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Energie & Management > Speculantius - Möglicher Gasengpass rückt wieder stärker in den Fokus
Quelle: OpenAI/KI-generierte Abbildung
Speculantius

Möglicher Gasengpass rückt wieder stärker in den Fokus

In der Rubrik „Speculantius“ veröffentlicht die Redaktion für den Markt relevante Gerüchte, Meinungen und unbestätigte Berichte.
Die Sorge vor einer angespannten Gasversorgung im kommenden Winter ist wieder zurück. Nach einem Bericht des Handelsblatts hat der Netzbetreiber Westnetz seine größeren Gaskunden aufgefordert, Ansprechpartner für einen möglichen Krisenfall zu benennen. Wie die Zeitung berichtet, hat die Eon-Tochter eine E-Mail an ihre größeren Gaskunden verschickt. Betroffen sind demnach Kunden mit registrierender Leistungsmessung (RLM).

In dem Schreiben fordert Westnetz die Unternehmen auf, die Kontaktdaten eines Ansprechpartners zu aktualisieren, der im Krisenfall kurzfristig erreichbar ist. Als Grund nennt der Netzbetreiber mögliche Versorgungsengpässe. „Durch die Verkettung witterungsbedingter, wirtschaftlicher, politischer und weiterer unvorhersehbarer Faktoren“ könnten bei der Gasversorgung „Engpässe eintreten“, zitiert das Handelsblatt aus der E-Mail.

Das Schreiben ist allerdings keine grundsätzlich neue Maßnahme. Ein Westnetz-Sprecher erklärte dieser Redaktion, dass es sich um eine Routinemaßnahme handle. Das Unternehmen habe bis einschließlich 2024 jährlich entsprechende Schreiben verschickt habe. 2025 habe Westnetz darauf verzichtet. Hintergrund war, dass die seit Beginn des Ukraine-Krieges geltende Alarmstufe des Notfallplans Gas aufgehoben worden war. Nun fragt Westnetz die Kontaktdaten seiner Kunden wieder ab.

Erinnerungen werden wach

Der Vorgang erinnert damit an die Energiekrise 2022. Damals hatten sich Netzbetreiber auf den Fall vorbereitet, dass der Gasverbrauch bei einer Mangellage reduziert werden muss. Westnetz kann bei einer Engpasssituation von nicht geschützten Kunden kurzfristig eine Absenkung des Erdgasbezugs verlangen oder diese vorübergehend abschalten. Haushaltskunden und andere geschützte Verbraucher genießen dagegen einen besonderen Schutz.

Laut Handelsblatt wächst auch bei Industrieunternehmen die Aufmerksamkeit für die Versorgungslage. Der Chemiekonzern Covestro erklärte, man sehe als Industrieunternehmen „ein gewisses Risiko für die Gasversorgung über den Winter“. Unternehmen ließen dem Bericht zufolge zudem von Juristen prüfen, wie sie im Fall einer Mangellage ihre Bedeutung für die Versorgung geschützter Kunden belegen können. (sag)

Freitag, 11.09.2026, 12:51 Uhr
Stefan Sagmeister
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Die Sorge vor einer angespannten Gasversorgung im kommenden Winter ist wieder zurück. Nach einem Bericht des Handelsblatts hat der Netzbetreiber Westnetz seine größeren Gaskunden aufgefordert, Ansprechpartner für einen möglichen Krisenfall zu benennen. Wie die Zeitung berichtet, hat die Eon-Tochter eine E-Mail an ihre größeren Gaskunden verschickt. Betroffen sind demnach Kunden mit registrierender Leistungsmessung (RLM).

In dem Schreiben fordert Westnetz die Unternehmen auf, die Kontaktdaten eines Ansprechpartners zu aktualisieren, der im Krisenfall kurzfristig erreichbar ist. Als Grund nennt der Netzbetreiber mögliche Versorgungsengpässe. „Durch die Verkettung witterungsbedingter, wirtschaftlicher, politischer und weiterer unvorhersehbarer Faktoren“ könnten bei der Gasversorgung „Engpässe eintreten“, zitiert das Handelsblatt aus der E-Mail.

Das Schreiben ist allerdings keine grundsätzlich neue Maßnahme. Ein Westnetz-Sprecher erklärte dieser Redaktion, dass es sich um eine Routinemaßnahme handle. Das Unternehmen habe bis einschließlich 2024 jährlich entsprechende Schreiben verschickt habe. 2025 habe Westnetz darauf verzichtet. Hintergrund war, dass die seit Beginn des Ukraine-Krieges geltende Alarmstufe des Notfallplans Gas aufgehoben worden war. Nun fragt Westnetz die Kontaktdaten seiner Kunden wieder ab.

Erinnerungen werden wach

Der Vorgang erinnert damit an die Energiekrise 2022. Damals hatten sich Netzbetreiber auf den Fall vorbereitet, dass der Gasverbrauch bei einer Mangellage reduziert werden muss. Westnetz kann bei einer Engpasssituation von nicht geschützten Kunden kurzfristig eine Absenkung des Erdgasbezugs verlangen oder diese vorübergehend abschalten. Haushaltskunden und andere geschützte Verbraucher genießen dagegen einen besonderen Schutz.

Laut Handelsblatt wächst auch bei Industrieunternehmen die Aufmerksamkeit für die Versorgungslage. Der Chemiekonzern Covestro erklärte, man sehe als Industrieunternehmen „ein gewisses Risiko für die Gasversorgung über den Winter“. Unternehmen ließen dem Bericht zufolge zudem von Juristen prüfen, wie sie im Fall einer Mangellage ihre Bedeutung für die Versorgung geschützter Kunden belegen können. (sag)

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