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Energie & Management > Schweiz - Schweiz sichert sich zusätzliche Gasimporte
Quelle: Fotolia / daboost
Schweiz

Schweiz sichert sich zusätzliche Gasimporte

Die Schweiz sichert sich für den kommenden Winter zusätzliche Transport- und Bezugsmöglichkeiten für Erdgas im Umfang von ungefähr einem Zehntel des Winterverbrauchs.
Die Schweiz erweitert ihre Vorsorge für die Gasversorgung im Winter 2026/27. Kern der zusätzlichen Absicherung ist die Option „ITA.SWAPtion.26“, teilte das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) am 20. August mit. Sie ermöglicht es der Schweizer Gaswirtschaft, bei Bedarf auf Gas zuzugreifen, das aus Frankreich durch die Schweiz nach Italien transportiert wird. Die abgesicherte Menge entspricht nach Angaben der Schweizer Behörden und der Gaswirtschaft rund einem Zehntel des schweizerischen Winterverbrauchs.

Die „ITA.SWAPtion.26“ ist eine vertraglich gesicherte Option auf Bezugskapazitäten für Erdgas, mit der sich die Schweiz für den Winter 2026/27 gegen Einschränkungen ihrer regulären Importwege absichert. Damit erwirbt die Schweizer Gaswirtschaft gegen eine Optionsprämie das Recht, bei Bedarf auf bestimmte Transitmengen zuzugreifen.

Zweiter Importweg soll Abhängigkeit von Wallbach reduzieren

Die Option ermöglicht es, Gas, das aus Frankreich über das elsässische Oltingue (Nähe Basel) durch die Schweizer Transitgasleitung nach Italien fließt, bei Bedarf für die Versorgung in der Schweiz zu nutzen. Dies wäre laut dem Bundesamt vor allem dann wichtig, wenn die Einfuhr aus Deutschland über den Einspeisepunkt Wallbach eingeschränkt sein sollte.

Damit reagiert die Schweiz nach Auskunft des BWL auf die angespannte Speicherlage in Europa. Ende des Winters 2025/26 waren die Gasspeicher in den EU-Staaten im Durchschnitt zu 28 Prozent gefüllt. Zugleich kommt die Befüllung für den kommenden Winter nach Angaben der Schweizer Stellen bislang langsam voran. Für die Schweiz wiegt die Entwicklung besonders schwer, weil das Land keine eigenen saisonalen Gasspeicher besitzt und sowohl bei der Beschaffung als auch bei der Speicherung auf das Ausland angewiesen ist.

Für die Umsetzung sind die regionalen Gasnetzbetreiber verantwortlich. Sie sollen im Fall der Fälle die beiden Schweizer Energieunternehmen Axpo und Open EP mit der Bereitstellung der Option beauftragen. Axpo schloss dazu Verträge mit Transit-Shippern ab und Open EP bewirtschaftet Bestellungen und Lieferungen an die regionalen Gasnetzbetreiber. Die Option wird vom 1. Oktober 2026 bis 31. März 2027 verfügbar sein.

Gaskunden finanzieren die Absicherung

Für die Bereitstellung der Option fällt eine Prämie im niedrigen einstelligen Millionenbereich an. Kosten für das Gas selbst entstehen erst, wenn die Marktakteure die Option tatsächlich ausüben. Die Kosten der Optionsprämie tragen sämtliche Schweizer Gaskunden. 

Für ein gasbeheiztes Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh beziffern die Schweizer Stellen die zusätzlichen Kosten auf zwei bis drei Franken. Bei industriellen Großverbrauchern fallen entsprechend höhere Beträge an. Die Wirtschaftliche Landesversorgung stuft das Verhältnis zwischen den Kosten und der zusätzlichen Absicherung als vertretbar ein.

Der Abschluss der Option ist eine Vorsorgemaßnahme, teilte das Bundesamt dazu weiter mit. Erst wenn die Wirtschaft eine schwere Mangellage trotz der getroffenen Vorkehrungen nicht aus eigener Kraft bewältigen könnte, kämen „hoheitliche Maßnahmen des Bundes“ zum Einsatz. Dazu zählen in der Schweiz die Umschaltung von Zweistoffanlagen von Gas auf Heizöl, Beschränkungen und Verbote bestimmter Gasanwendungen sowie Kontingentierungen für Industrie- und Gewerbekunden. 

