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Energie & Management > Beteiligung - Sunfire wird Vorzugspartner von Nordic Ren-Gas
Standort von Sunfire in Dresden. Quelle: Sunfire
Beteiligung

Sunfire wird Vorzugspartner von Nordic Ren-Gas

Nordic Ren-Gas macht Sunfire zum bevorzugten Elektrolysepartner. Die Unternehmen wollen damit weitere Wasserstoff- und E-Methan-Projekte in Europa umsetzen.
Der Projektentwickler Nordic Ren-Gas will für seine weiteren Wasserstoff- und E-Methan-Anlagen vorrangig Elektrolyseure von Sunfire einsetzen. Beide Unternehmen haben dazu eine langfristige Partnerschaft geschlossen, wie sie in einer Mitteilung vom 22. Juli bekannt geben. Angaben zu konkreten Folgeprojekten, deren Leistung oder dem möglichen Auftragsvolumen machen sie bislang nicht.

Nordic Ren-Gas wurde 2021 im südfinnischen Espoo nahe Helsinki gegründet. Das Unternehmen entwickelt nach eigenen Angaben ein dezentrales Netz von Power-to-Gas-Anlagen. Die Projekte sollen erneuerbaren Strom zunächst in Wasserstoff umwandeln. Zusammen mit abgeschiedenem CO2 aus biogenen Quellen, etwa aus der Verbrennung von Biomasse, entsteht daraus synthetisches Methan. Dieses E-Methan soll vor allem für den Schwerlastverkehr, die Schifffahrt und andere schwer zu elektrifizierende Anwendungen bereitgestellt werden. Die bei der Produktion anfallende Wärme soll in örtliche Fernwärmenetze fließen.

Anfallende Wärme soll ins Fernwärmenetz eingespeist werden

Mit der Vereinbarung wird Sunfire, wie es weiter heißt, zum bevorzugten Technologiepartner für das gesamte Projektportfolio von Nordic Ren-Gas. Die Finnen setzen dabei auf die Druck-Alkali-Elektrolyse des Dresdner Herstellers. Nordic Ren-Gas verweist insbesondere auf das von Sunfire vorgestellte System „HyLink Alkaline 23“, ein Elektrolysesystem mit einer Leistung von 50 MW für große Wasserstoffprojekte.

Grundlage der vertieften Kooperation ist das geplante E-Methan-Werk von Nordic Ren-Gas in Tampere, rund 180 Kilometer nördlich von Helsinki. Bereits im November 2024 beauftragte Nordic Ren-Gas Sunfire mit dem Elektrolyseur für das Werk. Der damalige Auftrag umfasst fünf Druck-Alkali-Module mit jeweils 10 MW und damit insgesamt 50 MW. Neben Entwicklung und Fertigung gehören auch Tests und die Lieferung der Module zum Auftrag. Zudem soll der Hersteller die Montage und Inbetriebnahme begleiten und die Leistungsfähigkeit der Anlage prüfen. Der Elektrolyseur erzeugt den Wasserstoff, den Nordic Ren-Gas anschließend zusammen mit abgeschiedenem CO₂ zu E-Methan verarbeitet.

Tampere ist damit das bislang öffentlich bekannte gemeinsame Projekt der beiden Unternehmen. Die ebenfalls in der aktuellen Mitteilung genannte Anlage in Harjavalta gehört nicht zur Zusammenarbeit mit Nordic Ren-Gas. Dort lieferte Sunfire einen Druck-Alkali-Elektrolyseur mit 20 MW an den finnischen Wasserstoffproduzenten P2X Solutions. Die Anlage nahm 2025 den kommerziellen Betrieb auf.

