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Die Entsorgungsgesellschaft Steinfurt mbH (EGST) hat in Saerbeck Biomethan-Aufbereitung, Biomasseheizkraftwerk und Klärschlammtrocknung gekoppelt. Damit wird nun Biomethan erzeugt.
Die Entsorgungsgesellschaft Steinfurt (EGST) hat an ihrem Standort in Saerbeck ein Energieverbundsystem aus Biomasseheizkraftwerk, Biomethan-Aufbereitung und Klärschlammtrocknung in Betrieb genommen. Mit dem Projekt verändert die kommunale Entsorgungsgesellschaft die Nutzung des Biogases, das sie seit dem Jahr 2013 in einer Bioabfallvergärungsanlage erzeugt. Die EGST ist eine hundertprozentige Tochter des Kreises Steinfurt und koordiniert in dessen Auftrag die Abfallwirtschaft im Kreis.
Bislang verstromte die EGST das Gas in EEG-geförderten Blockheizkraftwerken. Nun bereitet sie einen Teil des Biogases zu Biomethan auf und speist dieses in das Erdgasnetz ein. Damit reagiert das Unternehmen nach eigenen Angaben auch auf das Auslaufen der EEG-Förderung für bestehende Erzeugungsanlagen. Nach Angaben des Generalunternehmers „Schmidmeier NaturEnergie“ vermeiden die EGST pro Jahr rund 5.280 Tonnen CO2.
Für die Biomethan-Aufbereitung setzt die EGST eine drucklose Aminwäsche − ein chemisches Absorptionsverfahren zur Aufbereitung von Rohbiogas zu Biomethan − ein. Diese benötigt neben Strom Prozesswärme mit einer Temperatur von 140 Grad Celsius. Die Wärme stammt aus einem neu errichteten Biomasseheizkraftwerk. Als Brennstoffe dienen Gebrauchtholz der Klassen A I und A II sowie Landschaftspflegematerial. Nach den technischen Angaben von Schmidmeier Naturenergie erreicht die Anlage eine Nennwärmeleistung von 3 MW bei einer Dampfleistung von 4.600 Kilogramm pro Stunde.
Das Heizkraftwerk versorgt neben der Biomethan-Aufbereitung auch vorhandene Prozesse der Vergärungsanlage und des Kompostwerks. In einer mehrstufigen Kondensationsturbine wird der erzeugte Dampf in grünen Strom und grüne Wärme für den Standort umgewandelt. Die EGST beziffert die jährliche Stromerzeugung auf 2,25 Millionen kWh und die Wärmeerzeugung auf 22 Millionen kWh.
Die Biomethananlage verarbeitet nach Angaben des Unternehmens bis zu 350 Kubikmeter Rohbiogas pro Stunde. Daraus entstehen bis zu 200 Kubikmeter Biomethan pro Stunde. Mit der Einspeisung erschließt die EGST für das bisher vor allem zur Stromerzeugung eingesetzte Biogas einen weiteren Absatzweg. Zugleich lässt sich die Wärmebereitstellung für die Gasaufbereitung mit der Strom- und Wärmeerzeugung aus dem Biomasseheizkraftwerk koppeln.
Die auf diesem Weg erzeugte Wärme wird künftig auch die neu errichtete Klärschlammtrocknungsanlage versorgen. Die EGST verarbeitet dort jährlich rund 18.000 Tonnen Klärschlamm aus den Kommunen des Kreises Steinfurt. Die Anlage trocknet das Material laut technischen Angaben von 22,5 Prozent auf 90 Prozent Trockensubstanz. Die Trocknerleistung liegt bei rund 1,6 MW. Ziel ist es, Masse und Volumen des zu entsorgenden Klärschlamms zu reduzieren.
Kennzeichnend für das Projekt ist damit weniger eine einzelne neue Anlage als die Verbindung mehrerer Stoff- und Energieströme. Das Biomasseheizkraftwerk stellt Dampf für die Stromerzeugung und Wärme für die Biomethan-Aufbereitung, bestehende Prozesse sowie die Klärschlammtrocknung bereit. Die Bioabfallvergärung wiederum liefert das Rohgas für die Biomethanproduktion. Brennstoffe für das Heizkraftwerk stammen nach Unternehmensangaben aus eigenen Stoffströmen der EGST und aus dem Kreis Steinfurt.
Johannes Wermers, verantwortlich für das Energiemanagement und die Anlagenoptimierung bei der EGST, betonte die spezifische Herausforderung bei diesem Verbundprojekt: „Die Besonderheit liegt im notwendigen Zusammenspiel des Bestandes mit den Neuanlagen, die perfekt aufeinander abgestimmt betrieben werden müssen. Auch die Klärschlammtrocknung war uns sehr wichtig und konnte optimal integriert werden.“
Schmidmeier Naturenergie übernahm das Projekt als Generalunternehmer. Das Unternehmen verantwortete nach eigenen Angaben Tiefbau, Hochbau und Anlagentechnik einschließlich der Abgasbehandlung des Biomasseheizkraftwerks und der Abluftbehandlung der Klärschlammtrocknung. (hr)
Montag, 28.09.2026, 11:02 Uhr
Heidi Roider
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