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Energie & Management > Klimaschutz - Umweltschützer verurteilen Expansionpläne von Öl- und Gasfirmen
Quelle: Fotolia / malp
Klimaschutz

Umweltschützer verurteilen Expansionpläne von Öl- und Gasfirmen

Während laut der Weltmeteorologieorganisation (WMO) die CO2-Menge in der Atmosphäre schon 50 Prozent über dem vorindustriellen Niveau liegt, expandieren Öl- und Gaskonzerne weiter.
In einer öffentlichen Datenbank Global Oil & Gas Exit List (Gogel) erfassen Klimaschutzorganisationen die Produktionspläne von Öl- und Erdgasunternehmen.
Demzufolge planen diese die Ausweitung ihrer Förderung trotz der bereits spürbaren Folgen der Klimaerwärmung durch menschengemachte Treibhausgasemissionen. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate, die Ende dieses Jahres die UN-Klimakonferenz ausrichten, seien daran beteiligt, kritisierten die Naturschutzorganisation Urgewald und weitere 50 Nichtregierungsorganisationen (NGO).

Gleichzeitig gab die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf bekannt, dass die CO2-Menge in der Atmosphäre in diesem Jahr schon 50 Prozent über dem vorindustriellen Niveau liegt. 96 Prozent der 700 in Gogel erfassten Förderfirmen planten indes die Ausweitung ihrer Produktion. Insgesamt 1.023 Unternehmen bauten den Daten zufolge neue Flüssiggas-Terminals, Pipelines oder Gaskraftwerke. Nils Bartsch von Urgewald sagte, das Ausmaß der Ausbaupläne sei erschreckend.

Die sieben Unternehmen mit den größten kurzfristigen Expansionsplänen im Erdölsektor sind demnach Saudi Aramco, Qatar Energy, Russlands Gazprom-Konzern, Petrobras aus Brasilien, Adnoc mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Total Energies und Exxon Mobil. „Diese sieben Unternehmen allein sind für ein Drittel der unmittelbar bevorstehenden Öl- und Gas-Expansionspläne verantwortlich“, so Urgewald.

Geld in erneuerbare Energien investieren

„Um das 1,5-Grad-Ziel der Klimaerwärmung aufrechtzuerhalten, ist ein schneller, kontrollierter Rückgang sowohl der Öl- als auch der Gasproduktion von entscheidender Bedeutung“, sagte Bartsch. Laut der 1,5-Grad-Roadmap der Internationalen Energieagentur (IEA) aus dem Jahr 2021 sei die Suche nach neuen Öl- und Gasreserven nicht mehr erforderlich und verzögere die Energiewende. Seit 2021 seien die jährlichen Investitionen der Branche in Öl- und Gasexploration jedoch um mehr als 30 Prozent gestiegen.

Die Unternehmen auf Gogel erschlössen zu fast einem Drittel auch Länder, die
bisher wenig oder gar keine Öl- und Gasproduktion haben. „Öl- und Gasunternehmen wie Total Energies, Shell und ihre lokalen Partner geben Milliarden von Dollar aus, um afrikanische Länder an eine Zukunft mit fossilem Gas zu binden“, warnte Bartsch. „Was wir dagegen brauchen, ist ein gerechter Übergang zu bezahlbarer und erneuerbarer Energie für alle“, sagte Leanne Govindsamy von der südafrikanischen NGO Centre for Environmental Rights.
 
Vergleich der CO2-Emissionen aus bereits beschlossenen Förderungen fossiler Brennstoffe mit dem Budget für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels der Klimaerwärmung.
Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken
Quelle: IPCC

Die Datenbank enthält laut Urgewald 1.623 Unternehmen, die Öl und Gas fördern oder neue fossile Infrastruktur wie Terminals für Flüssiggas (LNG), Öl- und Gaspipelines oder Gaskraftwerke entwickeln. Die aufgeführten Firmen seien verantwortlich für 95 Prozent der weltweiten Öl- und Gasproduktion.

Hauptinformationsquellen für die Datenbank sind laut Urgewald Unternehmensdaten wie Jahresberichte und Investorenpräsentationen, Rystad Energy sowie der Global Energy Monitor. Zum Teil fließen auch Börsenangaben und Informationen der jeweiligen Regierungen ein. Gogel wird jedes Jahr im Herbst aktualisiert.