Nordic Ren-Gas hat auch die Vermarktung der geplanten Produktion in Tampere vorangetrieben. Anfang Juli dieses Jahres vereinbarte Nordic Ren-Gas mit der Schweizer Avanca Energy AG und deren Tochtergesellschaften eine langfristige Abnahme von erneuerbarem E-Methan. Avanca bündelt das Geschäft mit erneuerbaren Kraftstoffen, während die im niedersächsischen Steinfeld ansässige Alternoil ein LNG-Tankstellennetz für den Schwerlastverkehr betreibt. Das Vertragsvolumen beläuft sich laut Nordic Ren-Gas über die gesamte Laufzeit auf rund eine Milliarde Euro. Alternoil will den Kraftstoff über bestehende Gasinfrastruktur und sein Tankstellennetz an Unternehmen im europäischen Schwerlastverkehr vermarkten.

Sunfire baut Fertigung in Deutschland aus

Sunfire ist Hersteller industrieller Elektrolyseure. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Dresden entwickelt sowohl Druck-Alkali-Elektrolyseure als auch Festoxid-Elektrolyseure, die Wasserdampf bei hohen Temperaturen spalten. Sunfire beschäftigt nach eigenen Angaben über 700 Menschen und unterhält Produktionsstandorte in Dresden, Solingen und Magdeburg.

Für den Aufbau einer industriellen Serienfertigung erhielt das Untenrehmen 2023 einen Förderbescheid über rund 162 Millionen Euro von Bund und Land. Das Vorhaben „Sunfire 1500+“ ist Teil eines wichtigen Vorhabens von gemeinsamem europäischem Interesse, eines sogenannten Important Project of Common European Interest (IPCEI). Sunfire soll damit die Produktion seiner beiden Elektrolysetechnologien in Deutschland ausbauen. 

Zu den größeren deutschen Projekten von Sunfire zählt ein Druck-Alkali-Elektrolyseur mit 100 MW für RWE am Standort Lingen. Die Anlage soll Ende 2027 in Betrieb gehen und bis zu zwei Tonnen Wasserstoff pro Stunde erzeugen. Für den Energiepark Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt liefert Sunfire zudem einen Elektrolyseur mit 30 MW. Dieser soll die regionale Chemieindustrie mit erneuerbarem Wasserstoff versorgen. (ds)

Mittwoch, 22.07.2026, 11:46 Uhr
Davina Spohn
Energie & Management > Beteiligung - Sunfire wird Vorzugspartner von Nordic Ren-Gas
Standort von Sunfire in Dresden. Quelle: Sunfire
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Sunfire wird Vorzugspartner von Nordic Ren-Gas
Nordic Ren-Gas macht Sunfire zum bevorzugten Elektrolysepartner. Die Unternehmen wollen damit weitere Wasserstoff- und E-Methan-Projekte in Europa umsetzen.
Der Projektentwickler Nordic Ren-Gas will für seine weiteren Wasserstoff- und E-Methan-Anlagen vorrangig Elektrolyseure von Sunfire einsetzen. Beide Unternehmen haben dazu eine langfristige Partnerschaft geschlossen, wie sie in einer Mitteilung vom 22. Juli bekannt geben. Angaben zu konkreten Folgeprojekten, deren Leistung oder dem möglichen Auftragsvolumen machen sie bislang nicht.

Nordic Ren-Gas wurde 2021 im südfinnischen Espoo nahe Helsinki gegründet. Das Unternehmen entwickelt nach eigenen Angaben ein dezentrales Netz von Power-to-Gas-Anlagen. Die Projekte sollen erneuerbaren Strom zunächst in Wasserstoff umwandeln. Zusammen mit abgeschiedenem CO2 aus biogenen Quellen, etwa aus der Verbrennung von Biomasse, entsteht daraus synthetisches Methan. Dieses E-Methan soll vor allem für den Schwerlastverkehr, die Schifffahrt und andere schwer zu elektrifizierende Anwendungen bereitgestellt werden. Die bei der Produktion anfallende Wärme soll in örtliche Fernwärmenetze fließen.

Anfallende Wärme soll ins Fernwärmenetz eingespeist werden

Mit der Vereinbarung wird Sunfire, wie es weiter heißt, zum bevorzugten Technologiepartner für das gesamte Projektportfolio von Nordic Ren-Gas. Die Finnen setzen dabei auf die Druck-Alkali-Elektrolyse des Dresdner Herstellers. Nordic Ren-Gas verweist insbesondere auf das von Sunfire vorgestellte System „HyLink Alkaline 23“, ein Elektrolysesystem mit einer Leistung von 50 MW für große Wasserstoffprojekte.

