E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > E&M Vor 20 Jahren - Mit einer Stimme für die Branche
Quelle: Pixabay / Mohamed Hassan
E&M Vor 20 Jahren

Mit einer Stimme für die Branche

Vor 20 Jahren standen grundlegende Veränderungen in der Landschaft der Branchenverbände im Energiesektor an.
Fusionen waren im Sommer 2006 ein wichtiges Thema, nach dem die Fußball-Weltmeisterschaft und das dazugehörige Sommermärchen beendet waren. E&M-Chefredakteur Helmut Sendner machte sich damals seine Gedanken zum Sommerloch


Nun Wir müssen zugeben, dass wir in der Berliner Szene zur Zeit etwas unterbelichtet sind, weil unsere Hauptstadt-Korrespondentin Cerstin Gammelin für ein halbes Jahr für eine Mutterschafts-„Zeit“-Redakteurin eingesprungen ist und somit ihr „Berlin-Tagebuch“ fehlt.

Mit harten Fakten können wir also nicht brillieren, wir können nur spekulieren, uns etwas erfinden, etwas erhoffen, das nicht Reale in die Nähe der Tatsache bringen. Wir führen eine schon im Juni begonnene Recherche zur Fusion der Verbände BGW und VDEW fort. Im Juni also sprachen wir mit ganz wichtigen Menschen von BGW und VDEW beziehungsweise mit Menschen aus Unternehmen, die von diesen beiden Verbänden vertreten werden.

Zur Klarstellung: Nicht mit Menschen von Unternehmen, die entweder von BGW oder VDEW vertreten werden, sondern mit solchen, und da liegt ja das Problem, die von BGW und VDEW gleichzeitig vertreten werden, die also hohe Mitgliedsbeiträge an den einen wie den anderen Verband überweisen und das in Zukunft nicht mehr wollen, nicht nur wegen des Geldes, sondern vor allem auch wegen der einheitlichen Stimme, die für die Energiebranche notwendig sei.

Zumindest was die Fusion der Verbände angeht, so gibt es die schon: Wir führen ergebnisoffene Gespräche, teilen uns Gaser und Stromer mit, und recht viel mehr wollen sie nicht sagen. In kleinen Arbeitsgruppen wird nun beackert, wie der große Wurf entstehen könnte: Eine Stimme für eine Branche. Das hört sich ergebnisoffen sehr gut an, denn immerhin wird ein Ergebnis gesucht. Und es gibt doch verschiedene Stimmen, die von „Optimismus“ sprechen, dass sich doch „endlich etwas bewegt“, man müsse nur „alle mitnehmen“, mit viel „Psychologie herangehen“, und natürlich dürfen „die Großen nicht die Kleinen dominieren“. Berlin und Brüssel sehen die Bewegung zu einem Verband sehr positiv, sagt ein Gas-Manager.

VKU sperrt sich gegen Fusionsgedanken

Das Ergebnis ist offen auch bei Endesa und Eon, womit die europäische Dimension der Energieversorgung deutlich und erst recht klar wird, dass es einen schlagkräftigen deutschen Energieverband geben sollte. Der VKU, der sich gegen jeglichen Fusionsgedanken sperrt, wird dann zum Heimatverein. Und das ist gar nicht negativ gemeint, wenn er es schafft, aus kommunalen Schwächen eine Kraft zu machen. Das ist bisher nur ansatzweise und kurzsichtig gelungen.

Aber eigentlich sollte es um Sommerlöcher gehen. Wir bedauern sehr, dass dieser Bär, na Sie wissen schon den Namen, bereits vorher erschossen wurde und wir bisher auch nichts von Nessie, dem Ungeheuer von Loch Ness, gehört haben. Dafür aber von Utz Claassen, dem EnBW-Chef, der sich am 4. August im „weekend-journal“ vom „Handelsblatt“ über seine Liebe zur Curry-Wurst auslässt und darüber, dass er mit 3.000 Euro im Monat durchaus leben könnte.

Zum Sommer selbst, dem heißen und trockenen: Die Landwirte brauchen Entschädigungen, fordert Bauernverbandspräsident Gerhard Sonnleitner, weil sie Ernteausfälle haben. Warum fordert das eigentlich VDEW-Präsident Werner Brinker nicht auch, hatte doch manches Kraftwerk nicht mehr genügend Kühlwasser und musste die Produktion drosseln.

Wenn es wenig Getreide gibt, dann gehen die Preise nach oben; beim Strom ist das genauso. Bevor wir jetzt einen Zusammenhang zwischen Bauern und Brinker, Strom und Stroh herstellen: Alles Wurst, Hauptsache die Verbände fusionieren. Unser Wissensstand Anfang August: Ergebnis offen, und das wird noch eine Zeitlang so bleiben.

