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Energie & Management > Aus Der Akuellen Ausgabe - Sagen Sie mal: Karin Thelen
Quelle: E&M
Aus Der Akuellen Ausgabe

Sagen Sie mal: Karin Thelen

In der E&M-Rubrik „Sagen Sie mal“ stellen wir ein paar kurze Fragen und bitten um kurze Antworten zu einem aktuellen Thema.
Frau Thelen, die Stadtwerke München haben mit ‚Max II‘ ihr bislang größtes Mieterstromprojekt umgesetzt. Welche Bedeutung hat das Projekt mit 71 Solaranlagen und 2,1 MW Leistung für die urbane Energiewende in München?
 
Als Treiber der Energiewende setzen wir auf geeignete Standorte in Europa, in Deutschland, vor allem aber in München und der Region. Allein hier betreiben wir schon mehr als 400 Aufdach-PV-Anlagen mit einer Leistung von rund 16 MW. Mit ‚Max II‘ erweitern wir unser PV-Portfolio deutlich. Es ist das erste Projekt, das im Rahmen einer engen Kooperation mit der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Münchner Wohnen entstanden ist. Diese bringt mit ihrem Immobilienbestand ein großes Potenzial an Dachflächen in die Partnerschaft ein.

Denn gerade im urbanen Raum wird es immer schwieriger, geeignete Dachflächen mit einer möglichst einfachen Eigentümerstruktur zu finden. Durch die Kooperation können wir den PV-Ausbau in München gezielt voranbringen – im Bestand ebenso wie mit Blick auf neue Bauvorhaben – und ermöglichen den Mietern die aktive Teilhabe an der Energiewende durch Ökostrom vom eigenen Dach.

Rund 1.000 Haushalte können bei ‚Max II‘ den Solarstrom direkt vom eigenen Dach beziehen. Wie stark steigt die Nachfrage nach Mieterstrommodellen in Mehrfamilienhäusern?

Die derzeit größte Dynamik sehen wir im Neubau. Hier besteht eine hohe Nachfrage nach Mieterstrommodellen, die von Anfang an ganzheitlich gedacht sind und PV mit weiteren Sektoren wie Wärme und Elektromobilität verbinden. Die Wohnungswirtschaft sucht integrierte Lösungen, bei denen Planung, Umsetzung, Investition und Betrieb aus einer Hand erfolgen. Dafür bauen wir dieses Angebot kontinuierlich weiter aus.

Im Bestand betrachten wir im Rahmen unserer Energiepartnerschaften den gesamten Immobilienbestand unserer Kunden. Auch hier setzen wir Mieterstromprojekte um, sowohl im Zuge von Dachsanierungen als auch bei der Nachrüstung bestehender Dächer wie bei ‚Max II‘. Nicht nur bei klassischen Mehrfamilienhäusern gibt es eine hohe Nachfrage, sondern auch bei Kindergärten, Altenheimen, Schulen und Sportvereinen. Auch hier realisieren wir Projekte im Neubau und Bestand.

Mit der Wohnungsbaugesellschaft Münchner Wohnen planen Sie bereits weitere Projekte für mehr als 5.000 Wohnungen. Welche Voraussetzungen müssen Gebäude erfüllen, damit solche Mieterstromprojekte wirtschaftlich funktionieren?

Zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Mieterstromprojekte ist die technische Eignung der Gebäude, also etwa deren Dachfläche, Tragfähigkeit und Sanierungsstand. Ist sie nicht gegeben, kann es sinnvoll sein, die Photovoltaik im Rahmen geplanter Sanierungsmaßnahmen mit umzusetzen.
Im Bestand sind Areallösungen effektiv: Mehrere Gebäude werden gebündelt betrachtet und mit PV ausgestattet. Im Neubau sind klare technische Schnittstellen, eine hohe Zahl von Wohneinheiten sowie die frühe Integration der Energielösungen entscheidend.

Weiterer Erfolgsfaktor ist die Unterstützung der Eigentümer bei der Mieterstromakquise. Unsere Zusammenarbeit mit der Münchner Wohnen ist hierfür ein Paradebeispiel. Immer relevanter werden Batteriespeicher, insbesondere mit Blick auf regulatorische Änderungen wie im EEG 2027; entsprechende Flächen sollten frühzeitig mitgedacht werden. Mieterstrom ist kein Selbstläufer. Entscheidend ist, die Ausgangslage richtig zu bewerten und eine passende Lösung abzuleiten. 
 
