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Die Bundesregierung empfiehlt eine Kooperation zwischen der deutschen Framatome ANF und der russischen Rosatom. Ziel ist die Versorgung osteuropäischer Reaktoren mit Brennstoff.
Die Bundesregierung hat dem niedersächsischen Umweltministerium nach Medienberichten empfohlen, eine Kooperation zwischen der Framatome Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF) in Lingen und der russischen Atombehörde Rosatom zu genehmigen. Das berichten unter anderem der Norddeutsche Rundfunk (NDR) und Politico.
ANF ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der franzöischen Atomgesellschaft Framatome. ANF fertigt Brennelemente, Zwischenprodukte und Brennelementkomponenten für Kernkraftwerke im Auftrag der Framatome für den europäischen und weltweiten Markt und dient so der Versorgung von Kernkraftwerken mit Kernbrennstoff.
Konkret geht es um die Fertigung von Brennelementen am Standort Lingen im Emsland für osteuropäische Kernkraftwerke russischer Bauart. Politico zufolge sind auf Bundesebene mehrere Ressorts eingebunden, die Federführung liege beim Bundesumweltministerium. Auch Gespräche zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zu dem Vorhaben werden genannt.
Die Fertigung von Brennelementen russischer Bauart in Lingen sei dem vernehmen nach genehmigt worden, um osteuropäischen Betreibern von russischen Reaktoren eine Alternative zu direkten Lieferungen aus Russland zu ermöglichen und damit die Abhängigkeit von Rosatom zu verringern.
Hintergrund ist, dass mehrere Kernkraftwerke in EU-Staaten weiterhin auf Brennelemente sowjetischer beziehungsweise russischer Bauart angewiesen sind. Eine Produktion in Lingen wird als Möglichkeit gesehen, diese Versorgung innerhalb der EU sicherzustellen und Lieferketten zu diversifizieren.
Das Thema ist auch Gegenstand einer Kleinen Anfrage im Bundestag. In der Drucksache 21/4118 wird unter anderem nach dem Stand des Genehmigungsverfahrens, nach der Rolle der Sicherheitsbehörden und nach möglichen politischen Kontakten im Zusammenhang mit dem Projekt gefragt
Kritik kommt von Anti-Atom-Initiativen. In einer gemeinsamen Mitteilung vom 22. Februar 2026 sprechen „ausgestrahlt“, das Bündnis „AgiEL“ und die Organisation „Ecodefense“ von einem sicherheits- und außenpolitisch problematischen Schritt. Sie verweisen auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und warnen vor einem wachsenden Einfluss Rosatoms auf kritische Energieinfrastruktur in Europa.
Die Initiativen fordern Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) auf, die Genehmigung zu verweigern. Das niedersächsische Umweltministerium sei rechtlich nicht an eine Empfehlung des Bundes gebunden und könne die atomrechtliche Entscheidung eigenständig treffen.
Montag, 23.02.2026, 15:30 Uhr
Stefan Sagmeister
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