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Energie & Management > Bilanz - EVN profitiert vom Netzgeschäft
Quelle: Fotolia / alexmat46
Bilanz

EVN profitiert vom Netzgeschäft

Nicht zuletzt höhere Strom- und Gasnetztarife waren für den Umsatz- und Gewinnanstieg des niederösterreichischen Energiekonzerns zum Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 maßgeblich. 
 
Der niederösterreichische Energiekonzern EVN erzielte im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 einen Umsatz von 1,79 Milliarden Euro, um 3,2 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2024/25. Sein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) lag mit 553,3 Millionen Euro um 7,9 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres, beim operativen Ergebnis (Ebit) war ein Anstieg um 8,2 Prozent auf 362,9 Millionen Euro zu verzeichnen.

Ihren Halbjahresgewinn (Konzernergebnis) beziffert die EVN mit 312,4 Millionen Euro, was einer Steigerung um 24,7 Prozent entspricht. Allerdings war diese Entwicklung im Wesentlichen durch höhere Netzerlöse bedingt, stellte der Konzern fest. 

Laut dem Aktionärsbrief erhöhte die dafür zuständige Regulierungsbehörde E-Control das Netznutzungentgelt der EVN-Tochter Netz Niederösterreich für Haushalte im Strombereich um durchschnittlich rund 6,9 Prozent. Das Netznutzungsentgelt im Erdgasbereich steigerte sie um 30,6 Prozent. Notwendig war die Anhebung im Stromsektor der EVN zufolge wegen des massiven Ausbaus von Windparks und Photovoltaikanlagen, der entsprechende Netzverstärkungen notwendig machte und auch künftig erfordert.

Im Gasbereich wiederum profitierte die EVN von der Umstellung der Regulierungssystematik. Der Hintergrund: Das österreichische Fernleitungsnetz für Gas ist auf den Import und Transit russischen Erdgases ausgelegt. Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine kamen die Gasimporte aus Russland aber faktisch zum Erliegen. Dies brachte die Fernleitungsbetreiber unter Druck und veranlasste die E-Control zu einer Umstellung der Regulierungssystematik, die das Mengenrisiko stärker den Endkunden zuweist. Aufgrund dessen erhöhte die Behörde die Gasnetztarife auch auf der Ebene der Verteilnetze. 

Hinzu kamen „positive Mengeneffekte“ im Netzbereich der EVN in Bulgarien sowie eine dort erfolgte vorteilhafte Änderung der Regulierungsmethodik für die Wärmenetze. Zu berücksichtigen ist weiters, dass die EVN ihr Projektgeschäft an den Baukonzern Strabag verkaufte. Die ihr verbleibende Trinkwassersparte rechnet sie nun ihrem Netzsegment zu. In Summe wuchs der Umsatz der EVN im Bereich Netze um 14,5 Prozent auf 498,6 Millionen Euro. Das Ebit dieses Bereichs legte um 42,6 Prozent auf 163,7 Millionen Euro zu. 

Energieverkauf rückläufig 

Was den Energieverkauf und damit den Geschäftsbereich Energie betrifft, verzeichnete die EVN einen Rückgang des Absatzes um etwa 2,6 Prozent auf 7,0 Milliarden kWh. Besonders betroffen war das Stromgeschäft, dessen Absatz um 8,9 Prozent auf 2,91 Milliarden kWh fiel. Nicht ausgeglichen werden konnte dies durch die Steigerung des Wärmeabsatzes um 8,6 Prozent auf 1,53 Milliarden kWh infolge der kälteren Witterung sowie des Ausbaus der Wärmenetze. Infolgedessen sank der Umsatz in diesem Geschäftsbereich um 5,6 Prozent auf 351,3 Millionen Euro. 

Wegen der rückläufigen Großhandelspreise für Erdgas und Strom verringerte sich auch der Aufwand für die Versorgung der Kunden um 8,3 Prozent auf 279,8 Millionen Euro. Nicht zuletzt deshalb erhöhte sich das operative Ergebnis des Geschäftsbereichs Energie um 15,4 Prozent auf 64,6 Millionen Euro.

Mit 31. Dezember beendete die Energieallianz Austria, an der die EVN 45 Prozent hält, den Strom- und Gasvertrieb in Deutschland, teilt die EVN im aktuellen Aktionärsbrief mit. Angaben zu den Auswirkungen dieses Schritts auf die Umsatz- und Ertragsentwicklung ihres Geschäftsbereichs Energie macht sie indessen nicht. 

Für das gesamte Geschäftsjahr 2025/26, das am 30. September endet, rechnet die EVN mit einem Ebitda und einem Konzernergebnis „etwa auf dem Niveau des Vorjahres“. Ihr Ebitda hatte sich im Geschäftsjahr 2024/25 auf 909,1 Millionen Euro belaufen. Das Konzernergebnis lag bei 436,7 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr gibt die EVN eine „Bandbreite von etwa 430 bis 480 Millionen Euro“ an.

