E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > Wärmenetz - Antragsstau bei Förderbescheiden auflösen
Bau an Wärmeleitungen. Quelle: Shutterstock / Ayrat A
Wärmenetz

Antragsstau bei Förderbescheiden auflösen

Akteure der Wärmewende fordern vom Bund einfachere Förderregeln für Wärmenetze. Hintergrund sind lange Bearbeitungszeiten bei der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze.
Vertreter aus Stadtwerken, Kommunen, Planungsbüros und der Energieberatung haben die Bundesregierung aufgefordert, bürokratische Hürden bei der Förderung von Wärmenetzen kurzfristig abzubauen. In einem offenen Brief verlangt die Plattform „Community Wärmewende“ die Wiedereinführung des vorzeitigen Maßnahmenbeginns bei der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW).

Adressiert ist das Schreiben unter anderem an das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE), die energiepolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen sowie die Umwelt- und Energieminister der Länder. Nach Angaben der Initiatoren soll die vorgeschlagene Änderung Investitionen beschleunigen, ohne zusätzliche staatliche Mittel zu erfordern.

Die Unterzeichner kritisieren insbesondere die langen Bearbeitungszeiten beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Laut dem offenen Brief gingen allein im März 2026 rund 914 Förderanträge im Rahmen der BEW ein. Ursache sei die politische Entscheidung gewesen, die Förderung für Transformationspläne zum 31. März 2026 auslaufen zu lassen.

1.500 Anträge im Stau

Die Wärmewende-Community verweist zugleich auf bereits bestehende Rückstände. Demnach hätten sich Ende 2025 mehr als 1.500 Anträge im Bearbeitungsstau befunden. Durch den zusätzlichen Antragsschub drohten nun weitere Verzögerungen von bis zu acht Monaten.

Die Initiative sieht darin ein Hemmnis für Investitionen in Wärmenetze, Wärmespeicher und Großwärmepumpen. Projekte würden verschoben, Verträge könnten nicht abgeschlossen werden und Investitionsentscheidungen blieben aus. Nach Darstellung der Unterzeichner betreffen die Verzögerungen speziell kommunale Infrastrukturprojekte mit regionaler Wertschöpfung.

Wärmepläne schneller umsetzen

Konkret fordert die Plattform, den sogenannten vorzeitigen Maßnahmenbeginn auf eigenes Risiko wieder als reguläre Option einzuführen. Die derzeitige Regelung lasse einen vorzeitigen Beginn nur in Ausnahmefällen zu, heißt es in dem Schreiben. Das sei aus Sicht der Branche nicht praxisgerecht. Wer einen vollständigen Förderantrag eingereicht habe und über abgeschlossene Planung sowie gesicherte Finanzierung verfüge, solle nicht monatelang auf die Bearbeitung warten müssen.

Unterstützung erhält die Forderung indirekt von Branchenverbänden. Die Unterzeichner verweisen auf ein gemeinsames Positionspapier des Energieeffizienzverbandes für Wärme, Kälte und KWK (AGFW) sowie des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) vom März 2026. Darin hätten beide Verbände ebenfalls auf die Folgen der langen Bearbeitungszeiten hingewiesen.

In dem offenen Brief verbinden die Initiatoren die energiepolitische Debatte zudem mit wirtschaftspolitischen Argumenten. Investitionen in die Wärmeinfrastruktur stärkten regionale Handwerksbetriebe, den Anlagenbau und das Baugewerbe. Verzögerungen führten dagegen dazu, dass weiterhin hohe Ausgaben für fossile Energieimporte ins Ausland flössen.

Die „Community Wärmewende“ beschreibt sich als offene Online-Plattform für Fachleute aus Kommunen, Stadtwerken und Planungsbüros. Nach eigenen Angaben sind dort mehr als 800 Akteure aus ganz Deutschland vernetzt. Betrieben wird die Plattform von der Freiburger Sinnogy GmbH, einem Unternehmen für Beratung und digitale Lösungen im Energiebereich.