Zusätzlich stützt sich die Schweiz auf das Solidaritätsabkommen mit Deutschland und Italien. Es soll die Versorgung geschützter Kunden − darunter Krankenhäuser und Notdienste − absichern, wenn eine schwere Mangellage eintritt und die Schweiz ihre national verfügbaren Maßnahmen ausgeschöpft hat. (hr)

Freitag, 21.08.2026, 11:13 Uhr
Heidi Roider
Energie & Management > Schweiz - Schweiz sichert sich zusätzliche Gasimporte
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Schweiz
Schweiz sichert sich zusätzliche Gasimporte
Die Schweiz sichert sich für den kommenden Winter zusätzliche Transport- und Bezugsmöglichkeiten für Erdgas im Umfang von ungefähr einem Zehntel des Winterverbrauchs.
Die Schweiz erweitert ihre Vorsorge für die Gasversorgung im Winter 2026/27. Kern der zusätzlichen Absicherung ist die Option „ITA.SWAPtion.26“, teilte das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) am 20. August mit. Sie ermöglicht es der Schweizer Gaswirtschaft, bei Bedarf auf Gas zuzugreifen, das aus Frankreich durch die Schweiz nach Italien transportiert wird. Die abgesicherte Menge entspricht nach Angaben der Schweizer Behörden und der Gaswirtschaft rund einem Zehntel des schweizerischen Winterverbrauchs.

Die „ITA.SWAPtion.26“ ist eine vertraglich gesicherte Option auf Bezugskapazitäten für Erdgas, mit der sich die Schweiz für den Winter 2026/27 gegen Einschränkungen ihrer regulären Importwege absichert. Damit erwirbt die Schweizer Gaswirtschaft gegen eine Optionsprämie das Recht, bei Bedarf auf bestimmte Transitmengen zuzugreifen.

Zweiter Importweg soll Abhängigkeit von Wallbach reduzieren

Die Option ermöglicht es, Gas, das aus Frankreich über das elsässische Oltingue (Nähe Basel) durch die Schweizer Transitgasleitung nach Italien fließt, bei Bedarf für die Versorgung in der Schweiz zu nutzen. Dies wäre laut dem Bundesamt vor allem dann wichtig, wenn die Einfuhr aus Deutschland über den Einspeisepunkt Wallbach eingeschränkt sein sollte.

Damit reagiert die Schweiz nach Auskunft des BWL auf die angespannte Speicherlage in Europa. Ende des Winters 2025/26 waren die Gasspeicher in den EU-Staaten im Durchschnitt zu 28 Prozent gefüllt. Zugleich kommt die Befüllung für den kommenden Winter nach Angaben der Schweizer Stellen bislang langsam voran. Für die Schweiz wiegt die Entwicklung besonders schwer, weil das Land keine eigenen saisonalen Gasspeicher besitzt und sowohl bei der Beschaffung als auch bei der Speicherung auf das Ausland angewiesen ist.

Für die Umsetzung sind die regionalen Gasnetzbetreiber verantwortlich. Sie sollen im Fall der Fälle die beiden Schweizer Energieunternehmen Axpo und Open EP mit der Bereitstellung der Option beauftragen. Axpo schloss dazu Verträge mit Transit-Shippern ab und Open EP bewirtschaftet Bestellungen und Lieferungen an die regionalen Gasnetzbetreiber. Die Option wird vom 1. Oktober 2026 bis 31. März 2027 verfügbar sein.

Gaskunden finanzieren die Absicherung

Für die Bereitstellung der Option fällt eine Prämie im niedrigen einstelligen Millionenbereich an. Kosten für das Gas selbst entstehen erst, wenn die Marktakteure die Option tatsächlich ausüben. Die Kosten der Optionsprämie tragen sämtliche Schweizer Gaskunden. 

Für ein gasbeheiztes Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh beziffern die Schweizer Stellen die zusätzlichen Kosten auf zwei bis drei Franken. Bei industriellen Großverbrauchern fallen entsprechend höhere Beträge an. Die Wirtschaftliche Landesversorgung stuft das Verhältnis zwischen den Kosten und der zusätzlichen Absicherung als vertretbar ein.

Der Abschluss der Option ist eine Vorsorgemaßnahme, teilte das Bundesamt dazu weiter mit. Erst wenn die Wirtschaft eine schwere Mangellage trotz der getroffenen Vorkehrungen nicht aus eigener Kraft bewältigen könnte, kämen „hoheitliche Maßnahmen des Bundes“ zum Einsatz. Dazu zählen in der Schweiz die Umschaltung von Zweistoffanlagen von Gas auf Heizöl, Beschränkungen und Verbote bestimmter Gasanwendungen sowie Kontingentierungen für Industrie- und Gewerbekunden. 

Zusätzlich stützt sich die Schweiz auf das Solidaritätsabkommen mit Deutschland und Italien. Es soll die Versorgung geschützter Kunden − darunter Krankenhäuser und Notdienste − absichern, wenn eine schwere Mangellage eintritt und die Schweiz ihre national verfügbaren Maßnahmen ausgeschöpft hat. (hr)

Freitag, 21.08.2026, 11:13 Uhr
Heidi Roider

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