Freitag, 29.05.2026, 11:41 Uhr
Klaus Fischer
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EVN profitiert vom Netzgeschäft
Nicht zuletzt höhere Strom- und Gasnetztarife waren für den Umsatz- und Gewinnanstieg des niederösterreichischen Energiekonzerns zum Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 maßgeblich. 
 
Der niederösterreichische Energiekonzern EVN erzielte im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 einen Umsatz von 1,79 Milliarden Euro, um 3,2 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2024/25. Sein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) lag mit 553,3 Millionen Euro um 7,9 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres, beim operativen Ergebnis (Ebit) war ein Anstieg um 8,2 Prozent auf 362,9 Millionen Euro zu verzeichnen.

Ihren Halbjahresgewinn (Konzernergebnis) beziffert die EVN mit 312,4 Millionen Euro, was einer Steigerung um 24,7 Prozent entspricht. Allerdings war diese Entwicklung im Wesentlichen durch höhere Netzerlöse bedingt, stellte der Konzern fest. 

Laut dem Aktionärsbrief erhöhte die dafür zuständige Regulierungsbehörde E-Control das Netznutzungentgelt der EVN-Tochter Netz Niederösterreich für Haushalte im Strombereich um durchschnittlich rund 6,9 Prozent. Das Netznutzungsentgelt im Erdgasbereich steigerte sie um 30,6 Prozent. Notwendig war die Anhebung im Stromsektor der EVN zufolge wegen des massiven Ausbaus von Windparks und Photovoltaikanlagen, der entsprechende Netzverstärkungen notwendig machte und auch künftig erfordert.

Im Gasbereich wiederum profitierte die EVN von der Umstellung der Regulierungssystematik. Der Hintergrund: Das österreichische Fernleitungsnetz für Gas ist auf den Import und Transit russischen Erdgases ausgelegt. Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine kamen die Gasimporte aus Russland aber faktisch zum Erliegen. Dies brachte die Fernleitungsbetreiber unter Druck und veranlasste die E-Control zu einer Umstellung der Regulierungssystematik, die das Mengenrisiko stärker den Endkunden zuweist. Aufgrund dessen erhöhte die Behörde die Gasnetztarife auch auf der Ebene der Verteilnetze. 

Hinzu kamen „positive Mengeneffekte“ im Netzbereich der EVN in Bulgarien sowie eine dort erfolgte vorteilhafte Änderung der Regulierungsmethodik für die Wärmenetze. Zu berücksichtigen ist weiters, dass die EVN ihr Projektgeschäft an den Baukonzern Strabag verkaufte. Die ihr verbleibende Trinkwassersparte rechnet sie nun ihrem Netzsegment zu. In Summe wuchs der Umsatz der EVN im Bereich Netze um 14,5 Prozent auf 498,6 Millionen Euro. Das Ebit dieses Bereichs legte um 42,6 Prozent auf 163,7 Millionen Euro zu. 

Energieverkauf rückläufig 

Was den Energieverkauf und damit den Geschäftsbereich Energie betrifft, verzeichnete die EVN einen Rückgang des Absatzes um etwa 2,6 Prozent auf 7,0 Milliarden kWh. Besonders betroffen war das Stromgeschäft, dessen Absatz um 8,9 Prozent auf 2,91 Milliarden kWh fiel. Nicht ausgeglichen werden konnte dies durch die Steigerung des Wärmeabsatzes um 8,6 Prozent auf 1,53 Milliarden kWh infolge der kälteren Witterung sowie des Ausbaus der Wärmenetze. Infolgedessen sank der Umsatz in diesem Geschäftsbereich um 5,6 Prozent auf 351,3 Millionen Euro. 

Wegen der rückläufigen Großhandelspreise für Erdgas und Strom verringerte sich auch der Aufwand für die Versorgung der Kunden um 8,3 Prozent auf 279,8 Millionen Euro. Nicht zuletzt deshalb erhöhte sich das operative Ergebnis des Geschäftsbereichs Energie um 15,4 Prozent auf 64,6 Millionen Euro.

Mit 31. Dezember beendete die Energieallianz Austria, an der die EVN 45 Prozent hält, den Strom- und Gasvertrieb in Deutschland, teilt die EVN im aktuellen Aktionärsbrief mit. Angaben zu den Auswirkungen dieses Schritts auf die Umsatz- und Ertragsentwicklung ihres Geschäftsbereichs Energie macht sie indessen nicht. 

Für das gesamte Geschäftsjahr 2025/26, das am 30. September endet, rechnet die EVN mit einem Ebitda und einem Konzernergebnis „etwa auf dem Niveau des Vorjahres“. Ihr Ebitda hatte sich im Geschäftsjahr 2024/25 auf 909,1 Millionen Euro belaufen. Das Konzernergebnis lag bei 436,7 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr gibt die EVN eine „Bandbreite von etwa 430 bis 480 Millionen Euro“ an.

Freitag, 29.05.2026, 11:41 Uhr
Klaus Fischer

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