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Enerige & Management > Biogas - Betreiber von Biogasanlagen wollen vor allem flexibilisieren
Quelle: Fotolia / Jürgen Fälchle
BIOGAS:
Betreiber von Biogasanlagen wollen vor allem flexibilisieren
Bei einer Umfrage unter Biogasanlagen-Betreibern zeigt sich ein großer Teil zufrieden mit dem vergangenen Jahr. Trotzdem ist mit einem Rückgang des Anlagenbestandes zu rechnen.
 
Die eigene wirtschaftliche Lage wird vom weitaus überwiegenden Anteil (81 %) der Betreibenden von Biogasanlagen in Bayern als „gut“ eingeschätzt, so das Ergebnis einer Konjunkturumfrage des Straubinger Centralen Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerkes im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe – kurz Carmen. Das Netzwerk befragt seit 2012 regelmäßig Mitglieder zu ihrer wirtschaftlichen Situation. Etwa 13 % der Betreibenden bewerten die Situation im abgelaufenen Geschäftsjahr beziehungsweise im Jahr 2021 als „schlecht“ oder „sehr schlecht“, teilte Carmen mit. Für das kommende Geschäftsjahr sind die Erwartungen verhaltener.

Rund zwei Drittel der Teilnehmenden gaben an, dass die wirtschaftliche Lage im zurückliegenden Geschäftsjahr ihren Erwartungen entsprach. Ein Drittel hatte ein anderes Betriebsergebnis erwartet, wobei als Gründe dafür insbesondere laufende Kosten sowie außerplanmäßige Investitionen angegeben wurden, so Carmen.
 
Ausschreibung als favorisiertes Zukunftskonzept
 
Mit Blick in die Zukunft wird die Teilnahme an der Ausschreibung als häufigstes Weiterbetriebskonzept genannt. 43 % sehen die Ausschreibung mit einer leicht flexibilisierten Biogasanlage, 14 % mit einer hochflexiblen Fahrweise als zukunftsträchtig für den eigenen Betrieb an. Ein Viertel der Betriebe sieht Potenzial in der Stromvermarktung außerhalb des EEG. Als weiteres Zukunftskonzept wurde außerdem die Neuinbetriebnahme als Gülle-Kleinanlage genannt.

Von den 162 Rückmeldungen gaben laut Carmen aber auch 18 Betreibende an, die Anlage nach Ende der Förderperiode 1 stillzulegen oder über eine Stilllegung nachzudenken. Im Fragebogen sei zwar danach nicht explizit gefragt worden. Als Gründe für die Stilllegung wurden insbesondere steigende Kosten bei geringerer Vergütung sowie zunehmende Bürokratie angegeben.
 
Als Vorschläge an die Politik wurden unter anderem die Anhebung der Bemessungsleistung bei Gülle-Kleinanlagen, eine Reduktion von Bürokratie und gesetzlichen Vorgaben sowie eine auskömmliche Festvergütung für Anlagen bis etwa 200 kW elektrischer Leistung genannt.

An der Befragung nahmen in diesem Jahr nach Auskunft von Carmen 162 Betriebe aus Bayern teil. Die Abfrage wurde im Zeitraum von Mitte Dezember 2021 bis Mitte Februar 2022 für das Kalenderjahr 2021 durchgeführt. Nach den Zahlen des bayerischen Landesamtes für Umwelt gibt es insgesamt rund 2.500 Anlagen.
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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Mittwoch, 20.04.2022, 14:00 Uhr

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