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Energie & Management > Photovoltaik - EnBW-Studie analysiert Chancen der Kreislaufwirtschaft
Dach-PV-Anlage. Quelle: Pixabay / cverkest
Photovoltaik

EnBW-Studie analysiert Chancen der Kreislaufwirtschaft

Eine Fallstudie von EnBW und Deloitte sieht wirtschaftliche Potenziale der Kreislaufwirtschaft in der Photovoltaik. Besonders Reparatur und Wiederverwendung könnten Kosten reduzieren.
Kreislaufwirtschaft in der Photovoltaik kann nach Einschätzung von EnBW und Deloitte nicht nur Ressourcen schonen, sondern bereits heute wirtschaftliche Vorteile für Energieunternehmen bringen. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Fallstudie der beiden Unternehmen, die die Wertschöpfungskette von Photovoltaikanlagen untersucht hat. Im Mittelpunkt stehen dabei Reparatur, Wiederverwendung und Recycling von Komponenten.

Den Studienautoren zufolge geht Kreislaufwirtschaft deutlich über das klassische Recycling hinaus. Ziel müsse es sein, Produkte und Materialien möglichst lange im Wirtschaftskreislauf zu halten und dadurch Abfallmengen, Kosten sowie die Abhängigkeit von Primärrohstoffen zu verringern. Vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Risiken und steigender Rohstoffabhängigkeiten gewinne dieser Ansatz zusätzlich an Bedeutung.

Die Untersuchung identifiziert mehrere Maßnahmen, die sich nach Einschätzung der Verfasser bereits kurzfristig und mit überschaubarem Aufwand umsetzen lassen. So könnten beschädigte Photovoltaikmodule aus Bau und Betrieb an spezialisierte Dienstleister zur Wiederaufbereitung oder zum hochwertigen Recycling weitergegeben werden. Erste Praxistests hätten gezeigt, dass dies kostenneutral möglich sei und teilweise sogar Erlöse generiere. Auch die Reparatur und Wiederverwendung von Wechselrichtern und Modulen könne die Betriebskosten senken und die Nutzungsdauer der Anlagen verlängern.

Chancen duch den Rückbau großer PV-Parks 

Lothar Rieth, Leiter Nachhaltigkeit bei EnBW, erklärte, Kreislaufwirtschaft werde im Unternehmen nicht als abstraktes Nachhaltigkeitsthema betrachtet, sondern als betriebswirtschaftliche Herausforderung. Die Studie zeige, dass in diesem Bereich ein erhebliches Potenzial für die Energiewirtschaft liege. Der Fokus verschiebe sich zunehmend von grundsätzlichen Konzepten hin zu konkreten operativen Maßnahmen.

Größere wirtschaftliche Chancen sehen die Autoren allerdings mittel- und langfristig. Mit dem erwarteten Rückbau der ersten großen Photovoltaik-Parks ab etwa 2035 würden erhebliche Mengen an Sekundärrohstoffen wie Stahl, Aluminium, Kupfer und Silizium verfügbar.

Unternehmen, die früh Erfahrungen mit Reparatur-, Wiederverwendungs- und Recyclingverfahren sammeln, könnten sich in entstehenden Märkten für Sekundärmaterialien positionieren und von steigenden Rohstoffpreisen profitieren. Voraussetzung sei jedoch, Materialkreisläufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette neu zu organisieren und Kooperationen mit Dienstleistern sowie weiteren Marktpartnern aufzubauen.

Die Studie weist zugleich darauf hin, dass einzelne Unternehmen die Transformation nicht allein bewältigen können. Erforderlich seien branchenweite Initiativen, neue Geschäftsmodelle für Sekundärrohstoffe und geeignete politische Rahmenbedingungen. Dazu zählten unter anderem die Förderung von Recyclingkapazitäten, einheitliche Standards und mehr Transparenz in den Lieferketten.

Deloitte-Partner Matthias Schmidt betonte, dass sich die Vorteile der Kreislaufwirtschaft bereits dort zeigten, wo Unternehmen direkten Einfluss auf ihre Prozesse hätten. Um geschlossene Materialkreisläufe zu etablieren, müssten jedoch Märkte geschaffen, Technologien weiterentwickelt und Standards harmonisiert werden. Unternehmen sollten deshalb nicht auf regulatorische Vorgaben warten, sondern frühzeitig Erfahrungen sammeln und ihre Geschäftsmodelle anpassen.

