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Mehrere Stadtwerke erhöhen zum Oktober die Erdgaspreise für Bestandskunden. Das Vergleichsportal Verivox rechnet mit einer kräftigen Preiswelle zum Jahreswechsel.
Die Folgen des Irankriegs erreichen die Preiskalkulation von Erdgasvertrieben. Als einer der ersten Versorger haben nun die Stadtwerke Karlsruhe einen Aufschlag zum 1. Oktober angekündigt. In der Grundversorgung steigt der Arbeitspreis um 2,26 Cent/kWh brutto (1,90 Cent/kWh netto). Der Grundpreis bleibt unverändert, teilt das Unternehmen mit. Bestandskunden im Tarif Basisgas zahlen in Karlsruhe aktuell für die Kilowattstunde einen Arbeitspreis von brutto 11,44 Cent (ab einem Jahresverbrauch von 5.296 bis 81.000 kWh). Der Grundpreis beträgt 16,07 Euro pro Monat.
Zur Begründung verweisen die Stadtwerke auf die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und damit verbundene Risiken für wichtige Energietransportwege, die niedrigeren Gasspeicherstände in Europa und die weltweit hohe Nachfrage nach Flüssigerdgas (LNG). „Das länger anhaltende höhere Preisniveau wirkt sich inzwischen jedoch auch auf unsere Beschaffungskosten aus“, schreibt das kommunale Unternehmen.
Ähnlich der Preisaufschlag in Schwäbisch Hall. „In der Erdgas-Grundversorgung steigt der Brutto-Verbrauchspreis je nach Jahresverbrauch um rund 1,75 bis 2,16 Cent pro Kilowattstunde“, teilen die dortigen Stadtwerke mit. Im Tarif Premium Erdgas Plus kommen „rund 1,39 bis 1,63 Cent pro Kilowattstunde“ obendrauf. Die Grundpreise ändern sich in beiden Tarifen nicht. Erdgas in der Grundversorgung kostet derzeit brutto 12,29 Cent/kWh (Jahresverbrauch von 40.001 bis 70.000 kWh). Der Grundpreis liegt bei 15,47 Euro pro Monat.
Teurer wird es auch für Bestandskunden in Neckargemünd. Zum April hatte der lokale Versorger den Arbeitspreis in der Grundversorgung gesenkt. Die vorausschauende Beschaffungsstrategie habe die jüngsten geopolitisch bedingten Entwicklungen an den Beschaffungsmärkten aber nur teilweise auffangen können. „Bei einem Jahresverbrauch von 18.000 Kilowattstunden erhöht sich der Arbeitspreis nun zum 1. Oktober um 0,94 Cent/kWh brutto von 13,80 auf 14,74 Cent/kWh“, schreiben die Stadtwerke auf ihrer Website.
„Lage zurzeit ruhig“
Nach Angaben von Verivox halten die allermeisten Versorger die Füße noch still. „Bei der Gasgrundversorgung ist die Lage zurzeit ruhig“, sagt ein Sprecher des Vergleichsportals gegenüber der Redaktion. Insgesamt zähle man zum Oktober fünf Preiserhöhungen. Und es handle sich um kleinere Stadtwerke. Im Schnitt betrage der Preisanstieg 5,5 Prozent, so der Verivox-Sprecher. Doch das scheint nur der Anfang der Entwicklung. „Wir rechnen mit einem deutlichen Anstieg zum Jahreswechsel.“
Wie für 2027 kalkuliert wird, zeigt etwa ein Blick nach Halle. Wie das Portal „Du bist Halle“ meldet, müssen sich Verbraucher dort ab 1. Januar auf kräftige Preiserhöhungen einstellen. Die Energieversorgung Halle (EVH) prüfe derzeit, „günstigere Gasreserven aus früheren Einkaufskontingenten vorzeitig einzusetzen“, heißt es. Ziel sei es, den Preisanstieg unter der Marke von 30 Prozent zu halten.
Die günstigsten Neukunden-Angebote im bundesweiten Mittel bei Verträgen mit Preisgarantie liegen laut Verivox aktuell bei 12 Cent/kWh (Jahresverbrauch: 20.000 kWh). Im Sommer habe dieser Wert bei 9,2 Cent gelegen, im April, als der Irankrieg auf einen Höhepunkt zusteuerte, bei knapp 11 Cent/kWh.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft beziffert den durchschnittlichen Erdgaspreis für Haushalte mit 20.000 kWh in seiner September-Analyse auf 13,0 Cent/kWh. Das ist der höchste Wert seit April 2023. Damals galten die Preisbremsen der Bundesregierung. Die Gaspreisbremse begrenzte den Preis für 80 Prozent des prognostizierten Jahresverbrauchs auf 12 Cent/kWh. Die Regelung lief Ende 2023 aus. (mf)
Freitag, 11.09.2026, 17:09 Uhr
Manfred Fischer
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