Drei große Offshore-Projekte in der deutschen Nordsee haben innerhalb weniger Wochen wichtige Bau- und Inbetriebnahmeschritte erreicht. RWE speist mit dem Nordseecluster A erstmals Strom ein, Vattenfall treibt die Fundamentinstallation für Nordlicht I voran und EnBW hat bei He Dreiht sämtliche Windenergieanlagen errichtet.
Am 22. Juli gab RWE bekannt, dass der Offshore-Windpark Nordseecluster A erstmals Strom in das deutsche Netz eingespeist habe. Die vollständige Inbetriebnahme der ersten Ausbaustufe mit 660 MW sei für Anfang 2027 vorgesehen. Das Projekt umfasst 44 Windenergieanlagen. Der erzeugte Strom werde über zwei Offshore-Umspannwerke und zwei separate Netzanschlusspunkte an Land übertragen.
In der zweiten Ausbaustufe Nordseecluster B kommen weitere 900 MW hinzu. Die Fundamentarbeiten dafür sollen 2027 beginnen. Die Installation der 60 Vestas-Turbinen ist für 2028 vorgesehen, die Inbetriebnahme für Anfang 2029. Zusammen sollen beide Ausbaustufen rund 6,5 TWh Strom pro Jahr erzeugen. RWE hält 51 Prozent an dem Projekt, Norges Bank Investment Management 49 Prozent.
Finale Investitionsentscheidung für Nordlicht gefallenAm 4. August meldete Vattenfall einen weiteren Baufortschritt beim Offshore-Windpark Nordlicht I. Nach der Installation des ersten Monopiles sei auch das erste Transition Piece in der deutschen Nordsee installiert worden. Das Bauteil verbindet den im Meeresboden verankerten Monopile mit der später darauf errichteten Windenergieanlage und bildet zugleich eine Schnittstelle für technische Systeme. Bereits Anfang Juli hatte Vattenfall mit der Installation des ersten Monopiles begonnen. Transport und Installation der Monopiles und Transition Pieces für Nordlicht I und II übernimmt der Offshore-Dienstleister Deme. Die Transition Pieces werden bei CS Wind Offshore in Aalborg gefertigt, die Monopiles bei EEW Special Pipe Constructions in Rostock. Nordlicht I soll aus insgesamt 68 Monopile- und Transition-Piece-Fundamenten bestehen.
Der Nordlicht-Cluster entsteht rund 85 Kilometer nördlich von Borkum und umfasst zwei getrennte Projekte. Nordlicht I ist mit rund 980 MW geplant, Nordlicht II mit rund 630 MW. Nach Angaben von Vattenfall soll Nordlicht I nach der Fertigstellung der größte Offshore-Windpark Deutschlands sein. Für den gesamten Cluster erwartet das Unternehmen eine Jahreserzeugung von rund 6 TWh. Im Offshore-Halbjahresbericht ist Nordlicht mit dem Projektstatus FID ausgewiesen. Die finale Investitionsentscheidung ist damit getroffen. Vattenfall plant zudem, Turbinentürme einzusetzen, die teilweise aus emissionsarmem Stahl bestehen. Dadurch soll sich der CO2-Fußabdruck der Turbinen nach Unternehmensangaben um rund 16 Prozent verringern.
Alle Anlagen installiertAm 12. August teilte EnBW mit, dass beim Offshore-Windpark He Dreiht die Installation aller 64 Windenergieanlagen abgeschlossen sei. Die Anlagen des Herstellers Vestas verfügen jeweils über eine Leistung von 15 MW. Bis zur vollständigen Inbetriebnahme, die spätestens für den Spätsommer vorgesehen ist, stehen nach Angaben von EnBW weitere technische und elektrische Arbeiten an. Vestas untersuche zudem einen Schaden, der Ende Juli an einem Rotorblatt aufgetreten sei.
He Dreiht entsteht rund 85 Kilometer nordwestlich von Borkum und etwa 110 Kilometer westlich von Helgoland. Mit einer Gesamtleistung von 960 MW ist das Projekt nach Angaben von EnBW Deutschlands größter Offshore-Windpark. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 2,4 Milliarden Euro. Das Vorhaben kommt ohne staatliche Förderung aus. EnBW beziffert den erwarteten Jahresertrag auf etwa 3,6
TWh. Ein Großteil der künftigen Stromproduktion ist bereits über langfristige Stromabnahmeverträge abgesichert. An He Dreiht hält ein Partnerkonsortium aus Allianz Global Investors, AIP Management und Norges Bank Investment Management 49,9 Prozent der Anteile.
Bei den Größenangaben ist der jeweilige Projektstand zu berücksichtigen: EnBW bezeichnet He Dreiht mit 960 MW als derzeit größten Offshore-Windpark Deutschlands, während Vattenfall Nordlicht I mit rund 980 MW nach dessen Fertigstellung an der Spitze sieht.
Die drei Mitteilungen zeigen unterschiedliche Phasen im Bau großer Offshore-Projekte: Während beim Nordseecluster A bereits die schrittweise Inbetriebnahme läuft, befindet sich Nordlicht I in der Fundamentinstallation. Bei He Dreiht ist die Turbinenmontage dagegen abgeschlossen, sodass dort nun technische und elektrische Arbeiten bis zur vollständigen Inbetriebnahme anstehen.
(fw)
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Offshore-Windpark He Dreiht Quelle: EnBW |
Dienstag, 15.09.2026, 09:04 Uhr
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