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Energie & Management > Bilanz - Große Freude bei der Mainova über operatives Ergebnis
Auf die Mainova ist laut Michael Maxelon weiter Verlass. Quelle: Volker Stephan
Bilanz

Große Freude bei der Mainova über operatives Ergebnis

Vor einem Jahr hatte die Mainova AG einen Gewinnsprung verzeichnet und ihn als einmalig eingeschätzt. Jetzt ist der positive Irrtum aktenkundig. Auch 2025 legten die Frankfurter zu.
Zufriedenheit am Main nach einem herausfordernden Jahr: Der Frankfurter Regionalversorger Mainova AG hat das bereinigte operative Ergebnis (EBT) aus 2024 im Folgejahr noch einmal steigern können. Es lag 2025 bei 252,4 Millionen Euro gegenüber 216,4 Millionen Euro. Der bereinigte Umsatz betrug 4,1 Milliarden Euro (minus 400 Millionen Euro).

Ein neuerliches Plus hatte Vorstandsvorsitzender Michael Maxelon vor einem Jahr eigentlich als unrealistisch bezeichnet. Doch schon zum Halbjahr war das Unternehmen von seiner ursprünglichen Prognose abgewichen. „Wir freuen uns sehr“, sagte der Mainova-Chef nun am 30. April vor einer Medienrunde. Die Mainova sei ein starkes Unternehmen, das die Energiewende konkret und mit Augenmaß umsetze – „auf uns ist Verlass“. Besonders angetan haben es ihm die Erlöse aus den klassischen Geschäften mit Strom, Gas und Wärme.

Beim Strom legte die Mainova unerwartet stark zu und kam operativ auf 70,6 Millionen Euro, was mehr als eine Verdopplung ist (plus 39,7 Millionen Euro). Handel und Vertrieb waren hier entscheidend. Das ebenfalls gute Netzgeschäft musste auf der anderen Seite gestiegene Kosten verkraften. Auch beim Gas legte die Mainova kräftig zu: Hier stehen 72,3 Millionen Euro zu Buche – nach einem auch witterungsbedingt schwachen Jahr 2024 (5,8 Millionen Euro).

Fernwärme: teurer, in der Kritik und Gewinnbringer

Die Fernwärme trug ebenfalls stärker zum Ergebnis bei. Das Segment „Erzeugung und Fernwärme“ lief bei 50,9 Millionen Euro ein und legte damit um 46,3 Millionen Euro zu. Diese Entwicklung war allerdings begleitet von massiver Kritik an der Preispolitik, nachdem die Mainova zur Jahresmitte die Tarife deutlich erhöht hatte (wir berichteten).

Davon wollte Maxelon sich während der Bilanzpressekonferenz nichts annehmen. Das Unternehmen habe die Preisformel wegen des Kohleausstiegs ändern müssen, der Mainova seien folglich „die Hände gebunden“ gewesen. Die Frankfurter hätten sich gleichwohl bemüht, die Belastung für die Kundinnen und Kunden „im Rahmen zu halten“.

Keine große Freude bereitete den Frankfurtern das Geschäft mit den erneuerbaren Energien, das ein Segment mit Energiedienstleistungen bildet. Es lag schon 2024 im roten Bereich und rutschte nun noch einmal um 5,3 Millionen Euro auf minus 8,3 Millionen Euro ab. Wertberichtigungen von Ökokraftwerken macht die Mainova dafür im Wesentlichen verantwortlich.

Die Bedingungen für den Bau und Betrieb von erneuerbaren Erzeugungsanlagen würden sich verschlechtern, so Maxelon. Dennoch bleibe das Unternehmen auf dem Ausbaupfad und wolle bald mehr als 300 MW an Leistung am Netz haben. Dazu zählt auch Frankfurts erster (interkommunaler) Windpark „Schäferköppel“ mit vier Anlagen, der im Sommer betriebsbereit sein soll.
 