Freitag, 29.05.2026, 13:15 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Wärmenetz - Antragsstau bei Förderbescheiden auflösen
Bau an Wärmeleitungen. Quelle: Shutterstock / Ayrat A
Wärmenetz
Antragsstau bei Förderbescheiden auflösen
Akteure der Wärmewende fordern vom Bund einfachere Förderregeln für Wärmenetze. Hintergrund sind lange Bearbeitungszeiten bei der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze.
Vertreter aus Stadtwerken, Kommunen, Planungsbüros und der Energieberatung haben die Bundesregierung aufgefordert, bürokratische Hürden bei der Förderung von Wärmenetzen kurzfristig abzubauen. In einem offenen Brief verlangt die Plattform „Community Wärmewende“ die Wiedereinführung des vorzeitigen Maßnahmenbeginns bei der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW).

Adressiert ist das Schreiben unter anderem an das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE), die energiepolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen sowie die Umwelt- und Energieminister der Länder. Nach Angaben der Initiatoren soll die vorgeschlagene Änderung Investitionen beschleunigen, ohne zusätzliche staatliche Mittel zu erfordern.

Die Unterzeichner kritisieren insbesondere die langen Bearbeitungszeiten beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Laut dem offenen Brief gingen allein im März 2026 rund 914 Förderanträge im Rahmen der BEW ein. Ursache sei die politische Entscheidung gewesen, die Förderung für Transformationspläne zum 31. März 2026 auslaufen zu lassen.

1.500 Anträge im Stau

Die Wärmewende-Community verweist zugleich auf bereits bestehende Rückstände. Demnach hätten sich Ende 2025 mehr als 1.500 Anträge im Bearbeitungsstau befunden. Durch den zusätzlichen Antragsschub drohten nun weitere Verzögerungen von bis zu acht Monaten.

Die Initiative sieht darin ein Hemmnis für Investitionen in Wärmenetze, Wärmespeicher und Großwärmepumpen. Projekte würden verschoben, Verträge könnten nicht abgeschlossen werden und Investitionsentscheidungen blieben aus. Nach Darstellung der Unterzeichner betreffen die Verzögerungen speziell kommunale Infrastrukturprojekte mit regionaler Wertschöpfung.

Wärmepläne schneller umsetzen

Konkret fordert die Plattform, den sogenannten vorzeitigen Maßnahmenbeginn auf eigenes Risiko wieder als reguläre Option einzuführen. Die derzeitige Regelung lasse einen vorzeitigen Beginn nur in Ausnahmefällen zu, heißt es in dem Schreiben. Das sei aus Sicht der Branche nicht praxisgerecht. Wer einen vollständigen Förderantrag eingereicht habe und über abgeschlossene Planung sowie gesicherte Finanzierung verfüge, solle nicht monatelang auf die Bearbeitung warten müssen.

Unterstützung erhält die Forderung indirekt von Branchenverbänden. Die Unterzeichner verweisen auf ein gemeinsames Positionspapier des Energieeffizienzverbandes für Wärme, Kälte und KWK (AGFW) sowie des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) vom März 2026. Darin hätten beide Verbände ebenfalls auf die Folgen der langen Bearbeitungszeiten hingewiesen.

In dem offenen Brief verbinden die Initiatoren die energiepolitische Debatte zudem mit wirtschaftspolitischen Argumenten. Investitionen in die Wärmeinfrastruktur stärkten regionale Handwerksbetriebe, den Anlagenbau und das Baugewerbe. Verzögerungen führten dagegen dazu, dass weiterhin hohe Ausgaben für fossile Energieimporte ins Ausland flössen.

Die „Community Wärmewende“ beschreibt sich als offene Online-Plattform für Fachleute aus Kommunen, Stadtwerken und Planungsbüros. Nach eigenen Angaben sind dort mehr als 800 Akteure aus ganz Deutschland vernetzt. Betrieben wird die Plattform von der Freiburger Sinnogy GmbH, einem Unternehmen für Beratung und digitale Lösungen im Energiebereich.

Freitag, 29.05.2026, 13:15 Uhr
Susanne Harmsen

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.