Karin Thelen ist Geschäftsführerin Regionale Energiewende der Stadtwerke München
Quelle: Stadtwerke München / Stefanie Aumiller

Mittwoch, 3.06.2026, 08:55 Uhr
Davina Spohn
Energie & Management > Aus Der Akuellen Ausgabe - Sagen Sie mal: Karin Thelen
Quelle: E&M
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Sagen Sie mal: Karin Thelen
In der E&M-Rubrik „Sagen Sie mal“ stellen wir ein paar kurze Fragen und bitten um kurze Antworten zu einem aktuellen Thema.
Frau Thelen, die Stadtwerke München haben mit ‚Max II‘ ihr bislang größtes Mieterstromprojekt umgesetzt. Welche Bedeutung hat das Projekt mit 71 Solaranlagen und 2,1 MW Leistung für die urbane Energiewende in München?
 
Als Treiber der Energiewende setzen wir auf geeignete Standorte in Europa, in Deutschland, vor allem aber in München und der Region. Allein hier betreiben wir schon mehr als 400 Aufdach-PV-Anlagen mit einer Leistung von rund 16 MW. Mit ‚Max II‘ erweitern wir unser PV-Portfolio deutlich. Es ist das erste Projekt, das im Rahmen einer engen Kooperation mit der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Münchner Wohnen entstanden ist. Diese bringt mit ihrem Immobilienbestand ein großes Potenzial an Dachflächen in die Partnerschaft ein.

Denn gerade im urbanen Raum wird es immer schwieriger, geeignete Dachflächen mit einer möglichst einfachen Eigentümerstruktur zu finden. Durch die Kooperation können wir den PV-Ausbau in München gezielt voranbringen – im Bestand ebenso wie mit Blick auf neue Bauvorhaben – und ermöglichen den Mietern die aktive Teilhabe an der Energiewende durch Ökostrom vom eigenen Dach.

Rund 1.000 Haushalte können bei ‚Max II‘ den Solarstrom direkt vom eigenen Dach beziehen. Wie stark steigt die Nachfrage nach Mieterstrommodellen in Mehrfamilienhäusern?

Die derzeit größte Dynamik sehen wir im Neubau. Hier besteht eine hohe Nachfrage nach Mieterstrommodellen, die von Anfang an ganzheitlich gedacht sind und PV mit weiteren Sektoren wie Wärme und Elektromobilität verbinden. Die Wohnungswirtschaft sucht integrierte Lösungen, bei denen Planung, Umsetzung, Investition und Betrieb aus einer Hand erfolgen. Dafür bauen wir dieses Angebot kontinuierlich weiter aus.

Im Bestand betrachten wir im Rahmen unserer Energiepartnerschaften den gesamten Immobilienbestand unserer Kunden. Auch hier setzen wir Mieterstromprojekte um, sowohl im Zuge von Dachsanierungen als auch bei der Nachrüstung bestehender Dächer wie bei ‚Max II‘. Nicht nur bei klassischen Mehrfamilienhäusern gibt es eine hohe Nachfrage, sondern auch bei Kindergärten, Altenheimen, Schulen und Sportvereinen. Auch hier realisieren wir Projekte im Neubau und Bestand.

Mit der Wohnungsbaugesellschaft Münchner Wohnen planen Sie bereits weitere Projekte für mehr als 5.000 Wohnungen. Welche Voraussetzungen müssen Gebäude erfüllen, damit solche Mieterstromprojekte wirtschaftlich funktionieren?

Zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Mieterstromprojekte ist die technische Eignung der Gebäude, also etwa deren Dachfläche, Tragfähigkeit und Sanierungsstand. Ist sie nicht gegeben, kann es sinnvoll sein, die Photovoltaik im Rahmen geplanter Sanierungsmaßnahmen mit umzusetzen.
Im Bestand sind Areallösungen effektiv: Mehrere Gebäude werden gebündelt betrachtet und mit PV ausgestattet. Im Neubau sind klare technische Schnittstellen, eine hohe Zahl von Wohneinheiten sowie die frühe Integration der Energielösungen entscheidend.

Weiterer Erfolgsfaktor ist die Unterstützung der Eigentümer bei der Mieterstromakquise. Unsere Zusammenarbeit mit der Münchner Wohnen ist hierfür ein Paradebeispiel. Immer relevanter werden Batteriespeicher, insbesondere mit Blick auf regulatorische Änderungen wie im EEG 2027; entsprechende Flächen sollten frühzeitig mitgedacht werden. Mieterstrom ist kein Selbstläufer. Entscheidend ist, die Ausgangslage richtig zu bewerten und eine passende Lösung abzuleiten. 
 
Karin Thelen ist Geschäftsführerin Regionale Energiewende der Stadtwerke München
Quelle: Stadtwerke München / Stefanie Aumiller

Mittwoch, 3.06.2026, 08:55 Uhr
Davina Spohn

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