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Energie & Management > Regenerative - Quadra übernimmt Spitzenplatz in Direktvermarktung
Quelle: Fotolia / Jürgen Fälchle
Regenerative

Quadra übernimmt Spitzenplatz in Direktvermarktung

Hinter den Direktvermarktern liegen wieder aufregende Wochen. Sie haben zu manchen Überraschungen geführt. Das zeigt die Auswertung der 19. E&M-Umfrage zur Direktvermarktung.
Anfang 2023 hatte Energie Baden-Württemberg (EnBW), die langjährige Nummer eins unter den Direktvermarktern von grünem Strom in Deutschland, Statkraft Markets von der Spitzenposition verdrängt. Ein Jahr später reicht es für den Energiekonzern aus dem Südwesten laut der 19. E&M-Umfrage zur Direktvermarktung „nur“ noch zu Platz zwei. Für diese bundesweit umfangreichste Branchenerhebung für die Direktvermarktung lagen 49 Datensätze vor.

Neuer Spitzenreiter ist seit 1. Januar 2024 Quadra Energy. Mit einem Portfolio von 9.500 MW hat das Unternehmen aus Düsseldorf E&M 57 MW mehr gemeldet als EnBW. Nicht die einzige Überraschung: Erstmals hat kein Direktvermarkter ein fünfstelliges MW-Portfolio. Angesichts rasant gestiegener Strompreise (2022) sowie unzureichender Regelungen für Erlösabschöpfung und Redispatch 2.0 werten Branchenkenner das als Indiz für intensiven Wettbewerb.

„Der Wettbewerbsdruck hat zuletzt sicherlich wieder angezogen“, sagt Johannes Päffgen, Geschäftsführer von Impuls Energy Trading in Köln. Das bestätigt Thomas Krings, Chef des Siegers Quadra Energy.
 
Die fünf größten Direktvermarkter Anfang 2024
 UnternehmenPortfolio 1.1.24 (MW)Portfolio 31.12.23 (MW)
1Quadra Energy9.5009.000
2EnBW9.44310.710
3Next Kraftwerke7.8587.812
4Statkraft Markets7.0008.600
5Baywa Re Energy Trading6.3506.535
Quelle: E&M nach Unternehmensangaben

Auf Rang drei landete Next Kraftwerke, der frühere Abonnements-Sieger Statkraft Markets, nur noch auf Platz vier: Noch vor zweieinhalb Jahren verfügte sie über einen Vertragsbestand von bis zu 12.500 MW, zu Beginn dieses Jahres waren es noch 7.000 MW. „Wachstum ist unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nur bedingt sinnvoll für uns“, kommentiert Marc Kohlenbach, der für Statkraft Markets das Direktvermarktungsgeschäft in Deutschland leitet. Nicht nur die Preisrisiken machen dem erfahrenen Energiehändler zu schaffen, sondern die für Statkraft unbefriedigenden Regelungen rund um den Redispatch 2.0.

„Windstrom-Bewertungen weichen bis zu 8 Cent ab“

Kohlenbach beklagt vor allem „die erhöhte Komplexität bei der Bewertung der Risikoprämie“: „Insbesondere bei häufig abgeregelten Anlagen kommt es unter den Direktvermarktern zu deutlichen Preisunterschieden, entweder weil es bei Bewertungen von Windparks zu Fehlern kommt oder weil das zusätzliche Bewertungsrisiko durch eine verminderte Kompensationszahlung beim Redispatch vertraglich umschifft wird.“ Das mache in Regionen wie beispielsweise Norddeutschland einen Preisunterschied von bis zu 8 Ct/kWh aus. Kohlenbach: „Da wir kein Geld verlieren wollen, müssen wir solche Verträge dann ziehen lassen, wenn wir in der Bewertung zu einer anderen Überzeugung als der Wettbewerb kommen.“

Dabei habe Statkraft Markets durchaus ein Interesse an einem wieder wachsenden Portfolio: „Dafür müssen die Rahmenbedingungen für alle gleich sein. Nicht die Größe steht bei uns im Vordergrund, das Portfolio muss vor allem handelbar im Sinne des Kunden und profitabel sein.“ Bis die Skandinavier wieder mehr als 10.000 MW direktvermarkten, „darf es daher noch ein bisschen dauern.“

Wieder mal ein Newcomer

Wie Anfang 2022 und 2023 auch taucht bei E&M ein Newcomer auf: Die Impuls Energy Trading GmbH mit Sitz in Köln ist aus der Contigo Energie AG in Bochum hervorgegangen. Dieses Unternehmen beliefert in erster Linie mittelständische Gewerbe- und Industriekunden sowie Stadtwerke mit Strom und Gas. „Contigo ist unser starker Partner im Rücken“, sagt Geschäftsführer Johannes Päffgen.

