Agri-Solarpark Donaueschingen. Quelle: Next2Sun
Next2Sun hat für zwei Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Die Projektentwicklung soll nach Angaben des Unternehmens dennoch weiterlaufen.
Die finanziellen Schwierigkeiten bei „Next2Sun“ erfassen nach Angaben des Unternehmens nicht die gesamte Gruppe. Der auf vertikale Photovoltaikanlagen spezialisierte Anbieter mit Sitz im saarländischen Dillingen hat beim Amtsgericht Saarbrücken für die „Next2Sun Technology GmbH“ und die „Next2Sun Mounting Systems GmbH“ Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Dies gibt die „Next2Sun AG“ in einer Mitteilung vom 5. Oktober bekannt.
Von der Insolvenz nicht betroffen seien nach derzeitigem Stand die „Next2Sun AG“ und die „Next2Sun Projekt GmbH“, teilt das Unternehmen mit. Die Projekt GmbH werde ihren Geschäftsbetrieb fortführen und sämtliche laufenden Projektentwicklungen weiter vorantreiben. Auch die Projektgesellschaften, die bereits realisierte Agri-PV-Anlagen betreiben, seien nicht insolvent.
Damit konkretisiert „Next2Sun“ erstmals, welche Teile der Unternehmensgruppe von der Insolvenz betroffen sind und wo das Geschäft weiterlaufen soll. Anfang Oktober hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass die zuvor gestartete Finanzierungskampagne nicht genügend verbindliche Mittel eingebracht hatte (wir berichteten). Zwar waren Finanzierungsbeiträge von insgesamt mehr als 5 Millionen Euro zusammengekommen. Zwei größere Investmentzusagen konnten jedoch nicht ausreichend abgesichert werden. Die Aktienemission kam deshalb nicht zustande.
Betrieb soll zunächst weitergehen
Auch bei den beiden Gesellschaften, für die nun Insolvenz beantragt wurde, soll der Geschäftsbetrieb nach Angaben von „Next2Sun“ zunächst fortgeführt werden. Laufende Projekte sollen, wie es aus Dillingen heißt, auf ihre wirtschaftliche Umsetzbarkeit geprüft und nach Möglichkeit weitergeführt werden. Zugleich wolle das Unternehmen weiter nach Investoren suchen. Ziel sei es, möglichst viele Arbeitsplätze und das vorhandene Know-how zu erhalten.
„Next2Sun“ verweist dabei auf bereits vorliegende Investitionszusagen und die Resonanz auf die Finanzierungskampagne. Diese sollen nach Darstellung des Unternehmens eine Grundlage für weitere Gespräche über eine mögliche Fortführung und Sanierung bilden. Vorstand Heiko Hildebrandt erklärte, „Next2Sun“ werde versuchen, die vorhandenen Möglichkeiten dafür zu nutzen.
Die 2015 gegründete „Next2Sun“-Gruppe entwickelt unter anderem vertikale Agri-PV-Systeme und Solarzäune. Nach eigenen Angaben beschäftigt sie mehr als 140 Mitarbeitende an Standorten in Deutschland, Österreich, Polen und Japan und hat bislang Projekte mit zusammen mehr als 60 MWp umgesetzt. (ds)
Montag, 5.10.2026, 16:29 Uhr
Davina Spohn
© 2026 Energie & Management GmbH