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Energie & Management > Politik - Schwache Konjunktur durch Energiepreisschock
Bundeswirtschaftsministerin Katherína Reiche präsentiert die Frühjahrsprojektion. Quelle: Susanne Harmsen
Politik

Schwache Konjunktur durch Energiepreisschock

Die Bundesregierung erwartet für 2026 nur noch ein geringes Wachstum. Vor allem steigende Energiepreise infolge geopolitischer Konflikte belasten Wirtschaft und Haushalte.
Die Bundesregierung hat ihre Konjunkturerwartungen in ihrer Frühjahrsprojektion am 22. April nach unten korrigiert. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) rechnet die Regierung für das laufende Jahr nur noch mit einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent. Zu Jahresbeginn hatte die Entwicklung noch günstiger gewirkt.

Auslöser für die schwächere Prognose sind laut BMWE vor allem gestiegene Energie- und Rohstoffpreise infolge geopolitischer Spannungen. Insbesondere der Konflikt im Nahen Osten und die eingeschränkte Passage durch die Straße von Hormus hätten zu Engpässen geführt. Diese Entwicklung treffe sowohl Unternehmen als auch private Haushalte in Deutschland.

Energiepreise belasten Konjunktur

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erklärte, der Krieg im Iran habe die Preise für Energie und Rohstoffe deutlich steigen lassen. „Das belastet die privaten Haushalte und erhöht die Kosten für die deutsche Wirtschaft“, sagte Reiche vor Journalisten in Berlin. Die erwartete wirtschaftliche Erholung werde dadurch erneut gebremst. Für das Jahr 2027 prognostiziert die Bundesregierung ein moderates Wachstum von 0,9 Prozent. Die Inflationsrate sieht das BMWE bei 2,7 Prozent für 2026 und 2,8 Prozent für 2027. 

Voraussetzung für diese Entwicklung ist laut Ministerium eine Entspannung der geopolitischen Lage im weiteren Jahresverlauf. Die Energiepreisentwicklung bleibe ein zentraler Unsicherheitsfaktor für die wirtschaftliche Perspektive. Erstmals ergänzt die Bundesregierung ihre Projektion deshalb um alternative Szenarien, die unterschiedliche Entwicklungen der Energiepreise berücksichtigen. Diese Simulationen sollen die Bandbreite möglicher wirtschaftlicher Verläufe abbilden.

Neben den Energiepreisen belasten auch strukturelle Faktoren die Konjunktur. Laut BMWE wirkt sich eine schwache Exportentwicklung dämpfend aus, unter anderem wegen sinkender Wettbewerbsfähigkeit und zunehmender Handelshemmnisse. Protektionistische Maßnahmen und eine stärkere Fragmentierung des Welthandels verschärfen diese Entwicklung.
 
Anteil der Energiekosten an der Inflation.
(Für Vollbild auf die Grafik klicken)
Quelle: BMWE-Fruehjahrsprojektion 2026

Entlastungsmaßnahmen der Regierung

Die Binnennachfrage bleibt hingegen eine wichtige Stütze der Wirtschaft. Trotz Kaufkraftverlusten infolge höherer Energiepreise stabilisiert der private Konsum die Entwicklung. Steigende Realeinkommen tragen laut Bundesregierung dazu bei, die Nachfrage aufrechtzuerhalten.

Kurzfristig reagiert die Bundesregierung mit energiepolitischen Entlastungsmaßnahmen. Reiche verwies auf ein Kraftstoffmaßnahmenpaket sowie ein Energie-Sofortprogramm, mit denen Haushalte und Unternehmen unterstützt werden sollen. Diese Instrumente könnten die Belastungen abfedern, griffen jedoch nicht bei den strukturellen Ursachen, so die Ministerin.

Die Regierung setze auf weitere staatliche Impulse: Öffentliche Ausgaben, insbesondere für Infrastruktur und Verteidigung, sollen zur wirtschaftlichen Belebung beitragen. Auch die Bruttoanlageinvestitionen dürften durch fiskalische Maßnahmen angeregt werden.

Reformbedarf angehen

Langfristig sieht die Bundesregierung vor allem Reformbedarf bei den Energiekosten. Reiche betonte, dass eine wettbewerbsfähige Wirtschaft niedrigere Energiepreise sowie Entlastungen bei Steuern und Abgaben benötige. Auch den Abbau von Bürokratie versprach sie als Voraussetzung für mehr Investitionen.

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung hängt nach Einschätzung des Ministeriums maßgeblich vom Verlauf der geopolitischen Konflikte und deren Auswirkungen auf die Energiemärkte ab. Entsprechend bleibt die Prognose mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.

