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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Kreis der Quotenhändler für Elektrofahrzeuge wächst
Quelle: E&M / Jonas Rosenberger
ELEKTROFAHRZEUGE:
Kreis der Quotenhändler für Elektrofahrzeuge wächst
Mehr und mehr Stadtwerke steigen in den THG-Quotenhandel mit E-Autos ein. Auch kleinere Häuser wie die Stadtwerke Roth sehen darin ein attraktives Geschäftsfeld.
 
Im Sommer des vergangenen Jahres war eine Untersuchung des Aacheners Beratungshauses BET noch zu dem Ergebnis gekommen, dass kaum ein Stadtwerk in seiner E-Mobilitätsstrategie das Instrument des Handels mit Treibhausgasminderungsquoten (THG-Quote) berücksichtigt hat.

In den vergangenen Monaten hat sich dies spürbar gewandelt. Immer mehr kommunale Unternehmen steigen in den Handel mit der THG-Quote ein und bieten Kunden mit einem Elektrofahrzeug an, sich deren Anspruch auf die Emissionsminderungen gegen eine fixe Vergütung abtreten zu lassen.

Bis zu 300 Euro für Quotenübertragung 

Wer die einschlägigen Begriffe in eine Internet-Suchmaschine eingibt, landet bei den Stadtwerken Ingolstadt, den Stadtwerke Solingen, den Stadtwerken Konstanz oder N-Ergie in Nürnberg. Aber auch kleinere Häuser, wie die südhessische Maingau Energie, die Stadtwerke Walldorf oder die Stadtwerke Rhede haben das Instrument für sich entdeckt.

Nun sind auch die Stadtwerke Roth mit einem Angebot an E-Mobilisten an den Markt gegangen. Das kommunale Unternehmen, das etwa 30 Kilometer südlich von Nürnberg zu Hause ist, bietet den Fahrern privater E-Autos – Hybride können keine Quote generieren – bis zu 300 Euro Prämie für die Übertragung ihrer Quote.

Höhere Prämien, bis zu 10.000 Euro, könne man für E-Busse erhalten. Auch für den E-Fuhrpark von Unternehmern stünden Prämien bis zu 450 Euro zur Verfügung. Betreiber eines öffentlichen E-Ladepunktes könnten ebenfalls in den Prämiengenuss kommen.

Preisbildung geschieht noch bilateral

Wie andere Unternehmen auch, haben die Stadtwerke Roth eine Internetseite eingerichtet, über die sich Teilnehmer registrieren können. Sie müssen dort ihre persönlichen Daten und den eingescannten Fahrzeugschein hinterlegen. Bei den Stadtwerken Roth ist der Quotenhandel ein weiterer Baustein der E-Mobilitätsstrategie. Diese umfasst beispielsweise noch Zuschüsse für die Errichtung einer Wallbox mit eigenem Zähler sowie ein Ladestromangebot für Zuhause und für stadtwerkeeigene Ladesäulen.

Mit dem Abschluss des Quotenhandelsvertrags haben die Flottenbetreiber oder private Halter von E-Autos dann nichts mehr zu tun. Sie haben dann allerdings auch keinen Einblick in die Preisbildung, die sich bilateral und nicht standardisiert über eine Börse vollzieht. Ende des vergangenen Jahres verortete Johan Grope die Quoten aus Ladestrom bei 510 bis 520 Euro/Tonne CO2. Grope ist Gründer und Geschäftsführer des Start-ups Equota, das im März 2022 mit einem THG-Quotenhandelsplatz starten will.
 

Der Handel mit der Treibhausgasminderungsquote

Seit Beginn dieses Jahres können Betreiber von Ladepunkten Emissionsminderungen geltend machen, die sich aus der Elektrifizierung des Verkehrssektors ergeben. Diese Minderungen können Unternehmen einkaufen, die fossile Kraftstoffe in den Markt bringen, zur Kompensierung des dadurch verursachen Ausstoßes von Treibhausgase. Die vermiedenen Mengen können den Mineralölkonzernen somit helfen, ihre eigene Reduktionsverpflichtung zu erfüllen.

Während bis zum Ende des vergangenen Jahres die Lieferanten von regenerativ erzeugtem Strom die „Eigentümer“ der handelbaren Quote waren, sind es nun die Betreiber von Ladepunkten. Dies schließt auch die Betreiber privater Wallboxen ein, die ein rein batterieelektrisches Auto – keinen Hybrid – fahren.

Da Privatpersonen viel zu hohe Transaktionskosten hätten, um ihre Mengen zu registrieren und mit Konzernen wie Shell einen Vertrag auszuhandeln, schalten sich Mittler ein. Aggregatoren, wie die Stadtwerke oder auch neue Anbieter, bündeln die Mengen vieler E-Mobilisten und vermarkten sie. Im Gegenzug erhalten die E-Auto-Fahrer eine Prämie, meist eine fixe Vergütung.

 
 

Fritz Wilhelm
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Freitag, 28.01.2022, 16:36 Uhr

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