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Die Koordinierungsstelle Konep und der FNB Gas haben den ersten Entwurf des Netzentwicklungsplans Gas und Wasserstoff 2025 veröffentlicht. Demnach wird das Netz teurer und kommt später.
Die Koordinierungsstelle Netzentwicklungsplanung Gas und Wasserstoff (KO.NEP) und der Verband der FNB (Fernleitungsnetzbetreiber) Gas haben am 3. März den ersten Entwurf des Netzentwicklungsplans (NEP) Gas und Wasserstoff 2025 zur Konsultation vorgelegt. Die Fernleitungs- und Wasserstofftransportnetzbetreiber planen die Methan- und Wasserstoffinfrastruktur erstmals integriert. Grundlage ist das 2024 novellierte Energiewirtschaftsgesetz.
Barbara Fischer, Geschäftsführerin des FNB Gas, betonte, die gemeinsame Betrachtung von Gas und Wasserstoff sei „von entscheidender Bedeutung für den Übergang in die Klimaneutralität“. Der integrierte NEP schaffe eine Grundlage für eine klimafreundliche und resiliente Energieversorgung.
Basis des Entwurfs ist der von der Bundesnetzagentur am 30. April 2025 genehmigte Szenariorahmen. Er umfasst drei Szenarien für Methan und Wasserstoff für die Zieljahre 2037 und 2045 sowie ein zusätzliches Versorgungssicherheitsszenario 2030 für Methan. Dieses berücksichtigt laut Konep die kurzfristige Versorgungslage.
Bis 2037 schlagen die Netzbetreiber im Methanbereich Maßnahmen mit einer Leitungslänge von 364 Kilometern und Investitionen von 2,9 Milliarden Euro vor. Für Wasserstoff sehen sie 7.007 Kilometer neue Leitungen und Investitionen von rund 20,1 Milliarden Euro vor. Hinzu kommen 2.199 Kilometer und 4,1 Milliarden Euro aus dem bereits genehmigten Wasserstoff-Kernnetz, die sich in der Umsetzung befinden und deshalb nicht Teil des neuen Ausbauvorschlags sind.
Kosten steigen um 30 ProzentNach Angaben des FNB Gas bleibt das Wasserstoff-Kernnetz damit in seinem Umfang nahezu erhalten. Allerdings rechnen die Fernleitungsnetzbetreiber mit höheren Kosten. Ursprünglich hatte die Bundesnetzagentur im Oktober 2024 ein Kernnetz mit 9.040 Kilometern und Investitionen von 18,9 Milliarden Euro genehmigt. Nun gehen die Netzbetreiber davon aus, dass die Gesamtkosten um rund 30 Prozent steigen. Gleichzeitig strecken sie einzelne Projekte zeitlich.
Unsichere H2-NachfrageEine zentrale Herausforderung war nach Darstellung der Netzbetreiber die Überprüfung des Wasserstoff-Kernnetzes. Sie bewegen sich dabei zwischen politischen Zielvorgaben und Unsicherheiten über die tatsächliche Nachfrageentwicklung. Insbesondere der zeitliche und regionale Hochlauf des Wasserstoffmarktes lasse sich derzeit nur eingeschränkt prognostizieren. Deshalb identifiziert der Entwurf szenarienübergreifend netztechnisch erforderliche Maßnahmen.
Nach Angaben des FNB Gas haben die Betreiber gesetzliche Spielräume genutzt, um Projekte zeitlich zu strecken oder technisch anzupassen. Gründe sind Modellierungsergebnisse für 2037, detailliertere Machbarkeitsstudien sowie Verzögerungen bei Genehmigungen. Auch der bislang verhaltene Markthochlauf wirkt sich aus.
Bis Ende 2025 sind laut FNB Gas mehr als 500 Kilometer des genehmigten Wasserstoff-Kernnetzes realisiert worden, vor allem durch Umbau bestehender Erdgasleitungen. Weitere Projekte befinden sich im Bau. Fischer erklärt, der Einsatz von Wasserstoff zur Dekarbonisierung der Industrie sei notwendig, zugleich beobachteten die Betreiber die Marktentwicklung „mit wachsender Sorge“. Der schleppende Hochlauf erhöhe das Risiko mit Blick auf die Amortisation der Netzinvestitionen.
Wasserstoffrat fordert UnterstützungDer Nationale Wasserstoffrat (NWR) hatte bereits am 26. Februar 2026 in Berlin seinen Beitrag zum geplanten Masterplan Wasserstoff und E‑Fuels im Mobilitätssektor der Bundesregierung übermittelt. Darin betonte er die strategische Bedeutung von Wasserstoff für Verkehr, Industrie und technologische Souveränität Deutschlands.
„Wasserstoff ist vor allem im Lkw-Bereich kein Nischenthema, sondern neben der Elektromobilität ein wichtiger Baustein für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und industrielle Wettbewerbsfähigkeit“, erklärte Felix Christian Matthes, kommissarischer Vorsitzender des Nationalen Wasserstoffrats.
Konsultation zum NEP gestartetDer Vorstandsvorsitzende des FNB Gas, Matthias Jenn, appelliert an die Politik, flankierende Maßnahmen zu prüfen. Anpassungen würden im rollierenden NEP-Prozess vorgenommen. Dafür benötigten die Betreiber Flexibilität, um die Realisierungsgeschwindigkeit an das Transformationstempo anzupassen.
Die Konsultation zum NEP läuft vom 3. bis 27. März 2026. Am 11. März stellen die Netzbetreiber die Ergebnisse in einem öffentlichen Workshop vor. In einem zweiten Schritt wollen sie einen überarbeiteten Entwurf mit weiteren Modellierungen für 2045 sowie marktbasierten Instrumenten vorlegen. Die Einreichung bei der Bundesnetzagentur ist für Mitte 2026 vorgesehen.
Die
Konsultation des Netzplans steht im Internet bereit.
Mittwoch, 4.03.2026, 13:42 Uhr
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