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Energie & Management > Statistik - Emissionswende in der Energiewirtschaft steht noch aus
Quelle: Fotolia / Oliver Boehmer
Statistik

Emissionswende in der Energiewirtschaft steht noch aus

Die globale Energiewirtschaft befindet sich nach Ansicht der IEA noch nicht auf einem Entwicklungspfad, der mit den Klimazielen des Pariser Abkommens vereinbar ist.
Die CO2-Emissionen von Kraftwerken und anderen Anlagen der Branche hätten im vergangenen Jahr einen neuen Höchstwert (+1 %) erreicht, sagte Thomas Spacer von der Internationalen Energieagentur (IEA) am Rande der Klimakonferenz des UN-Klimasekretariats (UNFCCC) in Bonn.

Zwar sei eine befürchtete Rückkehr zur Kohle nach dem Ende der Corona-Krise ausgeblieben und die erneuerbaren Energien hätten ebenfalls einen neuen Rekord erzielt. Beide Entwicklungen müssten jedoch erheblich beschleunigt werden, um den Ausstoß von Treibhausgasen bis zur Mitte des Jahrhunderts zu beenden.

Nach der geltenden Gesetzgebung in den Vertragsstaaten würden die CO2-Emissionen zwar noch vor 2030 ihren Höhepunkt überschreiten, danach aber nur langsam zurückgehen. 2050 würde die Energiewirtschaft noch 36 Gigatonnen CO2 ausstoßen.

Weitere Zusagen der Vertragsstaaten, die aber noch nicht in den hinterlegten Reduktionsplänen festgeschrieben seien, würden den CO2-Ausstoß bis 2050 auf 12 Gigatonnen reduzieren. 2030 belaufe sich die Differenz zwischen der laufenden Entwicklung und den klimapolitischen Ankündigungen („implementation gap“) auf 5 Gigatonnen CO2.

Um den Netto-Null-Pfad, der mit dem Pariser Abkommen vereinbar ist, zu erreichen, müssten die Emissionen 2030 aber um 8,5 Gigatonnen geringer ausfallen („ambition gap“) als bislang absehbar. Es komme deswegen in den nächsten Jahren darauf an, die gemachten Zusagen umzusetzen, aber auch neue, anspruchsvollere Ziele zu formulieren.

15 Prozent aller neu zugelassenen Autos 2022 waren Stromer

Positiv sei, dass sich der Einsatz emissionsarmer Technologien im letzten Jahr erheblich beschleunigt habe. Das gelte besonders für die Elektromobilität: 15 Prozent aller neu zugelassenen Autos hätten 2022 einen elektrischen Antrieb gehabt, drei Mal mehr als 2020. In China war sogar jedes dritte Fahrzeug ein Elektroauto.

Der Verkauf von Wärmepumpen stieg 2022 um 11 Prozent. Die Erneuerbaren erzielten ebenfalls einen neuen Rekord mit einem globalen Zubau von 330 GW. 90 Prozent des Wachstums der Stromnachfrage sei durch Erneuerbare gedeckt worden. Für das laufende Jahr prognostiziert die IEA einen Zuwachs der Erneuerbaren-Kapazität um 440 GW.

Dieses Wachstum wäre mit dem Pariser Abkommen vereinbar, wenn es bis 2050 fortgesetzt würde. Dies hänge jedoch von den Finanzierungsbedingungen ab. 2022 sind nach Schätzung der IEA private und öffentliche Gelder von 1,7 Billionen US-Dollar in „saubere Technologien“ investiert worden.

An der Spitze standen China mit 180 Milliarden US-Dollar, die EU mit 160 Milliarden US-Dollar und die USA mit 95 Milliarden US-Dollar. In diesem Jahr erwartet die IEA erstmals höhere Investitionen in die Photovoltaik als in die Ölförderung. Allerdings seien diese Investitionen stark konzentriert auf China, die Industrie- und Schwellenländer. Und seit der Unterzeichnung des Pariser Abkommens seien die Investitionen in saubere Technologien außerhalb von China und den Industrieländern real nicht gestiegen.

Diese Dynamik müsse sich ändern, wenn die Klimaziele global erreicht werden sollten. Bei wichtigen Technologien hat die IEA erhebliche Herstellungsdefizite festgestellt. So lägen die Produktionskapazitäten für Batterien, Windkraft- und PV-Anlagen, Wärmepumpen und Eletrolsyseuren deutlich unter dem, was bis 2030 nötig wäre. Allerdings könnten diese Defizite bei PV-Anlagen und Batterien behoben werden, wenn alle bislang angekündigten neuen Projekte realisiert würden.

