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Energie & Management > Stromspeicher - Milliardenersparnis möglich
Screenshot der Online-Pressekonferenz des Fraunhofer ISE, BVES und BNE. Quelle: Katia Meyer-Tien
Stromspeicher

Milliardenersparnis möglich

Weniger Preisspitzen, bessere Erträge für PV-Strom: Eine Studie des Fraunhofer ISE hat die potenziellen Auswirkungen von 20 GW zusätzlichen Batteriespeichern im Jahr 2025 berechnet.
„Hätte“ und „wäre“ sind normalerweise keine Vokabeln, die Wissenschaftler allzu oft benutzen. Für die Forschenden am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE (Fraunhofer ISE) sind sie bei der Beschreibung ihres jüngsten Projektes aber essenziell: Ihr Strompreissimulator berechnet, wie sich die Strompreise seit Januar 2025 entwickelt hätten, wenn mehr Batteriespeicher im deutschen Stromnetz gewesen wären. Das Ergebnis: Zusätzliche Speicherkapazitäten könnten die Zahl der Stunden mit hohen Börsenstrompreisen deutlich reduzieren und den Marktwert von Solarstrom erhöhen.

Grundlage der Simulation sind die realen Kauf- und Verkaufsgebote am Day-Ahead-Markt des Jahres 2025. Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft („bne“) und der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) stellten die Ergebnisse am 28. September in einer Pressekonferenz vor. „Speicher kosten nicht, sie zahlen sich aus“, kommentierte BVES-Bundesgeschäftsführer Urban Windelen dabei. „Wir haben es in Deutschland geschafft, Speicher zum Problem zu machen und sie nicht als Lösung zu sehen“, sagte er mit Blick auf die Debatte um Netzanschlüsse und -kapazitäten: „Vor zwei Jahren waren wir schon deutlich weiter.“
 
Beispiel: Solarspitze am 11. Mai 2025
(zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)
Quelle: Fraunhofer ISE

Für die Simulation wurden für das Jahr 2025 zusätzliche Batteriespeicher mit 20.000 MW Leistung und einer Speicherdauer von zwei Stunden angenommen. In diesem Szenario sank die Zahl der Stunden mit Preisen von mehr als 0,20 Euro/kWh von 169 auf 20. Das entspricht einem Rückgang um rund 88 Prozent. Auch negative Strompreise traten in der Modellrechnung seltener auf. Ihre Dauer reduzierte sich von 575 auf 271 Stunden und damit um rund 53 Prozent.

Gleichzeitig stieg der berechnete Marktwert von Solarstrom von rund 0,045 auf 0,061 Euro/kWh. Das entspricht einem Zuwachs um rund 35 Prozent. Im Beispieljahr 2025 hätte der höhere Marktwert damit den Förderbedarf nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) um bis zu 1,2 Milliarden Euro reduzieren können.
 
Beispiel: Preisspitze am 20. Januar 2025
(zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)
Quelle Fraunhofer ISE

Batteriespeicher nutzen Preisdifferenzen am Strommarkt, indem sie Strom in Stunden mit niedrigen Preisen aufnehmen und ihn bei höheren Preisen wieder abgeben. Dadurch verändert sich in der Simulation sowohl das Preisniveau in Hochpreisstunden als auch in Stunden mit niedrigen oder negativen Preisen. „Die Studienergebnisse zeigen sehr konkret, wie Speicher aus einem volatilen Stromangebot ein flexibleres System machen. Wer über bezahlbaren Strom spricht, muss deshalb auch über Speicher sprechen“, sagte Windelen. 

Speicherleistung wächst

Der Ausbau von Batteriespeichern in Deutschland hat 2026 weiter zugenommen. Nach Daten des vom Fraunhofer ISE betriebenen Datenportals „Energy-Charts“ stieg die installierte Leistung im ersten Halbjahr von 16,8 auf 19,2 GW. Inzwischen beziffert Energy-Charts die installierte Batteriespeicherleistung sogar auf mehr als 20 GW. BNE und BVES sehen allerdings weiteren Handlungsbedarf bei den regulatorischen und netzseitigen Rahmenbedingungen.

Die Verbände fordern unter anderem schnellere und transparentere Netzanschlüsse für Großspeicher. Bei knappen Netzkapazitäten sollen nach ihrer Vorstellung flexible Anschlussmodelle und Kriterien zum Einsatz kommen, die den Beitrag eines Projekts zur jeweiligen Netzsituation berücksichtigen.

Auch sollten sogenannte „Co-location-Projekte“ − also Speicher, die gemeinsam mit Solar- oder Windkraftanlagen betrieben werden − nach Ansicht der Verbände durch Änderungen am EEG und einen geplanten Abschöpfungsmechanismus nicht wirtschaftlich schlechter gestellt werden.

Heimspeicher sollten nach den Vorstellungen von BNE und BVES ebenfalls stärker am Strommarkt teilnehmen. Voraussetzung dafür seien ein schnellerer Smart-Meter-Rollout, einheitliche digitale Prozesse für die Direktvermarktung kleiner Anlagen sowie dynamische Stromtarife und perspektivisch dynamische Netzentgelte. „Die Fraunhofer-Daten eröffnen einen Blick in die Zukunft: Batteriespeicher fangen Preisspitzen ab, machen Solarstrom wertvoll und entlasten so den Bundeshaushalt“, sagt BNE-Geschäftsführer Robert Busch.

