LNG-Tanker. Quelle: Shutterstock / Wojciech Wrzesien
Die Speicherziele für den Winter 2026/2027 bleiben laut der Energy Union Task Force erreichbar. Zusätzliche LNG-Kapazitäten sollen die Versorgung absichern.
Für Europas Gasversorgung im kommenden Winter sieht die „Energy Union Task Force“ nach ihrer jüngsten Bestandsaufnahme derzeit keine unmittelbare Gefahr. Die informelle Arbeitsgruppe aus Vertretern der Europäischen Kommission und der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) befasste sich am 10. Juli mit den Folgen der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten für die europäischen Energiemärkte. Die Generaldirektion Energie der EU-Kommission veröffentlichte die Ergebnisse des Treffens am 13. Juli in einer Mitteilung.
Demnach bewertete das Gremium die Lage auf dem Gasmarkt, die Füllstände der europäischen Gasspeicher und die Vorbereitungen auf den Winter 2026/2027. Vertreter der Mitgliedstaaten berichteten zudem über die Situation in ihren Ländern.
Preise reagieren bislang vergleichsweise ruhig
Der Konflikt in Nahost hält die europäischen Gaspreise über dem Niveau vor Beginn der Auseinandersetzungen. Nach Einschätzung der Task Force preist der Markt damit vor allem die Unsicherheit über Dauer und Folgen des Konflikts ein. Größere Ausschläge seien jedoch bislang jedoch ausgeblieben. Zudem lägen die Notierungen deutlich unter den Höchstständen der Energiekrise 2022.
Nach Einschätzung des Gremiums können die EU-Staaten die vorgesehenen Speicherfüllstände noch vor Beginn der Wintersaison erreichen. Damit sei die EU ausreichend auf die kalten Monate vorbereitet, heißt es aus Brüssel. Zusätzlich verweist die Task Force auf ungenutzte europäische Importkapazitäten für Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas, LNG). Diese könnten weitere Einfuhren ermöglichen, die Nachfrage im Winter decken und eine flexible Bewirtschaftung der Speicher unterstützen.
Wie groß die freien LNG-Importkapazitäten sind und in welchem Umfang sie im Winter genutzt werden könnten, beziffert die Mitteilung nicht. Auch zu möglichen Engpässen in einzelnen Mitgliedstaaten macht sie keine Angaben. Die Kommission und die Task Force wollen die Gasversorgungslage in der EU weiter beobachten und bei Bedarf Maßnahmen zwischen den Mitgliedstaaten koordinieren.
Die Energy Union Task Force wurde im Juni 2025 als Initiative des EU-Aktionsplans für erschwingliche Energie eingerichtet. Sie arbeitet als informelle, handlungsorientierte Kooperationsgruppe der Kommission und der Mitgliedstaaten. Die Task Force soll dafür sorgen, dass die EU-Staaten ihre Energiepolitik besser aufeinander abstimmen und gemeinsam Hürden für einen europäischen Energiemarkt aus dem Weg räumen.
Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem eine bessere Nutzung bestehender Infrastruktur, der Ausbau grenzüberschreitender Verbindungen, schnellere Genehmigungen, mehr Flexibilität im Energiesystem und Reformen zur Senkung der Energiekosten. Die Gruppe wird von der EU-Kommission geleitet. Bei Bedarf unterstützen Institutionen wie die Agentur der Europäischen Union für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (Acer) und die Europäische Investitionsbank (EIB) die Task Force. (ds)
Mittwoch, 15.07.2026, 14:14 Uhr
Davina Spohn
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