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Energie & Management > Wasserstoff - Fünf Länder treiben „SoutH2-Korridor“ voran
Quelle: Shutterstock / petrmalinak
Wasserstoff

Fünf Länder treiben „SoutH2-Korridor“ voran

Deutschland, Algerien, Österreich, Italien und Tunesien haben in Algier eine politische Absichtserklärung zum Wasserstoffkorridor „SoutH2“ unterzeichnet.
Eine engere Koordination beim geplanten Wasserstofftransport zwischen Nordafrika und Europa wollen die Vertreter der Energieministerien von fünf Ländern anstoßen. Bei einer Ministerkonferenz in der algerischen Hauptstadt Algier unterzeichneten Vertreter aus Deutschland, Algerien, Österreich, Italien und Tunesien dazu eine gemeinsame politische Absichtserklärung. Deutschland vertrat Staatssekretär Frank Wetzel vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE).

Wie das BMWE mitteilt, wollen die beteiligten Staaten mit der Initiative „Südlicher Wasserstoffkorridor“, kurz „SoutH2“, insbesondere den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft zwischen Nordafrika und Europa unterstützen. Auch Fernleitungsnetzbetreiber, Regulierungsbehörden, Finanzinstitutionen sowie Produzenten und potenzielle Abnehmer sollen stärker in die weitere Entwicklung eingebunden werden.

Künftig wollen sich die fünf Staaten, wie das BMWE bekannt gibt, regelmäßig über den Aufbau des Wasserstoffkorridors abstimmen. Themen sollen unter anderem gemeinsame Rahmenbedingungen und Investitionen sowie die Einbindung von Netzbetreibern, Produzenten und Abnehmern sein. Zugleich wollen die Länder ihre Energieversorgung breiter aufstellen.

Eigenes Sekretariat soll Koordination unterstützen

Für die zwischenstaatliche Zusammenarbeit soll zudem ein eigenes Sekretariat bei der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) entstehen. Die UN-Organisation mit Sitz in Wien unterstützt Staaten bei der industriellen Entwicklung.

Das geplante Sekretariat soll die Zusammenarbeit der fünf Staaten bündeln und Unternehmen frühzeitig einbeziehen. Es soll die Abstimmung zwischen Regierungen und Wirtschaft unterstützen und so die weitere Entwicklung des Wasserstoffkorridors erleichtern. Bei der Ministerkonferenz sprachen die Regierungen vor diesem Hintergrund auch mit Energieunternehmen aus den fünf Partnerländern. Im Mittelpunkt standen mögliche Projekte und Investitionen in Algerien, vor allem für grünen Wasserstoff und erneuerbare Energien. 

Zusätzlich hat sich eine Industrieinitiative für den „Südlichen Wasserstoffkorridor“ gegründet. Sie soll vor allem Unternehmen auf der Abnehmerseite zusammenbringen und dazu beitragen, dass für künftige Wasserstoffprojekte eine belastbare Nachfrage entsteht.

Details zum SoutH2-Korridor

Nach Angaben der beteiligten Fernleitungsnetzbetreiber soll der SoutH2-Korridor rund 3.300 Kilometer lang werden und Nordafrika über Italien und Österreich mit Deutschland verbinden. Mehr als 65 Prozent der Leitungen sollen aus bestehender Gasinfrastruktur hervorgehen, die für Wasserstoff umgerüstet wird. Die Betreiber nennen ein Importpotenzial von mehr als 4 Millionen Tonnen grünem Wasserstoff pro Jahr. Vollständig in Betrieb gehen soll der Korridor in den frühen 2030er-Jahren. Die Angaben stammen von der gemeinsamen SoutH2-Projektinitiative der Netzbetreiber Snam, Trans Austria Gasleitung (TAG), Gas Connect Austria (GCA) und Bayernets.

Wasserstoff aus Algerien für Europa

Teil der Gespräche war auch das Projekt „Algeria to Europe Hydrogen Alliance“ (ALTEH2A). Es soll die Produktion von grünem Wasserstoff in Algerien ausbauen und den Energieträger über den Wasserstoffkorridor für den europäischen Markt verfügbar machen.

Eine Absichtserklärung für „ALTEH2A“ hatten Sonatrach, Sonelgaz, VNG, Snam, SeaCorridor und Verbund Green Hydrogen bereits im Oktober 2024 unterzeichnet. Das Projekt bringt damit Energieunternehmen aus Algerien und Europa zusammen. Nach Angaben des BMWE soll es sich in die breitere Zusammenarbeit rund um „SoutH2“ einfügen.