Donnerstag, 16.11.2023, 15:13 Uhr
Susanne Harmsen
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Klimaschutz
Umweltschützer verurteilen Expansionpläne von Öl- und Gasfirmen
Während laut der Weltmeteorologieorganisation (WMO) die CO2-Menge in der Atmosphäre schon 50 Prozent über dem vorindustriellen Niveau liegt, expandieren Öl- und Gaskonzerne weiter.
In einer öffentlichen Datenbank Global Oil & Gas Exit List (Gogel) erfassen Klimaschutzorganisationen die Produktionspläne von Öl- und Erdgasunternehmen.
Demzufolge planen diese die Ausweitung ihrer Förderung trotz der bereits spürbaren Folgen der Klimaerwärmung durch menschengemachte Treibhausgasemissionen. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate, die Ende dieses Jahres die UN-Klimakonferenz ausrichten, seien daran beteiligt, kritisierten die Naturschutzorganisation Urgewald und weitere 50 Nichtregierungsorganisationen (NGO).

Gleichzeitig gab die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf bekannt, dass die CO2-Menge in der Atmosphäre in diesem Jahr schon 50 Prozent über dem vorindustriellen Niveau liegt. 96 Prozent der 700 in Gogel erfassten Förderfirmen planten indes die Ausweitung ihrer Produktion. Insgesamt 1.023 Unternehmen bauten den Daten zufolge neue Flüssiggas-Terminals, Pipelines oder Gaskraftwerke. Nils Bartsch von Urgewald sagte, das Ausmaß der Ausbaupläne sei erschreckend.

Die sieben Unternehmen mit den größten kurzfristigen Expansionsplänen im Erdölsektor sind demnach Saudi Aramco, Qatar Energy, Russlands Gazprom-Konzern, Petrobras aus Brasilien, Adnoc mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Total Energies und Exxon Mobil. „Diese sieben Unternehmen allein sind für ein Drittel der unmittelbar bevorstehenden Öl- und Gas-Expansionspläne verantwortlich“, so Urgewald.

Geld in erneuerbare Energien investieren

„Um das 1,5-Grad-Ziel der Klimaerwärmung aufrechtzuerhalten, ist ein schneller, kontrollierter Rückgang sowohl der Öl- als auch der Gasproduktion von entscheidender Bedeutung“, sagte Bartsch. Laut der 1,5-Grad-Roadmap der Internationalen Energieagentur (IEA) aus dem Jahr 2021 sei die Suche nach neuen Öl- und Gasreserven nicht mehr erforderlich und verzögere die Energiewende. Seit 2021 seien die jährlichen Investitionen der Branche in Öl- und Gasexploration jedoch um mehr als 30 Prozent gestiegen.

Die Unternehmen auf Gogel erschlössen zu fast einem Drittel auch Länder, die
bisher wenig oder gar keine Öl- und Gasproduktion haben. „Öl- und Gasunternehmen wie Total Energies, Shell und ihre lokalen Partner geben Milliarden von Dollar aus, um afrikanische Länder an eine Zukunft mit fossilem Gas zu binden“, warnte Bartsch. „Was wir dagegen brauchen, ist ein gerechter Übergang zu bezahlbarer und erneuerbarer Energie für alle“, sagte Leanne Govindsamy von der südafrikanischen NGO Centre for Environmental Rights.
 
Vergleich der CO2-Emissionen aus bereits beschlossenen Förderungen fossiler Brennstoffe mit dem Budget für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels der Klimaerwärmung.
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Quelle: IPCC

Die Datenbank enthält laut Urgewald 1.623 Unternehmen, die Öl und Gas fördern oder neue fossile Infrastruktur wie Terminals für Flüssiggas (LNG), Öl- und Gaspipelines oder Gaskraftwerke entwickeln. Die aufgeführten Firmen seien verantwortlich für 95 Prozent der weltweiten Öl- und Gasproduktion.

Hauptinformationsquellen für die Datenbank sind laut Urgewald Unternehmensdaten wie Jahresberichte und Investorenpräsentationen, Rystad Energy sowie der Global Energy Monitor. Zum Teil fließen auch Börsenangaben und Informationen der jeweiligen Regierungen ein. Gogel wird jedes Jahr im Herbst aktualisiert.

Donnerstag, 16.11.2023, 15:13 Uhr
Susanne Harmsen

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