Grüne Wärme erhält künftig das Bruchsaler Werk von John Deere. Quelle: Stadtwerke Bruchsal
Grüne Wärme für grüne Traktoren: Die Stadtwerke Bruchsal haben den Landmaschinen-Bauer John Deere als Kunden für ihre Fernwärme gewonnen. Erforderlich ist eine 900 Meter lange Leitung.
Die Stadtwerke Bruchsal und die örtliche Dependance von John Deere hängen aneinander. Das ist wörtlich zu nehmen, denn der Versorger aus Baden-Württemberg und der Landmaschinen-Hersteller sind künftig über eine 900 Meter lange Leitung direkt miteinander verbunden.
Die Leitung führt dem Bruchsaler Werk von John Deere Fernwärme zu, die aus dem bestehenden Stadtwerke-Netz über den neuen Abzweig fließen wird. Den Liefervertrag unterzeichneten Vertreter beider Unternehmen laut einer Mitteilung am 5. März. Er schließt auch Vereinbarungen zur Energiezentrale ein.
Die Stadtwerke Bruchsal sprechen in der Mitteilung von einem Alleinstellungsmerkmal, ihre Fernwärme sukzessive auf erneuerbar umzustellen. Diese Möglichkeit besteht, da der Versorger aus dem Kraichgau perspektivisch vollständig auf Geothermie als Wärmequelle setzen will. Zunächst liege der Grün-Anteil bei 60 Prozent, schon 2035 dann bei 100 Prozent.
Die Stadtwerke um Geschäftsführer Sebastian Haag betrachten John Deere als einen „Ankerkunden“, der als Großabnehmer von Fernwärme dem weiteren Netzausbau einen entscheidenden Schub verleihe. Der Landmaschinen-Riese unterhält in Bruchsal sein Ersatzteilzentrum für Europa, ein Werk zur Produktion von Kabinen und ein Trainingszentrum. Werkleiter Sven Künstler spricht laut Mitteilung von einem „starken Signal für unseren Produktionsstandort durch den Einsatz geothermisch erzeugter, grüner Wärme“.
Stadtwerke und John Deere arbeiten in Bruchsal schon länger zusammen. Ergebnisse dieser Kooperation sind zum Beispiel eine großflächige Solaranlage auf dem Dach des Ersatzteilzentrums. Das Unternehmen kam Anfang der 1980er-Jahre überhaupt nur nach Bruchsal, da die Stadtwerke eine Versorgung mit Erdgas über ein damals neu anzulegendes Leitungsnetz zusicherten. Das Erdgas weicht nun also nach und nach der geothermischen Wärme.
Montag, 9.03.2026, 12:03 Uhr
Volker Stephan
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