Baustart der Wasserstoff-Pipeline im BMW Group Werk Leipzig: Michael Kretschmer, Petra Peterhänsel und Christian Hirte beim symbolischen Baustart. Quelle: BMW AG / Christian Häller
BMW lässt sein Leipziger Werk über eine rund zwei Kilometer lange Leitung an das Wasserstoff-Kernnetz anschließen. Ein erster Leitungsabschnitt ist bereits gebaut.
Mit einer symbolischen Baustart-Feier und Politprominenz − vor Ort waren unter anderem Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sowie Christian Hirte (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr − hat der Automobilhersteller BMW in seinem Werk in Leipzig den Baubeginn einer rund zwei Kilometer langen Anschlussleitung an das Wasserstoff-Kernnetz begangen.
Die Infrastruktur, zu der auch eine für Wasserstoff ausgelegte Gasdruckregel- und Messanlage gehört, sowie den Anschluss an das Netz des Fernleitungsnetzbetreibers Ontras errichtet die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Gas (Mitnetz Gas), wie die Unternehmen mitteilen.
Ein erster Bauabschnitt mit rund 400 Metern Leitung auf dem Werksgelände ist bereits fertiggestellt. Der zweite Bauabschnitt soll nun beginnen. Mitnetz Gas nennt Mitte 2027 als geplanten Abschluss des Anschlussprojekts. Die Wasserstoffleitung im Ontras H2-Startnetz soll bis Ende 2027 in Betrieb gehen. Anschließend soll das BMW-Werk vollständig über die neue Infrastruktur versorgt werden können. BMW selbst nennt in seiner Mitteilung einen anderen Zeitplan: Demnach sind Fertigstellung und Anschluss im ersten Halbjahr 2028 vorgesehen.
Wasserstoff für Lackiererei und Intralogistik
BMW will den über die Pipeline gelieferten Wasserstoff insbesondere für energieintensive Prozesse in der Lackiererei als Ersatz für Erdgas nutzen. Erfahrung in dem Bereich hat der Autohersteller bereits: Wasserstoff ist im Leipziger Werk seit 2022 im Einsatz, schon jetzt sind elf bivalente Brenner installiert, die mit Erdgas oder Wasserstoff betrieben werden können. Sie werden unter anderem für Trocknungsprozesse eingesetzt.
In der Intralogistik verwendet BMW am Standort Leipzig bereits seit 2013 Wasserstoff. Mehr als 230 Gabelstapler und Routenzugschlepper verfügen nach Unternehmensangaben über einen Brennstoffzellenantrieb. Laut Mitnetz Gas und Ontras soll Wasserstoff künftig zudem als Treibstoff für automatisierte Lastenfahrzeuge dienen.
„Die Pipeline ermöglicht die Versorgung unserer Lackiererei mit Wasserstoff in völlig neuen Größenordnungen. Sie ist damit ein Meilenstein und Grundpfeiler zur Sicherung unserer künftigen Energie-Resilienz und bietet Potenziale für die weitere Dekarbonisierung unserer Produktion“, lässt sich Petra Peterhänsel, Leiterin des BMW-Werks Leipzig, zitieren.
Anschluss an 600 Kilometer umfassendes H2-Startnetz
Das H2-Startnetz von ONTRAS soll rund 600 Kilometer Leitungen in Mittel- und Ostdeutschland umfassen. Etwa 80 Prozent davon sollen durch die Umstellung bestehender Erdgasleitungen auf Wasserstoff entstehen. Für die künftige Versorgung hat BMW mit Ontras bereits einen Vertrag zur Reservierung von Transportkapazitäten geschlossen.
Das Leipziger Anschlussprojekt wird nach Angaben von BMW aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Freistaates Sachsen kofinanziert. (kmt)
Donnerstag, 1.10.2026, 13:27 Uhr
Katia Meyer-Tien
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