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Energie & Management > Vertrieb - Stadtwerke-Patzer kostet Wittens Wärme-Kunden tausende Euro
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Vertrieb

Stadtwerke-Patzer kostet Wittens Wärme-Kunden tausende Euro

Teure Überraschung an der Ruhr: Für gelieferte Fernwärme korrigieren Wittens Stadtwerke ihre Rechnungen. Nachzahlungen gehen in die tausende Euro. Der Versorger räumt einen Fehler ein.
Die Stadtwerke Witten bitten Hunderte Kunden nachträglich zur Kasse. Im kompletten Wärmenetz des Ortsteils Bommern hatte der Versorger die Fernwärmepreise falsch kalkuliert. Jetzt kommen auf Teile der Kundschaft Nachzahlungsforderungen in Höhe von mehr als 1.000 Euro zu. Wie ein Sprecher der Ruhrgebiets-Stadtwerke auf Anfrage dieser Redaktion mitteilt, habe das Unternehmen die Abschläge für 2025 und 2026 zu niedrig angesetzt. Betroffen sind die etwa 850 ans Wärmenetz angeschlossenen Wohneinheiten, die sich in 50 Immobilien mit deren rund 200 Hausanschlüssen befinden.

Örtliche Medien sprechen von Rückständen, die in der Spitze 3.000 Euro betragen können. Der Sprecher ordnet diese als „teils erhebliche Nachzahlungen“ ein. Dass es dazu kommen konnte, schreiben die Stadtwerke einem falsch im Abrechnungssystem hinterlegten Arbeitspreis zu. Der hätte für die beiden Jahre eigentlich bei 17 Cent liegen sollen. Tatsächlich rechneten die Stadtwerke mit 12 Cent je kWh und kalkulierten die Abschlagszahlungen entsprechend zu niedrig.

Wie der Sprecher weiter erklärt, sei der Fehler „tief in den Systemen unseres Dienstleisters entstanden“. Der korrekte Arbeitspreis sei bei einem Wärmetarif nach „Tests und Abnahmen“ in der laufenden Abrechnung fälschlicherweise überschrieben worden. Das sei erst bei einer Routinenachbetrachtung aufgefallen. Den Fehlbetrag in der eigenen Kasse beziffert das Unternehmen mit rund 600.000 Euro. Umgerechnet auf 850 Wohnungen läge die durchschnittliche Nachforderung demnach bei etwas mehr als 700 Euro. Tatsächlich unterscheiden die Außenstände sich aufgrund der unterschiedlichen Abnahmemengen.

Versorger fehlen 600.000 Euro in der Kasse

Die Stadtwerke Witten wollen die Betroffenen, die nun mehr als 1.000 Euro nachzahlen müssen, „aktiv“ ansprechen und über den Fehler in Kenntnis setzen. Parallel dazu sendet der Versorger die Abrechnungen für 2025 aus und passt die Abschläge für 2026 an. Der Sprecher verspricht, dass die Stadtwerke beim Eintreiben der Nachforderungen „sehr im Sinne des Kunden handeln“ wollen. Dazu zähle, den Menschen zinslose Ratenzahlungen über einen längeren Zeitraum zu ermöglichen, auch „weit über die Jahresgrenze“ hinaus.

Ein solcher Fehler sei nicht schönzureden, heißt es von den Stadtwerken weiter. „Ein fehlerhafter Preisschlüssel im System darf nicht vorkommen“, so der Sprecher. Damit er sich nicht wiederholt, überprüft das Unternehmen die Abläufe und will zum Beispiel ein Vier-Augen-Prinzip bei Massenänderungen einführen. Bei Umstellungen soll ein automatisiertes Protokoll greifen, ferner verstärkt der Versorger das Monitoring bei den Abschlagsplänen. Außerdem soll es mit Dienstleistern „klarere Schnittstellenvereinbarungen“ geben.

Einem möglichen Vertrauensverlust bei der Kundschaft hofft das Unternehmen wirksam begegnen zu können. Der Sprecher verweist auf die „transparente Kommunikation, individuelle Ansprache der Betroffenen und Kulanzlösungen wie Ratenvereinbarungen“. Bislang hält sich der Unmut der Menschen in Bommern offenbar in Grenzen. Aktuell gingen aber auch zunächst die ersten Neuberechnungen in den Haushalten ein. Die Stadtwerke bemerkten daher im Moment eher, dass die Betroffenen „den offenen und transparenten Umgang mit dem Fehler“ anerkennen.

