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Energie & Management > Beteiligung - Enercity gibt Thüga-Beteiligung ab
Die Thüga-Zentrale. Quelle: Thüga
Beteiligung

Enercity gibt Thüga-Beteiligung ab

Der Hannoveraner Versorger Enercity und die Münchener Stadtwerkegesellschaft Thüga AG streben eine Entflechtung ihrer gegenseitigen Beteiligungen an. 
Der kommunale Energieversorger Enercity aus Hannover trennt sich von seiner Beteiligung an der Thüga. Gleichzeitig gibt die Thüga ihren Anteil an Enercity an die Landeshauptstadt Hannover zurück. Das teilten die beteiligten Unternehmen am 5. Mai mit.

Damit lösen beide Seiten eine seit Jahren bestehende Überkreuzbeteiligung auf. Aktuell hält Enercity 20,5 Prozent an der Thüga, während die Thüga rund 24 Prozent an Enercity hält. Mehrheitseignerin von Enercity ist mit knapp 76 Prozent die Landeshauptstadt Hannover. Künftig soll der von Enercity gehaltene Anteil an der Thüga auf die übrigen Gesellschafter übergehen. Im Gespräch ist dabei schon länger die Frankfurter Mainova. Der Anteil der Thüga an Enercity soll von der Stadt Hannover übernommen werden, heißt es weiter.

Die Unternehmen begründen den Schritt mit einer strategischen Neuausrichtung. „Die angestrebte Entflechtung ist die konsequente Fortführung der strategischen Weiterentwicklung der Enercity“, sagt CEO Aurelie Alemany. Der Vorstandsvorsitzende der Thüga, Constantin H. Alsheimer, ergänzt: „Durch die Entflechtung wird die Gesellschafterstruktur der Thüga klarer und fokussierter.“

Mit der Neuordnung endet ein Beteiligungskonstrukt, das seit mehr als 16 Jahren besteht. Im Dezember 2009 hatte das Bundeskartellamt den Verkauf der damaligen Eon-Tochter Thüga an ein Konsortium kommunaler Energieversorger genehmigt. Seitdem hielten Enercity, Mainova und die N-Ergie aus Nürnberg jeweils 20,53 Prozent an der Thüga, während die übrigen Anteile bei der „Kom 9“ lagen, einem Stadtwerkeverbund unter Führung der Freiburger Badenova. 

Der Ausstieg von Enercity kommt nicht überraschend. Bereits seit Längerem laufen Gespräche über einen möglichen Verkauf der Anteile. Im November berichtete E&M, dass sich die Mainova in Verhandlungen über einen möglichen Ausbau ihres Engagements befindet.

Die Mainova befand sich damals nach eigenen Angaben in fortlaufenden Gesprächen mit Enercity und weiteren Gesellschaftern „über einen möglichen Erwerb weiterer Anteile an der Thüga Holding GmbH & Co. KGaA“. Die Mainova habe „vor einiger Zeit eine rechtlich unverbindliche Absichtserklärung über das Vorgehen im Hinblick auf eine mögliche Veräußerung von Anteilen durch Enercity Aktiengesellschaft unterzeichnet“, teilte ein Unternehmenssprecher damals auf Anfrage der Redaktion mit. „Der Ausgang der Gespräche, insbesondere ob, in welcher Höhe und zu welchen Bedingungen Anteile erworben werden sollen, ist offen.“

Auch wirtschaftliche Aspekte spielen bei der Transaktion wohl eine Rolle. Die Thüga schüttete für das Geschäftsjahr 2024 rund 295 Millionen Euro an ihre Anteilseigner aus, nach 344 Millionen Euro im Jahr zuvor. Ein Anteil von 20,53 Prozent entspricht damit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag jährlich. Im Jahr 2025 erzielte die Thüga-Gruppe einen Umsatz von 44,4 Milliarden Euro. Damit zählt sie deutschlandweit zu den drei umsatzstärksten Energieversorgern.

Der ursprüngliche Verkauf der Thüga brachte Eon im Jahr 2009 rund 2,9 Milliarden Euro ein. In Branchenkreisen wird der Wert der Enercity-Beteiligung aktuell auf etwa 1 Milliarde Euro geschätzt. 

Mit der Entflechtung schaffen die beteiligten Unternehmen nach eigenen Angaben die Voraussetzung, ihre strategischen Ziele künftig klarer zu verfolgen. Für den kommunalen Energiesektor markiert der Schritt zugleich das mögliche Ende eines der prägenden Beteiligungsmodelle der vergangenen Jahre.
 