Mittwoch, 22.04.2026, 16:11 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Politik - Schwache Konjunktur durch Energiepreisschock
Bundeswirtschaftsministerin Katherína Reiche präsentiert die Frühjahrsprojektion. Quelle: Susanne Harmsen
Politik
Schwache Konjunktur durch Energiepreisschock
Die Bundesregierung erwartet für 2026 nur noch ein geringes Wachstum. Vor allem steigende Energiepreise infolge geopolitischer Konflikte belasten Wirtschaft und Haushalte.
Die Bundesregierung hat ihre Konjunkturerwartungen in ihrer Frühjahrsprojektion am 22. April nach unten korrigiert. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) rechnet die Regierung für das laufende Jahr nur noch mit einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent. Zu Jahresbeginn hatte die Entwicklung noch günstiger gewirkt.

Auslöser für die schwächere Prognose sind laut BMWE vor allem gestiegene Energie- und Rohstoffpreise infolge geopolitischer Spannungen. Insbesondere der Konflikt im Nahen Osten und die eingeschränkte Passage durch die Straße von Hormus hätten zu Engpässen geführt. Diese Entwicklung treffe sowohl Unternehmen als auch private Haushalte in Deutschland.

Energiepreise belasten Konjunktur

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erklärte, der Krieg im Iran habe die Preise für Energie und Rohstoffe deutlich steigen lassen. „Das belastet die privaten Haushalte und erhöht die Kosten für die deutsche Wirtschaft“, sagte Reiche vor Journalisten in Berlin. Die erwartete wirtschaftliche Erholung werde dadurch erneut gebremst. Für das Jahr 2027 prognostiziert die Bundesregierung ein moderates Wachstum von 0,9 Prozent. Die Inflationsrate sieht das BMWE bei 2,7 Prozent für 2026 und 2,8 Prozent für 2027. 

Voraussetzung für diese Entwicklung ist laut Ministerium eine Entspannung der geopolitischen Lage im weiteren Jahresverlauf. Die Energiepreisentwicklung bleibe ein zentraler Unsicherheitsfaktor für die wirtschaftliche Perspektive. Erstmals ergänzt die Bundesregierung ihre Projektion deshalb um alternative Szenarien, die unterschiedliche Entwicklungen der Energiepreise berücksichtigen. Diese Simulationen sollen die Bandbreite möglicher wirtschaftlicher Verläufe abbilden.

Neben den Energiepreisen belasten auch strukturelle Faktoren die Konjunktur. Laut BMWE wirkt sich eine schwache Exportentwicklung dämpfend aus, unter anderem wegen sinkender Wettbewerbsfähigkeit und zunehmender Handelshemmnisse. Protektionistische Maßnahmen und eine stärkere Fragmentierung des Welthandels verschärfen diese Entwicklung.
 
Anteil der Energiekosten an der Inflation.
(Für Vollbild auf die Grafik klicken)
Quelle: BMWE-Fruehjahrsprojektion 2026

Entlastungsmaßnahmen der Regierung

Die Binnennachfrage bleibt hingegen eine wichtige Stütze der Wirtschaft. Trotz Kaufkraftverlusten infolge höherer Energiepreise stabilisiert der private Konsum die Entwicklung. Steigende Realeinkommen tragen laut Bundesregierung dazu bei, die Nachfrage aufrechtzuerhalten.

Kurzfristig reagiert die Bundesregierung mit energiepolitischen Entlastungsmaßnahmen. Reiche verwies auf ein Kraftstoffmaßnahmenpaket sowie ein Energie-Sofortprogramm, mit denen Haushalte und Unternehmen unterstützt werden sollen. Diese Instrumente könnten die Belastungen abfedern, griffen jedoch nicht bei den strukturellen Ursachen, so die Ministerin.

Die Regierung setze auf weitere staatliche Impulse: Öffentliche Ausgaben, insbesondere für Infrastruktur und Verteidigung, sollen zur wirtschaftlichen Belebung beitragen. Auch die Bruttoanlageinvestitionen dürften durch fiskalische Maßnahmen angeregt werden.

Reformbedarf angehen

Langfristig sieht die Bundesregierung vor allem Reformbedarf bei den Energiekosten. Reiche betonte, dass eine wettbewerbsfähige Wirtschaft niedrigere Energiepreise sowie Entlastungen bei Steuern und Abgaben benötige. Auch den Abbau von Bürokratie versprach sie als Voraussetzung für mehr Investitionen.

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung hängt nach Einschätzung des Ministeriums maßgeblich vom Verlauf der geopolitischen Konflikte und deren Auswirkungen auf die Energiemärkte ab. Entsprechend bleibt die Prognose mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.

Mittwoch, 22.04.2026, 16:11 Uhr
Susanne Harmsen

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