt mit voller Kraft in die Realisierung ein.“
 

Manfred Fischer
© 2023 Energie & Management GmbH
Freitag, 09.12.2022, 17:00 Uhr

Mehr zum Thema