Dienstag, 6.06.2023, 16:55 Uhr
Tom Weingrtner
Energie & Management > Statistik - Emissionswende in der Energiewirtschaft steht noch aus
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Statistik
Emissionswende in der Energiewirtschaft steht noch aus
Die globale Energiewirtschaft befindet sich nach Ansicht der IEA noch nicht auf einem Entwicklungspfad, der mit den Klimazielen des Pariser Abkommens vereinbar ist.
Die CO2-Emissionen von Kraftwerken und anderen Anlagen der Branche hätten im vergangenen Jahr einen neuen Höchstwert (+1 %) erreicht, sagte Thomas Spacer von der Internationalen Energieagentur (IEA) am Rande der Klimakonferenz des UN-Klimasekretariats (UNFCCC) in Bonn.

Zwar sei eine befürchtete Rückkehr zur Kohle nach dem Ende der Corona-Krise ausgeblieben und die erneuerbaren Energien hätten ebenfalls einen neuen Rekord erzielt. Beide Entwicklungen müssten jedoch erheblich beschleunigt werden, um den Ausstoß von Treibhausgasen bis zur Mitte des Jahrhunderts zu beenden.

Nach der geltenden Gesetzgebung in den Vertragsstaaten würden die CO2-Emissionen zwar noch vor 2030 ihren Höhepunkt überschreiten, danach aber nur langsam zurückgehen. 2050 würde die Energiewirtschaft noch 36 Gigatonnen CO2 ausstoßen.

Weitere Zusagen der Vertragsstaaten, die aber noch nicht in den hinterlegten Reduktionsplänen festgeschrieben seien, würden den CO2-Ausstoß bis 2050 auf 12 Gigatonnen reduzieren. 2030 belaufe sich die Differenz zwischen der laufenden Entwicklung und den klimapolitischen Ankündigungen („implementation gap“) auf 5 Gigatonnen CO2.

Um den Netto-Null-Pfad, der mit dem Pariser Abkommen vereinbar ist, zu erreichen, müssten die Emissionen 2030 aber um 8,5 Gigatonnen geringer ausfallen („ambition gap“) als bislang absehbar. Es komme deswegen in den nächsten Jahren darauf an, die gemachten Zusagen umzusetzen, aber auch neue, anspruchsvollere Ziele zu formulieren.

15 Prozent aller neu zugelassenen Autos 2022 waren Stromer

Positiv sei, dass sich der Einsatz emissionsarmer Technologien im letzten Jahr erheblich beschleunigt habe. Das gelte besonders für die Elektromobilität: 15 Prozent aller neu zugelassenen Autos hätten 2022 einen elektrischen Antrieb gehabt, drei Mal mehr als 2020. In China war sogar jedes dritte Fahrzeug ein Elektroauto.

Der Verkauf von Wärmepumpen stieg 2022 um 11 Prozent. Die Erneuerbaren erzielten ebenfalls einen neuen Rekord mit einem globalen Zubau von 330 GW. 90 Prozent des Wachstums der Stromnachfrage sei durch Erneuerbare gedeckt worden. Für das laufende Jahr prognostiziert die IEA einen Zuwachs der Erneuerbaren-Kapazität um 440 GW.

Dieses Wachstum wäre mit dem Pariser Abkommen vereinbar, wenn es bis 2050 fortgesetzt würde. Dies hänge jedoch von den Finanzierungsbedingungen ab. 2022 sind nach Schätzung der IEA private und öffentliche Gelder von 1,7 Billionen US-Dollar in „saubere Technologien“ investiert worden.

An der Spitze standen China mit 180 Milliarden US-Dollar, die EU mit 160 Milliarden US-Dollar und die USA mit 95 Milliarden US-Dollar. In diesem Jahr erwartet die IEA erstmals höhere Investitionen in die Photovoltaik als in die Ölförderung. Allerdings seien diese Investitionen stark konzentriert auf China, die Industrie- und Schwellenländer. Und seit der Unterzeichnung des Pariser Abkommens seien die Investitionen in saubere Technologien außerhalb von China und den Industrieländern real nicht gestiegen.

Diese Dynamik müsse sich ändern, wenn die Klimaziele global erreicht werden sollten. Bei wichtigen Technologien hat die IEA erhebliche Herstellungsdefizite festgestellt. So lägen die Produktionskapazitäten für Batterien, Windkraft- und PV-Anlagen, Wärmepumpen und Eletrolsyseuren deutlich unter dem, was bis 2030 nötig wäre. Allerdings könnten diese Defizite bei PV-Anlagen und Batterien behoben werden, wenn alle bislang angekündigten neuen Projekte realisiert würden.

Dienstag, 6.06.2023, 16:55 Uhr
Tom Weingrtner

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