Mit der nun vereinbarten politischen Erklärung schaffen die fünf beteiligten Staaten vor allem eine organisatorische Grundlage für die weitere Zusammenarbeit. (ds)

Freitag, 2.10.2026, 13:22 Uhr
Davina Spohn
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Wasserstoff
Fünf Länder treiben „SoutH2-Korridor“ voran
Deutschland, Algerien, Österreich, Italien und Tunesien haben in Algier eine politische Absichtserklärung zum Wasserstoffkorridor „SoutH2“ unterzeichnet.
Eine engere Koordination beim geplanten Wasserstofftransport zwischen Nordafrika und Europa wollen die Vertreter der Energieministerien von fünf Ländern anstoßen. Bei einer Ministerkonferenz in der algerischen Hauptstadt Algier unterzeichneten Vertreter aus Deutschland, Algerien, Österreich, Italien und Tunesien dazu eine gemeinsame politische Absichtserklärung. Deutschland vertrat Staatssekretär Frank Wetzel vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE).

Wie das BMWE mitteilt, wollen die beteiligten Staaten mit der Initiative „Südlicher Wasserstoffkorridor“, kurz „SoutH2“, insbesondere den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft zwischen Nordafrika und Europa unterstützen. Auch Fernleitungsnetzbetreiber, Regulierungsbehörden, Finanzinstitutionen sowie Produzenten und potenzielle Abnehmer sollen stärker in die weitere Entwicklung eingebunden werden.

Künftig wollen sich die fünf Staaten, wie das BMWE bekannt gibt, regelmäßig über den Aufbau des Wasserstoffkorridors abstimmen. Themen sollen unter anderem gemeinsame Rahmenbedingungen und Investitionen sowie die Einbindung von Netzbetreibern, Produzenten und Abnehmern sein. Zugleich wollen die Länder ihre Energieversorgung breiter aufstellen.

Eigenes Sekretariat soll Koordination unterstützen

Für die zwischenstaatliche Zusammenarbeit soll zudem ein eigenes Sekretariat bei der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) entstehen. Die UN-Organisation mit Sitz in Wien unterstützt Staaten bei der industriellen Entwicklung.

Das geplante Sekretariat soll die Zusammenarbeit der fünf Staaten bündeln und Unternehmen frühzeitig einbeziehen. Es soll die Abstimmung zwischen Regierungen und Wirtschaft unterstützen und so die weitere Entwicklung des Wasserstoffkorridors erleichtern. Bei der Ministerkonferenz sprachen die Regierungen vor diesem Hintergrund auch mit Energieunternehmen aus den fünf Partnerländern. Im Mittelpunkt standen mögliche Projekte und Investitionen in Algerien, vor allem für grünen Wasserstoff und erneuerbare Energien. 

Zusätzlich hat sich eine Industrieinitiative für den „Südlichen Wasserstoffkorridor“ gegründet. Sie soll vor allem Unternehmen auf der Abnehmerseite zusammenbringen und dazu beitragen, dass für künftige Wasserstoffprojekte eine belastbare Nachfrage entsteht.

Details zum SoutH2-Korridor

Nach Angaben der beteiligten Fernleitungsnetzbetreiber soll der SoutH2-Korridor rund 3.300 Kilometer lang werden und Nordafrika über Italien und Österreich mit Deutschland verbinden. Mehr als 65 Prozent der Leitungen sollen aus bestehender Gasinfrastruktur hervorgehen, die für Wasserstoff umgerüstet wird. Die Betreiber nennen ein Importpotenzial von mehr als 4 Millionen Tonnen grünem Wasserstoff pro Jahr. Vollständig in Betrieb gehen soll der Korridor in den frühen 2030er-Jahren. Die Angaben stammen von der gemeinsamen SoutH2-Projektinitiative der Netzbetreiber Snam, Trans Austria Gasleitung (TAG), Gas Connect Austria (GCA) und Bayernets.

Wasserstoff aus Algerien für Europa

Teil der Gespräche war auch das Projekt „Algeria to Europe Hydrogen Alliance“ (ALTEH2A). Es soll die Produktion von grünem Wasserstoff in Algerien ausbauen und den Energieträger über den Wasserstoffkorridor für den europäischen Markt verfügbar machen.

Eine Absichtserklärung für „ALTEH2A“ hatten Sonatrach, Sonelgaz, VNG, Snam, SeaCorridor und Verbund Green Hydrogen bereits im Oktober 2024 unterzeichnet. Das Projekt bringt damit Energieunternehmen aus Algerien und Europa zusammen. Nach Angaben des BMWE soll es sich in die breitere Zusammenarbeit rund um „SoutH2“ einfügen.

Mit der nun vereinbarten politischen Erklärung schaffen die fünf beteiligten Staaten vor allem eine organisatorische Grundlage für die weitere Zusammenarbeit. (ds)

Freitag, 2.10.2026, 13:22 Uhr
Davina Spohn

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