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Eon und die Forschungsstelle für Energiewirtschaft beziffern das deutsche Flexibilitätspotenzial beim Stromverbrauch auf 18,3 Milliarden kWh pro Jahr. Bis 2031 könne es sich verdoppeln.
Haushalte in Deutschland könnten ihren Stromverbrauch deutlich stärker zeitlich verschieben. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Flexibilitäts-Check des Energieversorgers Eon, der gemeinsam mit der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) erstellt wurde. Die Studie beziffert das derzeit maximal verschiebbare Stromvolumen auf 18,3 Milliarden kWh pro Jahr. Daraus ergibt sich laut Eon ein Einsparpotenzial von bis zu 1,65 Milliarden Euro jährlich.
Das Potenzial entsteht vor allem durch den flexiblen Einsatz von Heimspeichern, Elektroautos und Wärmepumpen. Hinzu kämen Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler, sagte Filip Thon, CEO von Eon Energie Deutschland. Die Studie wurde am 8. September vorgestellt. Voraussetzung sei allerdings das schnellere Ausrollen von Smart Metern, damit Verbrauch erfasst und gesteuert werden kann. „Smart Meter Light helfen dabei nicht“, sagte Thon.
Allein die bereits installierten Heimspeicher, E-Autos und Wärmepumpen könnten demnach rund 10 Milliarden kWh zeitlich verschieben. Eon beziffert das Einsparpotenzial dieser drei Anwendungen auf bis zu 762 Millionen Euro pro Jahr. Werden zusätzlich Haushaltsgeräte einbezogen, steige das Potenzial auf 1,65 Milliarden Euro.
„Werden die Stromverbräuche von E-Autos, Wärmepumpen oder Heimspeichern gezielt in günstige Zeiten gelegt, unterstützt dies die Energiewende und spart Geld“, sagte Thon. Das könne für einen Haushalt bis zu 400 Euro geringere Stromkosten bringen. Voraussetzung seien entsprechende Tarife. Dazu zählt Eon Tarife mit festen Flexibilitätsboni ebenso wie dynamische Stromtarife, bei denen sich der Arbeitspreis am Börsenstrompreis orientiert.
Mehr Speicher und E-Autos bis 2031Für 2031 erwartet die Forschungsstelle einen weiteren Anstieg flexibler Verbraucher. Dann könnten rund doppelt so viele Heimspeicher, E-Autos und Wärmepumpen ein maximales Flexibilitätspotenzial von rund 34
Milliarden kWh bereitstellen. Damit würde sich die verschiebbare Energiemenge gegenüber dem heutigen Stand nahezu verdoppeln, prognostizierte Serafin von Roon, Managing Director der FfE.
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So beziffert die Forschungsstelle für Energie (FfE) im Auftrag Eons das Lastverschiebungs-Potenzial im Privatsektor 2025, 2026 und 2031 - Für Vollbild auf die Grafik klicken Quelle: Eon |
Reduzierter CO2-AusstoßDie zeitliche Verschiebung des Verbrauchs kann laut Studie auch den Einsatz Erneuerbarer unterstützen. Günstige Stromzeiten fallen häufig mit einer hohen Wind- und Solarstrom-Einspeisung zusammen. Werden flexible Verbraucher und Speicher entsprechend gesteuert, lässt sich dadurch Strom aus anderen fossilen Erzeugungsarten ersetzen.
Die FfE und Eon kommen zu dem Ergebnis, dass sich durch eine flexible Nutzung von Haushaltsgeräten, Wärmepumpen und Heimspeichern sowie durch flexibles Laden von Elektroautos mehr als eine 1 Million Tonnen CO2 pro Jahr vermeiden ließen. Das entspricht laut Studie ungefähr den jährlichen Emissionen von 500.000 Verbrenner-Fahrzeugen.
Auch die Verbraucher zeigen laut der begleitenden repräsentativen Umfrage Interesse an Flexibilitäten: 46 Prozent der Befragten geben an, bereits über dynamische Tarife oder Tarife mit Flexibilitätsboni informiert zu sein. 68 Prozent können sich vorstellen, bestimmte Stromverbräuche in günstigere Tageszeiten zu verlegen, wenn sie davon finanziell profitieren.
Bei der Wahl zwischen den beiden Tarifmodellen bevorzugen mehr als dreimal so viele Befragte einen Tarif mit Flexibilitätsbonus - wie ihn Eon hat - wie einen dynamischen Tarif mit schwankenden Arbeitspreisen. Die Geräte ließen sich dabei automatisiert im Hintergrund steuern. Verbraucher könnten weiterhin selbst in die Steuerung eingreifen.
Eon sieht neben den technischen Möglichkeiten Handlungsbedarf beim regulatorischen Rahmen. CEO Thon fordert unter anderem einfachere Regeln für die Marktintegration von Speichern und Ladepunkten (Netzagentur-Festlegung MiSpeL) sowie stärkere Anreize für netzdienliches Verhalten. Zudem sollten zwischengespeicherte Strommengen nicht mehrfach mit Netzentgelten, Steuern, Abgaben und Umlagen belastet werden.
Beim bidirektionalen Laden hält Thon außerdem ein freier Zugang zu den relevanten Fahrzeugdaten für Heimenergiemanagementsystemeund Energiedienstleister für erforderlich. Aus Eon-Sicht können mehr private Flexibilitäten auch die Kosten des Energiesystems senken.
Flexibilität brauche klare Preissignale, ohne neue Komplexität, damit Verbraucher und Unternehmen ihren Stromverbrauch anpassen können, so das Fazit der Studie. Das könne über statisch-zeitvariable Netzentgelte mit klaren Zeitfenstern schon heute erfolgen.
Der
Eon-Flexibilitäts-Check steht als PDF zum Download bereit.
(sh)
Dienstag, 8.09.2026, 14:39 Uhr
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