Mit dem Strompreissimulator lassen sich auch aktuelle Daten darauf prüfen, wie sich mehr Speicherkazität im Stromsystem auswirken würde. Er ist auf den Seiten der Energy Charts des Fraunhofer ISE im Internet abrufbar. (kmt)

Montag, 28.09.2026, 17:29 Uhr
Katia Meyer-Tien
Energie & Management > Stromspeicher - Milliardenersparnis möglich
Screenshot der Online-Pressekonferenz des Fraunhofer ISE, BVES und BNE. Quelle: Katia Meyer-Tien
Stromspeicher
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Weniger Preisspitzen, bessere Erträge für PV-Strom: Eine Studie des Fraunhofer ISE hat die potenziellen Auswirkungen von 20 GW zusätzlichen Batteriespeichern im Jahr 2025 berechnet.
„Hätte“ und „wäre“ sind normalerweise keine Vokabeln, die Wissenschaftler allzu oft benutzen. Für die Forschenden am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE (Fraunhofer ISE) sind sie bei der Beschreibung ihres jüngsten Projektes aber essenziell: Ihr Strompreissimulator berechnet, wie sich die Strompreise seit Januar 2025 entwickelt hätten, wenn mehr Batteriespeicher im deutschen Stromnetz gewesen wären. Das Ergebnis: Zusätzliche Speicherkapazitäten könnten die Zahl der Stunden mit hohen Börsenstrompreisen deutlich reduzieren und den Marktwert von Solarstrom erhöhen.

Grundlage der Simulation sind die realen Kauf- und Verkaufsgebote am Day-Ahead-Markt des Jahres 2025. Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft („bne“) und der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) stellten die Ergebnisse am 28. September in einer Pressekonferenz vor. „Speicher kosten nicht, sie zahlen sich aus“, kommentierte BVES-Bundesgeschäftsführer Urban Windelen dabei. „Wir haben es in Deutschland geschafft, Speicher zum Problem zu machen und sie nicht als Lösung zu sehen“, sagte er mit Blick auf die Debatte um Netzanschlüsse und -kapazitäten: „Vor zwei Jahren waren wir schon deutlich weiter.“
 
Beispiel: Solarspitze am 11. Mai 2025
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Quelle: Fraunhofer ISE

Für die Simulation wurden für das Jahr 2025 zusätzliche Batteriespeicher mit 20.000 MW Leistung und einer Speicherdauer von zwei Stunden angenommen. In diesem Szenario sank die Zahl der Stunden mit Preisen von mehr als 0,20 Euro/kWh von 169 auf 20. Das entspricht einem Rückgang um rund 88 Prozent. Auch negative Strompreise traten in der Modellrechnung seltener auf. Ihre Dauer reduzierte sich von 575 auf 271 Stunden und damit um rund 53 Prozent.

Gleichzeitig stieg der berechnete Marktwert von Solarstrom von rund 0,045 auf 0,061 Euro/kWh. Das entspricht einem Zuwachs um rund 35 Prozent. Im Beispieljahr 2025 hätte der höhere Marktwert damit den Förderbedarf nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) um bis zu 1,2 Milliarden Euro reduzieren können.
 
Beispiel: Preisspitze am 20. Januar 2025
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Quelle Fraunhofer ISE

Batteriespeicher nutzen Preisdifferenzen am Strommarkt, indem sie Strom in Stunden mit niedrigen Preisen aufnehmen und ihn bei höheren Preisen wieder abgeben. Dadurch verändert sich in der Simulation sowohl das Preisniveau in Hochpreisstunden als auch in Stunden mit niedrigen oder negativen Preisen. „Die Studienergebnisse zeigen sehr konkret, wie Speicher aus einem volatilen Stromangebot ein flexibleres System machen. Wer über bezahlbaren Strom spricht, muss deshalb auch über Speicher sprechen“, sagte Windelen. 

Speicherleistung wächst

Der Ausbau von Batteriespeichern in Deutschland hat 2026 weiter zugenommen. Nach Daten des vom Fraunhofer ISE betriebenen Datenportals „Energy-Charts“ stieg die installierte Leistung im ersten Halbjahr von 16,8 auf 19,2 GW. Inzwischen beziffert Energy-Charts die installierte Batteriespeicherleistung sogar auf mehr als 20 GW. BNE und BVES sehen allerdings weiteren Handlungsbedarf bei den regulatorischen und netzseitigen Rahmenbedingungen.

Die Verbände fordern unter anderem schnellere und transparentere Netzanschlüsse für Großspeicher. Bei knappen Netzkapazitäten sollen nach ihrer Vorstellung flexible Anschlussmodelle und Kriterien zum Einsatz kommen, die den Beitrag eines Projekts zur jeweiligen Netzsituation berücksichtigen.

Auch sollten sogenannte „Co-location-Projekte“ − also Speicher, die gemeinsam mit Solar- oder Windkraftanlagen betrieben werden − nach Ansicht der Verbände durch Änderungen am EEG und einen geplanten Abschöpfungsmechanismus nicht wirtschaftlich schlechter gestellt werden.

Heimspeicher sollten nach den Vorstellungen von BNE und BVES ebenfalls stärker am Strommarkt teilnehmen. Voraussetzung dafür seien ein schnellerer Smart-Meter-Rollout, einheitliche digitale Prozesse für die Direktvermarktung kleiner Anlagen sowie dynamische Stromtarife und perspektivisch dynamische Netzentgelte. „Die Fraunhofer-Daten eröffnen einen Blick in die Zukunft: Batteriespeicher fangen Preisspitzen ab, machen Solarstrom wertvoll und entlasten so den Bundeshaushalt“, sagt BNE-Geschäftsführer Robert Busch.

Mit dem Strompreissimulator lassen sich auch aktuelle Daten darauf prüfen, wie sich mehr Speicherkazität im Stromsystem auswirken würde. Er ist auf den Seiten der Energy Charts des Fraunhofer ISE im Internet abrufbar. (kmt)

Montag, 28.09.2026, 17:29 Uhr
Katia Meyer-Tien

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