Dienstag, 5.05.2026, 17:41 Uhr
Stefan Sagmeister
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Enercity gibt Thüga-Beteiligung ab
Der Hannoveraner Versorger Enercity und die Münchener Stadtwerkegesellschaft Thüga AG streben eine Entflechtung ihrer gegenseitigen Beteiligungen an. 
Der kommunale Energieversorger Enercity aus Hannover trennt sich von seiner Beteiligung an der Thüga. Gleichzeitig gibt die Thüga ihren Anteil an Enercity an die Landeshauptstadt Hannover zurück. Das teilten die beteiligten Unternehmen am 5. Mai mit.

Damit lösen beide Seiten eine seit Jahren bestehende Überkreuzbeteiligung auf. Aktuell hält Enercity 20,5 Prozent an der Thüga, während die Thüga rund 24 Prozent an Enercity hält. Mehrheitseignerin von Enercity ist mit knapp 76 Prozent die Landeshauptstadt Hannover. Künftig soll der von Enercity gehaltene Anteil an der Thüga auf die übrigen Gesellschafter übergehen. Im Gespräch ist dabei schon länger die Frankfurter Mainova. Der Anteil der Thüga an Enercity soll von der Stadt Hannover übernommen werden, heißt es weiter.

Die Unternehmen begründen den Schritt mit einer strategischen Neuausrichtung. „Die angestrebte Entflechtung ist die konsequente Fortführung der strategischen Weiterentwicklung der Enercity“, sagt CEO Aurelie Alemany. Der Vorstandsvorsitzende der Thüga, Constantin H. Alsheimer, ergänzt: „Durch die Entflechtung wird die Gesellschafterstruktur der Thüga klarer und fokussierter.“

Mit der Neuordnung endet ein Beteiligungskonstrukt, das seit mehr als 16 Jahren besteht. Im Dezember 2009 hatte das Bundeskartellamt den Verkauf der damaligen Eon-Tochter Thüga an ein Konsortium kommunaler Energieversorger genehmigt. Seitdem hielten Enercity, Mainova und die N-Ergie aus Nürnberg jeweils 20,53 Prozent an der Thüga, während die übrigen Anteile bei der „Kom 9“ lagen, einem Stadtwerkeverbund unter Führung der Freiburger Badenova. 

Der Ausstieg von Enercity kommt nicht überraschend. Bereits seit Längerem laufen Gespräche über einen möglichen Verkauf der Anteile. Im November berichtete E&M, dass sich die Mainova in Verhandlungen über einen möglichen Ausbau ihres Engagements befindet.

Die Mainova befand sich damals nach eigenen Angaben in fortlaufenden Gesprächen mit Enercity und weiteren Gesellschaftern „über einen möglichen Erwerb weiterer Anteile an der Thüga Holding GmbH & Co. KGaA“. Die Mainova habe „vor einiger Zeit eine rechtlich unverbindliche Absichtserklärung über das Vorgehen im Hinblick auf eine mögliche Veräußerung von Anteilen durch Enercity Aktiengesellschaft unterzeichnet“, teilte ein Unternehmenssprecher damals auf Anfrage der Redaktion mit. „Der Ausgang der Gespräche, insbesondere ob, in welcher Höhe und zu welchen Bedingungen Anteile erworben werden sollen, ist offen.“

Auch wirtschaftliche Aspekte spielen bei der Transaktion wohl eine Rolle. Die Thüga schüttete für das Geschäftsjahr 2024 rund 295 Millionen Euro an ihre Anteilseigner aus, nach 344 Millionen Euro im Jahr zuvor. Ein Anteil von 20,53 Prozent entspricht damit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag jährlich. Im Jahr 2025 erzielte die Thüga-Gruppe einen Umsatz von 44,4 Milliarden Euro. Damit zählt sie deutschlandweit zu den drei umsatzstärksten Energieversorgern.

Der ursprüngliche Verkauf der Thüga brachte Eon im Jahr 2009 rund 2,9 Milliarden Euro ein. In Branchenkreisen wird der Wert der Enercity-Beteiligung aktuell auf etwa 1 Milliarde Euro geschätzt. 

Mit der Entflechtung schaffen die beteiligten Unternehmen nach eigenen Angaben die Voraussetzung, ihre strategischen Ziele künftig klarer zu verfolgen. Für den kommunalen Energiesektor markiert der Schritt zugleich das mögliche Ende eines der prägenden Beteiligungsmodelle der vergangenen Jahre.
 

Dienstag, 5.05.2026, 17:41 Uhr
Stefan Sagmeister

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