Grundlage der vertieften Kooperation ist das geplante E-Methan-Werk von Nordic Ren-Gas in Tampere, rund 180 Kilometer nördlich von Helsinki. Bereits im November 2024 beauftragte Nordic Ren-Gas Sunfire mit dem Elektrolyseur für das Werk. Der damalige Auftrag umfasst fünf Druck-Alkali-Module mit jeweils 10 MW und damit insgesamt 50 MW. Neben Entwicklung und Fertigung gehören auch Tests und die Lieferung der Module zum Auftrag. Zudem soll der Hersteller die Montage und Inbetriebnahme begleiten und die Leistungsfähigkeit der Anlage prüfen. Der Elektrolyseur erzeugt den Wasserstoff, den Nordic Ren-Gas anschließend zusammen mit abgeschiedenem CO₂ zu E-Methan verarbeitet.

Tampere ist damit das bislang öffentlich bekannte gemeinsame Projekt der beiden Unternehmen. Die ebenfalls in der aktuellen Mitteilung genannte Anlage in Harjavalta gehört nicht zur Zusammenarbeit mit Nordic Ren-Gas. Dort lieferte Sunfire einen Druck-Alkali-Elektrolyseur mit 20 MW an den finnischen Wasserstoffproduzenten P2X Solutions. Die Anlage nahm 2025 den kommerziellen Betrieb auf.

Nordic Ren-Gas hat auch die Vermarktung der geplanten Produktion in Tampere vorangetrieben. Anfang Juli dieses Jahres vereinbarte Nordic Ren-Gas mit der Schweizer Avanca Energy AG und deren Tochtergesellschaften eine langfristige Abnahme von erneuerbarem E-Methan. Avanca bündelt das Geschäft mit erneuerbaren Kraftstoffen, während die im niedersächsischen Steinfeld ansässige Alternoil ein LNG-Tankstellennetz für den Schwerlastverkehr betreibt. Das Vertragsvolumen beläuft sich laut Nordic Ren-Gas über die gesamte Laufzeit auf rund eine Milliarde Euro. Alternoil will den Kraftstoff über bestehende Gasinfrastruktur und sein Tankstellennetz an Unternehmen im europäischen Schwerlastverkehr vermarkten.

Sunfire baut Fertigung in Deutschland aus

Sunfire ist Hersteller industrieller Elektrolyseure. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Dresden entwickelt sowohl Druck-Alkali-Elektrolyseure als auch Festoxid-Elektrolyseure, die Wasserdampf bei hohen Temperaturen spalten. Sunfire beschäftigt nach eigenen Angaben über 700 Menschen und unterhält Produktionsstandorte in Dresden, Solingen und Magdeburg.

Für den Aufbau einer industriellen Serienfertigung erhielt das Untenrehmen 2023 einen Förderbescheid über rund 162 Millionen Euro von Bund und Land. Das Vorhaben „Sunfire 1500+“ ist Teil eines wichtigen Vorhabens von gemeinsamem europäischem Interesse, eines sogenannten Important Project of Common European Interest (IPCEI). Sunfire soll damit die Produktion seiner beiden Elektrolysetechnologien in Deutschland ausbauen. 

Zu den größeren deutschen Projekten von Sunfire zählt ein Druck-Alkali-Elektrolyseur mit 100 MW für RWE am Standort Lingen. Die Anlage soll Ende 2027 in Betrieb gehen und bis zu zwei Tonnen Wasserstoff pro Stunde erzeugen. Für den Energiepark Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt liefert Sunfire zudem einen Elektrolyseur mit 30 MW. Dieser soll die regionale Chemieindustrie mit erneuerbarem Wasserstoff versorgen. (ds)

Mittwoch, 22.07.2026, 11:46 Uhr
Davina Spohn

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