Samstag, 4.07.2026, 14:41 Uhr
Helmut Sendner
Energie & Management > E&M Vor 20 Jahren - Mit einer Stimme für die Branche
Quelle: Pixabay / Mohamed Hassan
E&M Vor 20 Jahren
Mit einer Stimme für die Branche
Vor 20 Jahren standen grundlegende Veränderungen in der Landschaft der Branchenverbände im Energiesektor an.
Fusionen waren im Sommer 2006 ein wichtiges Thema, nach dem die Fußball-Weltmeisterschaft und das dazugehörige Sommermärchen beendet waren. E&M-Chefredakteur Helmut Sendner machte sich damals seine Gedanken zum Sommerloch


Nun Wir müssen zugeben, dass wir in der Berliner Szene zur Zeit etwas unterbelichtet sind, weil unsere Hauptstadt-Korrespondentin Cerstin Gammelin für ein halbes Jahr für eine Mutterschafts-„Zeit“-Redakteurin eingesprungen ist und somit ihr „Berlin-Tagebuch“ fehlt.

Mit harten Fakten können wir also nicht brillieren, wir können nur spekulieren, uns etwas erfinden, etwas erhoffen, das nicht Reale in die Nähe der Tatsache bringen. Wir führen eine schon im Juni begonnene Recherche zur Fusion der Verbände BGW und VDEW fort. Im Juni also sprachen wir mit ganz wichtigen Menschen von BGW und VDEW beziehungsweise mit Menschen aus Unternehmen, die von diesen beiden Verbänden vertreten werden.

Zur Klarstellung: Nicht mit Menschen von Unternehmen, die entweder von BGW oder VDEW vertreten werden, sondern mit solchen, und da liegt ja das Problem, die von BGW und VDEW gleichzeitig vertreten werden, die also hohe Mitgliedsbeiträge an den einen wie den anderen Verband überweisen und das in Zukunft nicht mehr wollen, nicht nur wegen des Geldes, sondern vor allem auch wegen der einheitlichen Stimme, die für die Energiebranche notwendig sei.

Zumindest was die Fusion der Verbände angeht, so gibt es die schon: Wir führen ergebnisoffene Gespräche, teilen uns Gaser und Stromer mit, und recht viel mehr wollen sie nicht sagen. In kleinen Arbeitsgruppen wird nun beackert, wie der große Wurf entstehen könnte: Eine Stimme für eine Branche. Das hört sich ergebnisoffen sehr gut an, denn immerhin wird ein Ergebnis gesucht. Und es gibt doch verschiedene Stimmen, die von „Optimismus“ sprechen, dass sich doch „endlich etwas bewegt“, man müsse nur „alle mitnehmen“, mit viel „Psychologie herangehen“, und natürlich dürfen „die Großen nicht die Kleinen dominieren“. Berlin und Brüssel sehen die Bewegung zu einem Verband sehr positiv, sagt ein Gas-Manager.

VKU sperrt sich gegen Fusionsgedanken

Das Ergebnis ist offen auch bei Endesa und Eon, womit die europäische Dimension der Energieversorgung deutlich und erst recht klar wird, dass es einen schlagkräftigen deutschen Energieverband geben sollte. Der VKU, der sich gegen jeglichen Fusionsgedanken sperrt, wird dann zum Heimatverein. Und das ist gar nicht negativ gemeint, wenn er es schafft, aus kommunalen Schwächen eine Kraft zu machen. Das ist bisher nur ansatzweise und kurzsichtig gelungen.

Aber eigentlich sollte es um Sommerlöcher gehen. Wir bedauern sehr, dass dieser Bär, na Sie wissen schon den Namen, bereits vorher erschossen wurde und wir bisher auch nichts von Nessie, dem Ungeheuer von Loch Ness, gehört haben. Dafür aber von Utz Claassen, dem EnBW-Chef, der sich am 4. August im „weekend-journal“ vom „Handelsblatt“ über seine Liebe zur Curry-Wurst auslässt und darüber, dass er mit 3.000 Euro im Monat durchaus leben könnte.

Zum Sommer selbst, dem heißen und trockenen: Die Landwirte brauchen Entschädigungen, fordert Bauernverbandspräsident Gerhard Sonnleitner, weil sie Ernteausfälle haben. Warum fordert das eigentlich VDEW-Präsident Werner Brinker nicht auch, hatte doch manches Kraftwerk nicht mehr genügend Kühlwasser und musste die Produktion drosseln.

Wenn es wenig Getreide gibt, dann gehen die Preise nach oben; beim Strom ist das genauso. Bevor wir jetzt einen Zusammenhang zwischen Bauern und Brinker, Strom und Stroh herstellen: Alles Wurst, Hauptsache die Verbände fusionieren. Unser Wissensstand Anfang August: Ergebnis offen, und das wird noch eine Zeitlang so bleiben.

Samstag, 4.07.2026, 14:41 Uhr
Helmut Sendner

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.