Päffgen ist kein Unbekannter in der Direktvermarktung: Noch zu Start-up-Zeiten stieg er 2011 bei Next Kraftwerke ein, baute den Handelsbereich auf und leitete ihn zehn Jahre. Impuls setzt nach seinen Worten auf „Flexibilisierung und Individualität“: „Bei den etablierten Direktvermarktern sind mittlerweile viele Prozesse und Kundenkontakte standardisiert und eingefahren, was für uns eine Marktlücke schafft.“

Die komplette 19. E&M-Direktvermarktungsumfrage erscheint am 1. Februar in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper von E&M. Sie enthält vor allem
  • neben dem Gesamtranking mit 49 Einträgen und Angaben zu 13 Fragen und deren Einordnung 
  • Rankings der größten Zuwächse und Rückgänge in MW gegenüber dem 31. Dezember 2023,
  • Rankings der größten Direktvermarkter von Wind-, Solar- und Biomassestrom,
  • ein Interview mit dem Chef des Ranking-Siegers Quadra, Thomas Krings,
  • ein Doppelinterview mit Chefs der Hamburger Energiewerke (HENW) und des von ihnen 2023 übernommenen Direktvermarkters Ane Energy,
  • das Comeback eines insolvent gewesenen Pionierunternehmens
  • sowie Vorschläge von Direktvermarktern zur regulatorischen Weiterentwicklung des Segments.
Die 20. E&M-Direktvermarktungsumfrage wird die Entwicklung im ersten Halbjahr 2024 beleuchten und in der gedruckten E&M-Ausgabe vom 1. September erscheinen.

Dienstag, 30.01.2024, 15:51 Uhr
Ralf Kpke
Energie & Management > Regenerative - Quadra übernimmt Spitzenplatz in Direktvermarktung
Quelle: Fotolia / Jürgen Fälchle
Regenerative
Quadra übernimmt Spitzenplatz in Direktvermarktung
Hinter den Direktvermarktern liegen wieder aufregende Wochen. Sie haben zu manchen Überraschungen geführt. Das zeigt die Auswertung der 19. E&M-Umfrage zur Direktvermarktung.
Anfang 2023 hatte Energie Baden-Württemberg (EnBW), die langjährige Nummer eins unter den Direktvermarktern von grünem Strom in Deutschland, Statkraft Markets von der Spitzenposition verdrängt. Ein Jahr später reicht es für den Energiekonzern aus dem Südwesten laut der 19. E&M-Umfrage zur Direktvermarktung „nur“ noch zu Platz zwei. Für diese bundesweit umfangreichste Branchenerhebung für die Direktvermarktung lagen 49 Datensätze vor.

Neuer Spitzenreiter ist seit 1. Januar 2024 Quadra Energy. Mit einem Portfolio von 9.500 MW hat das Unternehmen aus Düsseldorf E&M 57 MW mehr gemeldet als EnBW. Nicht die einzige Überraschung: Erstmals hat kein Direktvermarkter ein fünfstelliges MW-Portfolio. Angesichts rasant gestiegener Strompreise (2022) sowie unzureichender Regelungen für Erlösabschöpfung und Redispatch 2.0 werten Branchenkenner das als Indiz für intensiven Wettbewerb.

„Der Wettbewerbsdruck hat zuletzt sicherlich wieder angezogen“, sagt Johannes Päffgen, Geschäftsführer von Impuls Energy Trading in Köln. Das bestätigt Thomas Krings, Chef des Siegers Quadra Energy.
 
