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Energie & Management > Wasserstoff - Wasserstoffrat schlägt Alarm
Quelle: iStock / Frank Harms
Wasserstoff

Wasserstoffrat schlägt Alarm

Die Umsetzung der europäischen Dekarbonisierungsstrategie ist nach Ansicht der deutschen Wasserstoffwirtschaft zu langsam, zu bürokratisch und kostentreibend.
In einer Zwischenbilanz zur Umsetzung des sogenannten Clean Industrial Deal (CID), den die Kommission vor einem Jahr vorgelegt hatte, mahnt der Nationale Wasserstoffrate (NWR) eine „pragmatischere Regulierung“ an. Die Kommission habe inzwischen einen Teil der Maßnahmen zur Beschleunigung der Dekarbonisierung vorgelegt. Dazu zählt der NWR die Überarbeitung der Richtlinie für die Vergabe öffentlicher Aufträge oder den Vorschlag für „grüne Unternehmensflotten“. Das sei ein Beitrag zur Schaffung von Leitmärkten für grünen Wasserstoff. 

Andere Elemente eines stabilen Regulierungsrahmens, der für den Wasserstoffhochlauf unverzichtbar sei, ließen aber weiter auf sich warten. Dazu gehöre insbesondere mehr Flexibilität bei der Herstellung von grünem Wasserstoff, um die Produktionsmengen zu erhöhen und die Kosten zu senken. Die derzeitigen Vorgaben „führen zu hohen Produktionskosten und bremsen den Markthochlauf“. Das gelte auch für die Umsetzung der sogenannten „Industrieunterquote“ bei der Umsetzung der Richtlinie Erneuerbare Energien (RED III): „Der Rat plädiert dafür, die Quote mit größtmöglicher Flexibilität umzusetzen und eine Umsetzung auf Unternehmensebene definitiv auszuschließen“. Auf europäischer Ebene sei eine „Absenkung des Quotenziels auf ein realistisches Niveau“ notwendig. 

Essentiell sei ein bedarfsgerechter Ausbau der Infrastruktur. Dazu zählten neben dem Kernnetz auch Importterminals, Ammoniak-Cracker und Wasserstoffspeicher sowie ein geregelter Zugang (Third-Party-Access). Gleichzeitig müssten Unternehmen, die auf fossiles Gas angewiesen seien, dieses so lange bezahlbar einzusetzen können, bis „ausreichend Wasserstoff zu wirtschaftlich tragbaren Preisen zur Verfügung steht“. Um die „Kostenlücke“ in der ersten Phase des Hochlaufs zu schließen, empfiehlt der NWR Auktionierungsmodelle und langfristige Wasserstoffbezugsverträge, die staatlich abgesichert werden müssten. 

Ein erfolgreicher Wasserstoffhochlauf sei auf einen funktionierenden Binnenmarkt, regulatorische Klarheit, wettbewerbsfähige Strompreise, eine bedarfsgerechte Infrastruktur und wirksame Instrumente angewiesen, die höheren Kosten gegenüber fossilem Gas ausgleichen. Nur dann werde Wasserstoff seine Rolle als „Schlüsseltechnologie für eine klimaneutrale und wettbewerbsfähige Industrie“ erfüllen können.

Donnerstag, 12.03.2026, 13:20 Uhr
Tom Weingärtner
Energie & Management > Wasserstoff - Wasserstoffrat schlägt Alarm
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Wasserstoffrat schlägt Alarm
Die Umsetzung der europäischen Dekarbonisierungsstrategie ist nach Ansicht der deutschen Wasserstoffwirtschaft zu langsam, zu bürokratisch und kostentreibend.
In einer Zwischenbilanz zur Umsetzung des sogenannten Clean Industrial Deal (CID), den die Kommission vor einem Jahr vorgelegt hatte, mahnt der Nationale Wasserstoffrate (NWR) eine „pragmatischere Regulierung“ an. Die Kommission habe inzwischen einen Teil der Maßnahmen zur Beschleunigung der Dekarbonisierung vorgelegt. Dazu zählt der NWR die Überarbeitung der Richtlinie für die Vergabe öffentlicher Aufträge oder den Vorschlag für „grüne Unternehmensflotten“. Das sei ein Beitrag zur Schaffung von Leitmärkten für grünen Wasserstoff. 

Andere Elemente eines stabilen Regulierungsrahmens, der für den Wasserstoffhochlauf unverzichtbar sei, ließen aber weiter auf sich warten. Dazu gehöre insbesondere mehr Flexibilität bei der Herstellung von grünem Wasserstoff, um die Produktionsmengen zu erhöhen und die Kosten zu senken. Die derzeitigen Vorgaben „führen zu hohen Produktionskosten und bremsen den Markthochlauf“. Das gelte auch für die Umsetzung der sogenannten „Industrieunterquote“ bei der Umsetzung der Richtlinie Erneuerbare Energien (RED III): „Der Rat plädiert dafür, die Quote mit größtmöglicher Flexibilität umzusetzen und eine Umsetzung auf Unternehmensebene definitiv auszuschließen“. Auf europäischer Ebene sei eine „Absenkung des Quotenziels auf ein realistisches Niveau“ notwendig. 

Essentiell sei ein bedarfsgerechter Ausbau der Infrastruktur. Dazu zählten neben dem Kernnetz auch Importterminals, Ammoniak-Cracker und Wasserstoffspeicher sowie ein geregelter Zugang (Third-Party-Access). Gleichzeitig müssten Unternehmen, die auf fossiles Gas angewiesen seien, dieses so lange bezahlbar einzusetzen können, bis „ausreichend Wasserstoff zu wirtschaftlich tragbaren Preisen zur Verfügung steht“. Um die „Kostenlücke“ in der ersten Phase des Hochlaufs zu schließen, empfiehlt der NWR Auktionierungsmodelle und langfristige Wasserstoffbezugsverträge, die staatlich abgesichert werden müssten. 

Ein erfolgreicher Wasserstoffhochlauf sei auf einen funktionierenden Binnenmarkt, regulatorische Klarheit, wettbewerbsfähige Strompreise, eine bedarfsgerechte Infrastruktur und wirksame Instrumente angewiesen, die höheren Kosten gegenüber fossilem Gas ausgleichen. Nur dann werde Wasserstoff seine Rolle als „Schlüsseltechnologie für eine klimaneutrale und wettbewerbsfähige Industrie“ erfüllen können.

Donnerstag, 12.03.2026, 13:20 Uhr
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