BEW-Heizkraftwerk Klingenberg in Berlin. Quelle: Susanne Harmsen
Die BEW Berliner Energie und Wärme investiert mehr als eine Milliarde Euro in den Umbau des Standorts Klingenberg in Berlin-Lichtenberg und treibt damit die Wärmewende voran.
Der Aufsichtsrat der BEW Berliner Energie und Wärme GmbH hat einen Investitionsrahmen von mehr als einer Milliarde Euro für die Weiterentwicklung des Kraftwerksstandorts Klingenberg in Berlin-Lichtenberg beschlossen. Nach Angaben des landeseigenen Berliner Fernwärmeversorgers soll damit eines der wichtigsten Transformationsprojekte für die Dekarbonisierung der Berliner Fernwärme umgesetzt werden.
Der Standort Klingenberg zählt zu den größten Erzeugungsanlagen im Berliner Fernwärmesystem und versorgt insbesondere den Osten der Hauptstadt. Die Investitionen sollen den Umbau des Areals an der Köpenicker Chaussee zu einem Energiepark ermöglichen. Die BEW plant, die Arbeiten während des laufenden Betriebs umzusetzen. Der Standort feiert im Jahr 2026 sein 100-jähriges Bestehen. Laut BEW soll die Anlage künftig Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und einen steigenden Anteil CO2-freier Wärmeerzeugung miteinander verbinden.
Franziska Giffey, Berliner Wirtschaftssenatorin (SPD) und Vorsitzende des BEW-Aufsichtsrats, bezeichnete die Entscheidung als wichtigen Schritt für die Wärmewende in der Hauptstadt. Mit den Investitionen werde der traditionsreiche Standort langfristig klimaneutral ausgerichtet. Ziel sei es, die Wärmeversorgung der Berliner Bevölkerung nachhaltig und bezahlbar zu sichern.
Technologiemix geplant
Nach Angaben der BEW sieht das Konzept für Klingenberg einen Technologiemix aus mehreren Erzeugungsformen vor. Geplant sind eine neue Kraft-Wärme-Kopplungsanlage auf Basis von Ersatzbrennstoffen, Power-to-Heat-Anlagen sowie wasserstofffähige Gas-Heißwassererzeuger. Perspektivisch soll zudem Abwärme aus einem Rechenzentrum über Großwärmepumpen in das Fernwärmesystem eingebunden werden. Das Unternehmen erwartet dadurch eine höhere Flexibilität bei der Wärmeerzeugung und eine langfristige Absicherung der Versorgung im Berliner Osten.
BEW-CEO Christian Feuerherd erklärte, die Entscheidung des Aufsichtsrats ermögliche es dem Unternehmen, die nächsten Planungsschritte mit größerer Verbindlichkeit voranzutreiben und den Umbau weiter zu konkretisieren.
Personelle Kontinuität
Parallel zum Investitionsbeschluss verlängerte der Aufsichtsrat den Vertrag von Technikgeschäftsführerin Kerstin Busch um weitere fünf Jahre. Busch verantwortet seit 2024 den technischen Betrieb, die Wärmeerzeugung sowie die Umsetzung zentraler Transformationsprojekte des Unternehmens.
Nach Angaben der BEW soll die Vertragsverlängerung die Kontinuität bei der Umsetzung der Wärmewende sichern. Giffey verwies in diesem Zusammenhang auf die technische Expertise von Busch und ihre Rolle bei der Realisierung der laufenden Projekte. Auch Feuerherd betonte die Bedeutung ihrer Erfahrung für die anstehenden Investitionen.
Der Umbau von Klingenberg ist Teil des aktualisierten Dekarbonisierungsfahrplans der BEW, den das Unternehmen wie berichtet im Mai vorgestellt hatte. Dieser sieht einen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2030 vor. Bis 2045 soll die Fernwärmeversorgung nach Unternehmensangaben klimaneutral werden.
Mittwoch, 24.06.2026, 12:02 Uhr
Susanne Harmsen
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