Die Studie mit dem Titel „Ressourcen sparen, Kosten senken und Resilienz stärken?“ steht auf der Internetseite von Deloitte zum Download zur Verfügung.

Mittwoch, 24.06.2026, 14:15 Uhr
Fritz Wilhelm
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Eine Fallstudie von EnBW und Deloitte sieht wirtschaftliche Potenziale der Kreislaufwirtschaft in der Photovoltaik. Besonders Reparatur und Wiederverwendung könnten Kosten reduzieren.
Kreislaufwirtschaft in der Photovoltaik kann nach Einschätzung von EnBW und Deloitte nicht nur Ressourcen schonen, sondern bereits heute wirtschaftliche Vorteile für Energieunternehmen bringen. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Fallstudie der beiden Unternehmen, die die Wertschöpfungskette von Photovoltaikanlagen untersucht hat. Im Mittelpunkt stehen dabei Reparatur, Wiederverwendung und Recycling von Komponenten.

Den Studienautoren zufolge geht Kreislaufwirtschaft deutlich über das klassische Recycling hinaus. Ziel müsse es sein, Produkte und Materialien möglichst lange im Wirtschaftskreislauf zu halten und dadurch Abfallmengen, Kosten sowie die Abhängigkeit von Primärrohstoffen zu verringern. Vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Risiken und steigender Rohstoffabhängigkeiten gewinne dieser Ansatz zusätzlich an Bedeutung.

Die Untersuchung identifiziert mehrere Maßnahmen, die sich nach Einschätzung der Verfasser bereits kurzfristig und mit überschaubarem Aufwand umsetzen lassen. So könnten beschädigte Photovoltaikmodule aus Bau und Betrieb an spezialisierte Dienstleister zur Wiederaufbereitung oder zum hochwertigen Recycling weitergegeben werden. Erste Praxistests hätten gezeigt, dass dies kostenneutral möglich sei und teilweise sogar Erlöse generiere. Auch die Reparatur und Wiederverwendung von Wechselrichtern und Modulen könne die Betriebskosten senken und die Nutzungsdauer der Anlagen verlängern.

Chancen duch den Rückbau großer PV-Parks 

Lothar Rieth, Leiter Nachhaltigkeit bei EnBW, erklärte, Kreislaufwirtschaft werde im Unternehmen nicht als abstraktes Nachhaltigkeitsthema betrachtet, sondern als betriebswirtschaftliche Herausforderung. Die Studie zeige, dass in diesem Bereich ein erhebliches Potenzial für die Energiewirtschaft liege. Der Fokus verschiebe sich zunehmend von grundsätzlichen Konzepten hin zu konkreten operativen Maßnahmen.

Größere wirtschaftliche Chancen sehen die Autoren allerdings mittel- und langfristig. Mit dem erwarteten Rückbau der ersten großen Photovoltaik-Parks ab etwa 2035 würden erhebliche Mengen an Sekundärrohstoffen wie Stahl, Aluminium, Kupfer und Silizium verfügbar.

Unternehmen, die früh Erfahrungen mit Reparatur-, Wiederverwendungs- und Recyclingverfahren sammeln, könnten sich in entstehenden Märkten für Sekundärmaterialien positionieren und von steigenden Rohstoffpreisen profitieren. Voraussetzung sei jedoch, Materialkreisläufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette neu zu organisieren und Kooperationen mit Dienstleistern sowie weiteren Marktpartnern aufzubauen.

Die Studie weist zugleich darauf hin, dass einzelne Unternehmen die Transformation nicht allein bewältigen können. Erforderlich seien branchenweite Initiativen, neue Geschäftsmodelle für Sekundärrohstoffe und geeignete politische Rahmenbedingungen. Dazu zählten unter anderem die Förderung von Recyclingkapazitäten, einheitliche Standards und mehr Transparenz in den Lieferketten.

Deloitte-Partner Matthias Schmidt betonte, dass sich die Vorteile der Kreislaufwirtschaft bereits dort zeigten, wo Unternehmen direkten Einfluss auf ihre Prozesse hätten. Um geschlossene Materialkreisläufe zu etablieren, müssten jedoch Märkte geschaffen, Technologien weiterentwickelt und Standards harmonisiert werden. Unternehmen sollten deshalb nicht auf regulatorische Vorgaben warten, sondern frühzeitig Erfahrungen sammeln und ihre Geschäftsmodelle anpassen.

Die Studie mit dem Titel „Ressourcen sparen, Kosten senken und Resilienz stärken?“ steht auf der Internetseite von Deloitte zum Download zur Verfügung.

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