Mittwoch, 13.05.2026, 15:23 Uhr
Volker Stephan
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Stadtwerke-Patzer kostet Wittens Wärme-Kunden tausende Euro
Teure Überraschung an der Ruhr: Für gelieferte Fernwärme korrigieren Wittens Stadtwerke ihre Rechnungen. Nachzahlungen gehen in die tausende Euro. Der Versorger räumt einen Fehler ein.
Die Stadtwerke Witten bitten Hunderte Kunden nachträglich zur Kasse. Im kompletten Wärmenetz des Ortsteils Bommern hatte der Versorger die Fernwärmepreise falsch kalkuliert. Jetzt kommen auf Teile der Kundschaft Nachzahlungsforderungen in Höhe von mehr als 1.000 Euro zu. Wie ein Sprecher der Ruhrgebiets-Stadtwerke auf Anfrage dieser Redaktion mitteilt, habe das Unternehmen die Abschläge für 2025 und 2026 zu niedrig angesetzt. Betroffen sind die etwa 850 ans Wärmenetz angeschlossenen Wohneinheiten, die sich in 50 Immobilien mit deren rund 200 Hausanschlüssen befinden.

Örtliche Medien sprechen von Rückständen, die in der Spitze 3.000 Euro betragen können. Der Sprecher ordnet diese als „teils erhebliche Nachzahlungen“ ein. Dass es dazu kommen konnte, schreiben die Stadtwerke einem falsch im Abrechnungssystem hinterlegten Arbeitspreis zu. Der hätte für die beiden Jahre eigentlich bei 17 Cent liegen sollen. Tatsächlich rechneten die Stadtwerke mit 12 Cent je kWh und kalkulierten die Abschlagszahlungen entsprechend zu niedrig.

Wie der Sprecher weiter erklärt, sei der Fehler „tief in den Systemen unseres Dienstleisters entstanden“. Der korrekte Arbeitspreis sei bei einem Wärmetarif nach „Tests und Abnahmen“ in der laufenden Abrechnung fälschlicherweise überschrieben worden. Das sei erst bei einer Routinenachbetrachtung aufgefallen. Den Fehlbetrag in der eigenen Kasse beziffert das Unternehmen mit rund 600.000 Euro. Umgerechnet auf 850 Wohnungen läge die durchschnittliche Nachforderung demnach bei etwas mehr als 700 Euro. Tatsächlich unterscheiden die Außenstände sich aufgrund der unterschiedlichen Abnahmemengen.

Versorger fehlen 600.000 Euro in der Kasse

Die Stadtwerke Witten wollen die Betroffenen, die nun mehr als 1.000 Euro nachzahlen müssen, „aktiv“ ansprechen und über den Fehler in Kenntnis setzen. Parallel dazu sendet der Versorger die Abrechnungen für 2025 aus und passt die Abschläge für 2026 an. Der Sprecher verspricht, dass die Stadtwerke beim Eintreiben der Nachforderungen „sehr im Sinne des Kunden handeln“ wollen. Dazu zähle, den Menschen zinslose Ratenzahlungen über einen längeren Zeitraum zu ermöglichen, auch „weit über die Jahresgrenze“ hinaus.

Ein solcher Fehler sei nicht schönzureden, heißt es von den Stadtwerken weiter. „Ein fehlerhafter Preisschlüssel im System darf nicht vorkommen“, so der Sprecher. Damit er sich nicht wiederholt, überprüft das Unternehmen die Abläufe und will zum Beispiel ein Vier-Augen-Prinzip bei Massenänderungen einführen. Bei Umstellungen soll ein automatisiertes Protokoll greifen, ferner verstärkt der Versorger das Monitoring bei den Abschlagsplänen. Außerdem soll es mit Dienstleistern „klarere Schnittstellenvereinbarungen“ geben.

Einem möglichen Vertrauensverlust bei der Kundschaft hofft das Unternehmen wirksam begegnen zu können. Der Sprecher verweist auf die „transparente Kommunikation, individuelle Ansprache der Betroffenen und Kulanzlösungen wie Ratenvereinbarungen“. Bislang hält sich der Unmut der Menschen in Bommern offenbar in Grenzen. Aktuell gingen aber auch zunächst die ersten Neuberechnungen in den Haushalten ein. Die Stadtwerke bemerkten daher im Moment eher, dass die Betroffenen „den offenen und transparenten Umgang mit dem Fehler“ anerkennen.

Mittwoch, 13.05.2026, 15:23 Uhr
Volker Stephan

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