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Energie & Management > Vertrieb - Nahost-Krise erreicht Gasrechnungen bislang nicht
Quelle: Pixabay / Stefan Schweihofer
Vertrieb

Nahost-Krise erreicht Gasrechnungen bislang nicht

Trotz gestiegener Großhandelspreise infolge des Nahost-Konflikts zahlen laut einer Auswertung von Verivox viele Gaskunden derzeit weniger als im Vorjahr.
Die Gaspreise für Bestandskunden sind im laufenden Jahr trotz gestiegener Großhandelspreise infolge des Nahost-Konflikts vielfach gesunken. Das geht aus einer Analyse des Vergleichsportals Verivox hervor.

Für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh sind der Auswertung zufolge die jährlichen Kosten in der Grundversorgung gegenüber dem Vorjahr von 2.802 auf 2.687 Euro gesunken. Das entspricht einer Entlastung von 115 Euro beziehungsweise 4,1 Prozent. Nach Angaben von Verivox profitieren davon rund 3,7 Millionen Haushalte.

Auch in den Sondertarifen der örtlichen Versorger liegen die Kosten unter dem Vorjahresniveau. Für einen Musterhaushalt sanken die durchschnittlichen Jahreskosten des günstigsten lokalen Sondertarifs nach Daten des Vergleichsportals von 2.292 auf 2.223 Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 3 Prozent. Laut Verivox nutzen rund 7,5 Millionen Haushalte entsprechende Tarife.

„Die jüngsten Preissteigerungen am Großhandelsmarkt infolge des Nahost-Konflikts sind bislang bei vielen Haushalten noch nicht angekommen“, kommentiert Thorsten Storck, Energieexperte des Online-Portals. „Es ist aber durchaus möglich, dass einzelne Versorger bis Jahresende noch Preisanpassungen vornehmen.“

Am niederländischen Gashandelsplatz TTF lag der durchschnittliche Großhandelspreis im Jahr 2024 bei rund 3,4 Cent/kWh und im Jahr 2025 bei knapp 3,7 Cent/kWh. Im laufenden Jahr stieg der Preis infolge des Irankriegs zeitweise auf bis zu 6,6 Cent/kWh und liegt derzeit bei rund 4,2 Cent/kWh.

Gefälle zwischen lokalen und überregionalen Anbietern

Trotz der gesunkenen Preise blieben die Tarife der örtlichen Versorger laut Verivox im Durchschnitt teurer als Angebote überregionaler Anbieter. Während Gas in der Grundversorgung durchschnittlich 13,4 Cent/kWh koste und der günstigste lokale Sondertarif bei 11,4 Cent/kWh liege, betrage der günstigste Laufzeittarif eines überregionalen Anbieters im Mittel 9,3 Cent/kWh. Daraus ergebe sich je nach Tarif ein Preisunterschied von 18 bis 31 Prozent.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft beziffert den durchschnittlichen Gaspreis für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh bei neu abgeschlossenen Verträgen zum Stichtag 15. Juni auf 12,3 Cent/kWh – der gleiche Wert wie Anfang Mai. Zum 1. April ermittelte der BDEW einen durchschnittlichen Preis von 12,8 Cent/kWh. Am 1. Januar dieses Jahres betrug er 11,1 Cent/kWh. 

Verivox verglich für die Auswertung die aktuellen Kosten der Grundversorgung sowie des günstigsten lokalen Sondertarifs mit Neukundenbonus mit den entsprechenden Tarifständen des Vorjahres. Zusätzlich wurde für jede Postleitzahl der günstigste Laufzeittarif mit Preisgarantie ermittelt und daraus ein bundesweiter Durchschnittswert berechnet.

Dienstag, 30.06.2026, 09:20 Uhr
Manfred Fischer
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Nahost-Krise erreicht Gasrechnungen bislang nicht
Trotz gestiegener Großhandelspreise infolge des Nahost-Konflikts zahlen laut einer Auswertung von Verivox viele Gaskunden derzeit weniger als im Vorjahr.
Die Gaspreise für Bestandskunden sind im laufenden Jahr trotz gestiegener Großhandelspreise infolge des Nahost-Konflikts vielfach gesunken. Das geht aus einer Analyse des Vergleichsportals Verivox hervor.

Für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh sind der Auswertung zufolge die jährlichen Kosten in der Grundversorgung gegenüber dem Vorjahr von 2.802 auf 2.687 Euro gesunken. Das entspricht einer Entlastung von 115 Euro beziehungsweise 4,1 Prozent. Nach Angaben von Verivox profitieren davon rund 3,7 Millionen Haushalte.

Auch in den Sondertarifen der örtlichen Versorger liegen die Kosten unter dem Vorjahresniveau. Für einen Musterhaushalt sanken die durchschnittlichen Jahreskosten des günstigsten lokalen Sondertarifs nach Daten des Vergleichsportals von 2.292 auf 2.223 Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 3 Prozent. Laut Verivox nutzen rund 7,5 Millionen Haushalte entsprechende Tarife.

„Die jüngsten Preissteigerungen am Großhandelsmarkt infolge des Nahost-Konflikts sind bislang bei vielen Haushalten noch nicht angekommen“, kommentiert Thorsten Storck, Energieexperte des Online-Portals. „Es ist aber durchaus möglich, dass einzelne Versorger bis Jahresende noch Preisanpassungen vornehmen.“

Am niederländischen Gashandelsplatz TTF lag der durchschnittliche Großhandelspreis im Jahr 2024 bei rund 3,4 Cent/kWh und im Jahr 2025 bei knapp 3,7 Cent/kWh. Im laufenden Jahr stieg der Preis infolge des Irankriegs zeitweise auf bis zu 6,6 Cent/kWh und liegt derzeit bei rund 4,2 Cent/kWh.

Gefälle zwischen lokalen und überregionalen Anbietern

Trotz der gesunkenen Preise blieben die Tarife der örtlichen Versorger laut Verivox im Durchschnitt teurer als Angebote überregionaler Anbieter. Während Gas in der Grundversorgung durchschnittlich 13,4 Cent/kWh koste und der günstigste lokale Sondertarif bei 11,4 Cent/kWh liege, betrage der günstigste Laufzeittarif eines überregionalen Anbieters im Mittel 9,3 Cent/kWh. Daraus ergebe sich je nach Tarif ein Preisunterschied von 18 bis 31 Prozent.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft beziffert den durchschnittlichen Gaspreis für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh bei neu abgeschlossenen Verträgen zum Stichtag 15. Juni auf 12,3 Cent/kWh – der gleiche Wert wie Anfang Mai. Zum 1. April ermittelte der BDEW einen durchschnittlichen Preis von 12,8 Cent/kWh. Am 1. Januar dieses Jahres betrug er 11,1 Cent/kWh. 

Verivox verglich für die Auswertung die aktuellen Kosten der Grundversorgung sowie des günstigsten lokalen Sondertarifs mit Neukundenbonus mit den entsprechenden Tarifständen des Vorjahres. Zusätzlich wurde für jede Postleitzahl der günstigste Laufzeittarif mit Preisgarantie ermittelt und daraus ein bundesweiter Durchschnittswert berechnet.

Dienstag, 30.06.2026, 09:20 Uhr
Manfred Fischer

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