Die fünf größten Direktvermarkter Anfang 2024
 UnternehmenPortfolio 1.1.24 (MW)Portfolio 31.12.23 (MW)
1Quadra Energy9.5009.000
2EnBW9.44310.710
3Next Kraftwerke7.8587.812
4Statkraft Markets7.0008.600
5Baywa Re Energy Trading6.3506.535
Quelle: E&M nach Unternehmensangaben

Auf Rang drei landete Next Kraftwerke, der frühere Abonnements-Sieger Statkraft Markets, nur noch auf Platz vier: Noch vor zweieinhalb Jahren verfügte sie über einen Vertragsbestand von bis zu 12.500 MW, zu Beginn dieses Jahres waren es noch 7.000 MW. „Wachstum ist unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nur bedingt sinnvoll für uns“, kommentiert Marc Kohlenbach, der für Statkraft Markets das Direktvermarktungsgeschäft in Deutschland leitet. Nicht nur die Preisrisiken machen dem erfahrenen Energiehändler zu schaffen, sondern die für Statkraft unbefriedigenden Regelungen rund um den Redispatch 2.0.

„Windstrom-Bewertungen weichen bis zu 8 Cent ab“

Kohlenbach beklagt vor allem „die erhöhte Komplexität bei der Bewertung der Risikoprämie“: „Insbesondere bei häufig abgeregelten Anlagen kommt es unter den Direktvermarktern zu deutlichen Preisunterschieden, entweder weil es bei Bewertungen von Windparks zu Fehlern kommt oder weil das zusätzliche Bewertungsrisiko durch eine verminderte Kompensationszahlung beim Redispatch vertraglich umschifft wird.“ Das mache in Regionen wie beispielsweise Norddeutschland einen Preisunterschied von bis zu 8 Ct/kWh aus. Kohlenbach: „Da wir kein Geld verlieren wollen, müssen wir solche Verträge dann ziehen lassen, wenn wir in der Bewertung zu einer anderen Überzeugung als der Wettbewerb kommen.“

Dabei habe Statkraft Markets durchaus ein Interesse an einem wieder wachsenden Portfolio: „Dafür müssen die Rahmenbedingungen für alle gleich sein. Nicht die Größe steht bei uns im Vordergrund, das Portfolio muss vor allem handelbar im Sinne des Kunden und profitabel sein.“ Bis die Skandinavier wieder mehr als 10.000 MW direktvermarkten, „darf es daher noch ein bisschen dauern.“

Wieder mal ein Newcomer

Wie Anfang 2022 und 2023 auch taucht bei E&M ein Newcomer auf: Die Impuls Energy Trading GmbH mit Sitz in Köln ist aus der Contigo Energie AG in Bochum hervorgegangen. Dieses Unternehmen beliefert in erster Linie mittelständische Gewerbe- und Industriekunden sowie Stadtwerke mit Strom und Gas. „Contigo ist unser starker Partner im Rücken“, sagt Geschäftsführer Johannes Päffgen.

Päffgen ist kein Unbekannter in der Direktvermarktung: Noch zu Start-up-Zeiten stieg er 2011 bei Next Kraftwerke ein, baute den Handelsbereich auf und leitete ihn zehn Jahre. Impuls setzt nach seinen Worten auf „Flexibilisierung und Individualität“: „Bei den etablierten Direktvermarktern sind mittlerweile viele Prozesse und Kundenkontakte standardisiert und eingefahren, was für uns eine Marktlücke schafft.“

Die komplette 19. E&M-Direktvermarktungsumfrage erscheint am 1. Februar in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper von E&M. Sie enthält vor allem
  • neben dem Gesamtranking mit 49 Einträgen und Angaben zu 13 Fragen und deren Einordnung 
  • Rankings der größten Zuwächse und Rückgänge in MW gegenüber dem 31. Dezember 2023,
  • Rankings der größten Direktvermarkter von Wind-, Solar- und Biomassestrom,
  • ein Interview mit dem Chef des Ranking-Siegers Quadra, Thomas Krings,
  • ein Doppelinterview mit Chefs der Hamburger Energiewerke (HENW) und des von ihnen 2023 übernommenen Direktvermarkters Ane Energy,
  • das Comeback eines insolvent gewesenen Pionierunternehmens
  • sowie Vorschläge von Direktvermarktern zur regulatorischen Weiterentwicklung des Segments.
Die 20. E&M-Direktvermarktungsumfrage wird die Entwicklung im ersten Halbjahr 2024 beleuchten und in der gedruckten E&M-Ausgabe vom 1. September erscheinen.

Dienstag, 30.01.2024, 15:51 Uhr
Ralf Kpke

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