Die beiden wasserstofffähigen Gaskraftwerke in Frankfurt und Hanau sollen noch 2026 in Betrieb gehen. Wann sie auf grünen H2 setzen, sei nicht auszumachen, so Maxelon. Die Mainova habe aber mit Tiefengeothermie und Großwärmepumpen, auch für die Nutzung an Rechenzentren, genügend Alternativen, um Fernwärme in der Zukunft klimaneutral zu produzieren.

Chancen auf die Enercity-Anteile an der Thüga steigen

Die Investitionen lagen 2025 bei 452,6 Millionen Euro, viel Geld floss in den Ausbau des Stromnetzes. Das will die Mainova bis 2030 weiterführen. Allein im laufenden Jahr sind 464 Millionen Euro weitere Ausgaben eingeplant, bis 2030 sollen die Investitionen – vornehmlich für den Ausbau von Netzen und Erzeugungsanlagen – 2,7 Milliarden Euro betragen. 

Als äußerst „belastbares“ Standbein hätten sich laut Maxelon erneut die Beteiligungen an anderen Unternehmen erwiesen. Es lag zwar im Unterschied zu 2024 unter 100 Millionen Euro (2025: 90,1 Millionen Euro, minus 27,7 Millionen Euro). Allerdings hatte im Vorjahr noch der Verkauf von Anteilen an der Mainova WebHouse GmbH für einen einmaligen Effekt gesorgt.

Die Beteiligungen könnten perspektivisch noch mehr Geld in die Kassen der Hessen spülen, sofern die Mainova ihren Anteil an der Stadtwerke-Kooperation Thüga bis zum Doppelten erhöht. Die Verhandlungen mit dem Energieunternehmen Enercity über den Ankauf der Hannoveraner Anteile seien inzwischen „fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen“, so Michael Maxelon auf Anfrage dieser Redaktion. Aktuell halten Enercity, Mainova und die Nürnberger N-Ergie jeweils 20,53 Prozent an der Thüga, der Rest liegt beim kommunalen Unternehmensverbund „Kom 9“.

Donnerstag, 30.04.2026, 17:04 Uhr
Volker Stephan
Energie & Management > Bilanz - Große Freude bei der Mainova über operatives Ergebnis
Auf die Mainova ist laut Michael Maxelon weiter Verlass. Quelle: Volker Stephan
Bilanz
Große Freude bei der Mainova über operatives Ergebnis
Vor einem Jahr hatte die Mainova AG einen Gewinnsprung verzeichnet und ihn als einmalig eingeschätzt. Jetzt ist der positive Irrtum aktenkundig. Auch 2025 legten die Frankfurter zu.
Zufriedenheit am Main nach einem herausfordernden Jahr: Der Frankfurter Regionalversorger Mainova AG hat das bereinigte operative Ergebnis (EBT) aus 2024 im Folgejahr noch einmal steigern können. Es lag 2025 bei 252,4 Millionen Euro gegenüber 216,4 Millionen Euro. Der bereinigte Umsatz betrug 4,1 Milliarden Euro (minus 400 Millionen Euro).

Ein neuerliches Plus hatte Vorstandsvorsitzender Michael Maxelon vor einem Jahr eigentlich als unrealistisch bezeichnet. Doch schon zum Halbjahr war das Unternehmen von seiner ursprünglichen Prognose abgewichen. „Wir freuen uns sehr“, sagte der Mainova-Chef nun am 30. April vor einer Medienrunde. Die Mainova sei ein starkes Unternehmen, das die Energiewende konkret und mit Augenmaß umsetze – „auf uns ist Verlass“. Besonders angetan haben es ihm die Erlöse aus den klassischen Geschäften mit Strom, Gas und Wärme.

Beim Strom legte die Mainova unerwartet stark zu und kam operativ auf 70,6 Millionen Euro, was mehr als eine Verdopplung ist (plus 39,7 Millionen Euro). Handel und Vertrieb waren hier entscheidend. Das ebenfalls gute Netzgeschäft musste auf der anderen Seite gestiegene Kosten verkraften. Auch beim Gas legte die Mainova kräftig zu: Hier stehen 72,3 Millionen Euro zu Buche – nach einem auch witterungsbedingt schwachen Jahr 2024 (5,8 Millionen Euro).

