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Deutschland und Algerien haben in Berlin mehrere Vereinbarungen zur Energiezusammenarbeit geschlossen. Sie sollen den Wasserstoffhochlauf, die Gasversorgung und den Klimaschutz stärken.
Deutschland und Algerien wollen ihre Zusammenarbeit im Energiesektor ausbauen. Im Mittelpunkt stehen der Aufbau einer Wasserstoffverbindung zwischen Nordafrika und Europa, die Verringerung von Methanemissionen in der Öl- und Gasförderung sowie die langfristige Sicherung der Energieversorgung. Die Vereinbarungen wurden laut Bundesregierung am Rande des Staatsbesuchs des algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune am 16. Juli in Berlin unterzeichnet.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Tebboune an, Deutschland arbeite gemeinsam mit Algerien und Italien am sogenannten südlichen Wasserstoff-Korridor. Diese Infrastruktur soll künftig klimaverträglich erzeugten Wasserstoff aus Nordafrika nach Europa transportieren. Zugleich erklärte Merz laut Bundesregierung, dass auch weitere Erdgaslieferungen aus Algerien im Interesse beider Staaten lägen.
Methanleckagen reduzieren
Dafür ist die Verringerung von Methanemissionen in der Öl- und Gasindustrie notwendig. Dazu unterzeichneten Regierungsvertreter beider Länder eine gemeinsame Absichtserklärung. Ziel ist es, regulatorische Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln, moderne Technologien zur Erfassung und Verringerung von Methanleckagen einzusetzen sowie den Austausch zwischen Behörden, Unternehmen und Fachleuten zu intensivieren.
Die Zusammenarbeit soll laut Bundesregierung dazu beitragen, internationale Standards schneller umzusetzen und die Anforderungen der EU-Methanverordnung zu erfüllen. Der Staatssekretär Jochen Flasbarth aus dem Bundesumweltministerium (BMWKN) erklärte, solange fossile Energieträger genutzt würden, müsse ihre Klimawirkung so weit wie möglich reduziert werden.
„Mit Algerien als einem der größten Öl- und Gasförderländer für die Europäische Union setzt Deutschland deshalb auf moderne Technologien, um Methanemissionen leichter zu erfassen und zu senken“, sagte er. Die Kooperation zwischen den Unternehmen VNG und Sonatrach zeige, wie dies in der Praxis umgesetzt werden könne.
Nach Angaben der Bundesregierung soll die Zusammenarbeit hohe Umwelt- und Produktionsstandards in der Öl- und Gasförderung fördern. Der Verringerung von Methanleckagen komme dabei besondere Bedeutung zu, da Methan ein besonders wirksames Treibhausgas sei. Beide Länder wollen deshalb regulatorische und technische Lösungen gemeinsam weiterentwickeln.
Gaslieferungen vereinbart
Parallel dazu schlossen der Leipziger Energieversorger VNG und der algerische Energieproduzent Sonatrach einen Gasliefervertrag. Laut Bundesregierung soll dieser die Diversifizierung der deutschen Gasversorgung unterstützen und die langfristige Energiepartnerschaft zwischen beiden Ländern stärken. Bereits im Juni hatten beide Unternehmen eine gemeinsame Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei der Verringerung von Methanemissionen entlang der Gaswertschöpfungskette unterzeichnet.
Langfristig sehen beide Staaten nach Angaben der Bundesregierung großes Potenzial für die Lieferung klimaverträglich erzeugten Wasserstoffs sowie für den grenzüberschreitenden Handel mit Strom aus erneuerbaren Energien. Der geplante südliche Wasserstoff-Korridor gilt dabei als zentrale Voraussetzung für den Import von Wasserstoff aus Nordafrika nach Europa.
Über den Energiesektor hinaus vereinbarten Deutschland und Algerien eine engere Zusammenarbeit im Klima- und Umweltschutz. Das Abkommen umfasst unter anderem Maßnahmen zum Klimawandel, zum Schutz der biologischen Vielfalt, zur Bekämpfung von Umweltverschmutzung sowie zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und einer grünen Wirtschaft. Nach Angaben der Bundesregierung sollen die Vereinbarungen den klimapolitischen Rahmen der bilateralen Energiepartnerschaft weiter stärken. (sh)
Freitag, 17.07.2026, 13:42 Uhr
Susanne Harmsen
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