Der Haupstiz der Thüga in München. Quelle: Thüga AG
Die Investitionen der Thüga-Gruppe bleiben hoch, während die Erträge aus Beteiligungen deutlich steigen. Neue Finanzierungswege sollen die Energiewende unterstützen.
Die mehr als 100 Unternehmen der Thüga-Gruppe investierten 2025 insgesamt 3,9 Milliarden Euro in die kommunale Energieversorgung. Gleichzeitig erhöhten sich die Erträge aus Beteiligungen der Münchner Thüga AG auf 422,2 Millionen Euro. Das sind 53,2 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.
„Die Energiewende geschieht vor Ort – und unsere Partnerunternehmen setzen sie Tag für Tag um“, so der Vorstandsvorsitzende Constantin H. Alsheimer in einer Mitteilung der Thüga. Die kommunalen Energie- und Wasserversorger der Gruppe bauten Netze aus, investierten in erneuerbare Energien und trieben die Wärmewende voran. „Genau diese operative Stärke zeigt sich auch in unseren Zahlen“, betont Alsheimer.
Nach Angaben der Thüga beruht der Anstieg des Beteiligungsergebnisses vor allem auf höheren Ausschüttungen und Ergebnisabführungen einzelner Beteiligungsgesellschaften. Die Partnerunternehmen der Gruppe versorgen rund neun Millionen Menschen in Deutschland mit Energie und Wasser.
Beim Thüga-Holding-Konzern entwickelte sich das operative Ergebnis dagegen rückläufig. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank auf 440,6 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte es noch 598,8 Millionen Euro betragen. Die Gesamtkapitalrendite verringerte sich von 14,8 auf 10,1 Prozent.
Rethmann: „Kein Ausdruck operativer Schwäche“
„Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Wertfortschreibung der nach der Equity-Methode bilanzierten Partnerunternehmen – und ist nicht Ausdruck operativer Schwäche“, erklärte Finanzvorständin Anne Rethmann. Die finanzielle Basis sei robust, die Kapitalstruktur solide und die Investitionsfähigkeit weiterhin gegeben.
Die Investitionen des Holding-Konzerns gingen 2025 leicht zurück. Sie beliefen sich auf 139,4 Millionen Euro nach 148,5 Millionen Euro im Jahr zuvor. Der Schwerpunkt habe auf Kapitalmaßnahmen bei Beteiligungsunternehmen gelegen, darunter zwei größere Stadtwerke. Die Thüga verfügt laut Rethmann weiterhin über eine solide Kapitalstruktur und ausreichenden Spielraum für Investitionen.
Finanzierung rückt in den Fokus
Mit Blick auf die kommenden Jahre sieht die Thüga die Finanzierung der Energiewende als eine der zentralen Herausforderungen für kommunale Energieversorger. Rethmann verwies auf eine Studie von PwC Deutschland und der Förderbank KfW. Demnach müssen Energieversorger bis 2045 insgesamt 535 Milliarden Euro in Strom- und Gasverteilnetze sowie die netzgebundene Wärmeversorgung investieren.
„Das Know-how für die Transformation haben die kommunalen Unternehmen – es darf nicht am Kapital scheitern“, so die Finanzvorständin. Deshalb entwickelt die Thüga nach eigenen Angaben zusätzliche Finanzierungsinstrumente. Dazu zählen Working-Capital-Lösungen, Bürgerbeteiligungsmodelle sowie Finanzierungsstrukturen, die Investitionen außerhalb der Bilanz des jeweiligen Stadtwerks ermöglichen. Aktuell arbeitet das Unternehmen an einer Plattform, die geeignete Projekte von Partnerunternehmen bündeln soll.
Thüga will mehr Zusammenarbeit der Stadtwerke
Parallel dazu will die Thüga ihr Strategieprogramm „Horizonte+ 2030“ weiter vorantreiben. Ziel des Programms ist es, die Zusammenarbeit innerhalb des Verbunds auszubauen und gemeinsame Lösungen schneller umzusetzen. „Unsere Aufgabe ist nicht nur, Beteiligungen zu halten, sondern die Leistungsfähigkeit im Verbund zu verbessern“, erklärte Alsheimer.
Alsheimer sieht in der Zusammenarbeit der Partnerunternehmen einen wichtigen Hebel für die Umsetzung der Energiewende. Um gemeinsame Projekte voranzubringen, hat die Thüga vier Regionalleiter eingesetzt. Sie sollen den Austausch vor Ort stärken und regionale Vorhaben koordinieren.
Auch gemeinsame Plattformen gewinnen nach Angaben des Unternehmens an Bedeutung. Die Thüga-Abrechnungsplattform soll künftig für 33 Unternehmen eine standardisierte und automatisierte Abwicklung ermöglichen. Darüber hinaus arbeitet die Gruppe an einer Vertriebsplattform. Sie soll zusätzliche Skaleneffekte schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit der Partnerunternehmen stärken.
Das Gemeinschaftsunternehmen Regioladen+ bündelt inzwischen die Ladeinfrastruktur von 18 kommunalen Energieversorgern mit rund 1.000 Ladepunkten. Bei einer Ausschreibung für Schwerlast-Ladeinfrastruktur in Baden-Württemberg erhielt die Gesellschaft nach Angaben der Thüga den Zuschlag für 14 Standorte.
Dienstag, 16.06.2026, 15:22 Uhr
Davina Spohn
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