Fernwärme: teurer, in der Kritik und Gewinnbringer

Die Fernwärme trug ebenfalls stärker zum Ergebnis bei. Das Segment „Erzeugung und Fernwärme“ lief bei 50,9 Millionen Euro ein und legte damit um 46,3 Millionen Euro zu. Diese Entwicklung war allerdings begleitet von massiver Kritik an der Preispolitik, nachdem die Mainova zur Jahresmitte die Tarife deutlich erhöht hatte (wir berichteten).

Davon wollte Maxelon sich während der Bilanzpressekonferenz nichts annehmen. Das Unternehmen habe die Preisformel wegen des Kohleausstiegs ändern müssen, der Mainova seien folglich „die Hände gebunden“ gewesen. Die Frankfurter hätten sich gleichwohl bemüht, die Belastung für die Kundinnen und Kunden „im Rahmen zu halten“.

Keine große Freude bereitete den Frankfurtern das Geschäft mit den erneuerbaren Energien, das ein Segment mit Energiedienstleistungen bildet. Es lag schon 2024 im roten Bereich und rutschte nun noch einmal um 5,3 Millionen Euro auf minus 8,3 Millionen Euro ab. Wertberichtigungen von Ökokraftwerken macht die Mainova dafür im Wesentlichen verantwortlich.

Die Bedingungen für den Bau und Betrieb von erneuerbaren Erzeugungsanlagen würden sich verschlechtern, so Maxelon. Dennoch bleibe das Unternehmen auf dem Ausbaupfad und wolle bald mehr als 300 MW an Leistung am Netz haben. Dazu zählt auch Frankfurts erster (interkommunaler) Windpark „Schäferköppel“ mit vier Anlagen, der im Sommer betriebsbereit sein soll.
 
Die beiden wasserstofffähigen Gaskraftwerke in Frankfurt und Hanau sollen noch 2026 in Betrieb gehen. Wann sie auf grünen H2 setzen, sei nicht auszumachen, so Maxelon. Die Mainova habe aber mit Tiefengeothermie und Großwärmepumpen, auch für die Nutzung an Rechenzentren, genügend Alternativen, um Fernwärme in der Zukunft klimaneutral zu produzieren.

Chancen auf die Enercity-Anteile an der Thüga steigen

Die Investitionen lagen 2025 bei 452,6 Millionen Euro, viel Geld floss in den Ausbau des Stromnetzes. Das will die Mainova bis 2030 weiterführen. Allein im laufenden Jahr sind 464 Millionen Euro weitere Ausgaben eingeplant, bis 2030 sollen die Investitionen – vornehmlich für den Ausbau von Netzen und Erzeugungsanlagen – 2,7 Milliarden Euro betragen. 

Als äußerst „belastbares“ Standbein hätten sich laut Maxelon erneut die Beteiligungen an anderen Unternehmen erwiesen. Es lag zwar im Unterschied zu 2024 unter 100 Millionen Euro (2025: 90,1 Millionen Euro, minus 27,7 Millionen Euro). Allerdings hatte im Vorjahr noch der Verkauf von Anteilen an der Mainova WebHouse GmbH für einen einmaligen Effekt gesorgt.

Die Beteiligungen könnten perspektivisch noch mehr Geld in die Kassen der Hessen spülen, sofern die Mainova ihren Anteil an der Stadtwerke-Kooperation Thüga bis zum Doppelten erhöht. Die Verhandlungen mit dem Energieunternehmen Enercity über den Ankauf der Hannoveraner Anteile seien inzwischen „fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen“, so Michael Maxelon auf Anfrage dieser Redaktion. Aktuell halten Enercity, Mainova und die Nürnberger N-Ergie jeweils 20,53 Prozent an der Thüga, der Rest liegt beim kommunalen Unternehmensverbund „Kom 9“.

Donnerstag, 30.04.2026, 17:04 Uhr
Volker Stephan

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