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Energie & Management > Windkraft Offshore - RWE zieht sich aus US-Offshore-Wind zurück
Quelle: Shutterstock
Windkraft Offshore

RWE zieht sich aus US-Offshore-Wind zurück

RWE gibt seine US-Offshore-Windflächen auf und erhält dafür 1,22 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen verlagert seine Investitionen auf LNG und flexible Gaskraftwerke. 
RWE vollzieht einen weitreichenden Strategiewechsel im US-Geschäft: Der Energiekonzern hat sich mit dem US-Innenministerium auf einen Vergleich verständigt und gibt sämtliche Offshore-Windpachten vor den Küsten von New York, Kalifornien und Louisiana zurück, wie es in einer Pressemitteilung von RWE heißt. Im Gegenzug erhält RWE U.S. Offshore eine Ausgleichszahlung von 1,22 Milliarden US-Dollar. Damit endet ein langjähriges Engagement, in das das Unternehmen bereits mehr als eine Milliarde US-Dollar investiert hatte. 

Nach Angaben von RWE waren die betroffenen Projekte auf absehbare Zeit nicht mehr genehmigungsfähig. Die Pachtgebiete hatten die rechtliche Grundlage für mehrere Offshore-Windvorhaben gebildet und standen zugleich für jahrelange Entwicklungsarbeit, Planungen und die Zusammenarbeit mit US-Bundesbehörden. Mit der Einigung werden sämtliche Rechtsansprüche gegenüber der US-Regierung beigelegt. E&M hatte im Dezember zuletzt über den Stopp von europäischen Windkraftprojekten in den USA mit fragwürdigen Begründungen durch die Trump-Regierung berichtet.

Kapital wird neu allokiert

Der Vergleich eröffnet RWE nach eigenen Angaben die Möglichkeit, gebundenes Kapital in Projekte mit höherer Umsetzungssicherheit zu investieren. Im Fokus stehen dabei Technologien, die kurzfristig zusätzliche Erzeugungskapazitäten bereitstellen und den stark wachsenden Strombedarf in den USA decken sollen. 

Ein Schwerpunkt soll der Einstieg in die LNG-Infrastruktur sein. RWE beteiligt sich mit 900 Millionen US-Dollar indirekt mit 16 Prozent am Louisiana-LNG-Projekt. Das Kapital fließt in den Bau des Exportterminals. Parallel sichert sich das Unternehmen für 300 Millionen US-Dollar Produktionskapazitäten für Gasturbinen. Diese sollen den Ausbau von derzeit 15 Spitzenlast-Gaskraftwerken unterstützen, die in verschiedenen US-Märkten entwickelt werden. 

Mit dieser Neuausrichtung reagiert RWE auf den steigenden Energiebedarf in den Vereinigten Staaten, der unter anderem durch die fortschreitende Elektrifizierung und den Ausbau von Rechenzentren für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz getrieben wird. Flexible Gaskraftwerke gelten dabei als wichtige Ergänzung zu erneuerbaren Energien, um Versorgungssicherheit und Netzstabilität zu gewährleisten. 

Offshore bleibt global Wachstumsgeschäft 

Der Rückzug aus den US-Offshore-Projekten bedeutet nach Unternehmensangaben jedoch keinen Strategiewechsel im weltweiten Offshore-Windgeschäft. RWE verweist auf 18 Offshore-Windparks im Betrieb sowie vier weitere Projekte im Bau. Hinzu kommen zahlreiche Entwicklungsprojekte, darunter 6.900 MW gesicherte Kapazität aus der jüngsten britischen Offshore-Ausschreibung. 

Auch in den USA will der Konzern ein bedeutender Investor bleiben. RWE Americas plant, in den kommenden sechs Jahren rund 17 Milliarden Euro in neue Energieprojekte zu investieren. Die installierte Erzeugungsleistung soll von derzeit rund 13.000 MW in 27 Bundesstaaten auf 22.000 MW bis 2031 steigen. Bereits 2025 nahm das Unternehmen dort nach eigenen Angaben rund 2.000 MW neue Erzeugungskapazität in Betrieb. 

Der Vergleich mit dem US-Innenministerium markiere damit, wie es seitens RWE heißt, weniger einen Rückzug aus dem US-Energiemarkt, sondern vielmehr eine Verschiebung der Investitionsschwerpunkte: weg von derzeit nicht realisierbaren Offshore-Windprojekten, hin zu Infrastruktur und flexiblen Erzeugungsanlagen, die aus Sicht des Unternehmens schneller umgesetzt werden können. (gd)

Donnerstag, 6.08.2026, 16:34 Uhr
Günter Drewnitzky
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RWE zieht sich aus US-Offshore-Wind zurück
RWE gibt seine US-Offshore-Windflächen auf und erhält dafür 1,22 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen verlagert seine Investitionen auf LNG und flexible Gaskraftwerke. 
RWE vollzieht einen weitreichenden Strategiewechsel im US-Geschäft: Der Energiekonzern hat sich mit dem US-Innenministerium auf einen Vergleich verständigt und gibt sämtliche Offshore-Windpachten vor den Küsten von New York, Kalifornien und Louisiana zurück, wie es in einer Pressemitteilung von RWE heißt. Im Gegenzug erhält RWE U.S. Offshore eine Ausgleichszahlung von 1,22 Milliarden US-Dollar. Damit endet ein langjähriges Engagement, in das das Unternehmen bereits mehr als eine Milliarde US-Dollar investiert hatte. 

Nach Angaben von RWE waren die betroffenen Projekte auf absehbare Zeit nicht mehr genehmigungsfähig. Die Pachtgebiete hatten die rechtliche Grundlage für mehrere Offshore-Windvorhaben gebildet und standen zugleich für jahrelange Entwicklungsarbeit, Planungen und die Zusammenarbeit mit US-Bundesbehörden. Mit der Einigung werden sämtliche Rechtsansprüche gegenüber der US-Regierung beigelegt. E&M hatte im Dezember zuletzt über den Stopp von europäischen Windkraftprojekten in den USA mit fragwürdigen Begründungen durch die Trump-Regierung berichtet.

Kapital wird neu allokiert

Der Vergleich eröffnet RWE nach eigenen Angaben die Möglichkeit, gebundenes Kapital in Projekte mit höherer Umsetzungssicherheit zu investieren. Im Fokus stehen dabei Technologien, die kurzfristig zusätzliche Erzeugungskapazitäten bereitstellen und den stark wachsenden Strombedarf in den USA decken sollen. 

Ein Schwerpunkt soll der Einstieg in die LNG-Infrastruktur sein. RWE beteiligt sich mit 900 Millionen US-Dollar indirekt mit 16 Prozent am Louisiana-LNG-Projekt. Das Kapital fließt in den Bau des Exportterminals. Parallel sichert sich das Unternehmen für 300 Millionen US-Dollar Produktionskapazitäten für Gasturbinen. Diese sollen den Ausbau von derzeit 15 Spitzenlast-Gaskraftwerken unterstützen, die in verschiedenen US-Märkten entwickelt werden. 

Mit dieser Neuausrichtung reagiert RWE auf den steigenden Energiebedarf in den Vereinigten Staaten, der unter anderem durch die fortschreitende Elektrifizierung und den Ausbau von Rechenzentren für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz getrieben wird. Flexible Gaskraftwerke gelten dabei als wichtige Ergänzung zu erneuerbaren Energien, um Versorgungssicherheit und Netzstabilität zu gewährleisten. 

Offshore bleibt global Wachstumsgeschäft 

Der Rückzug aus den US-Offshore-Projekten bedeutet nach Unternehmensangaben jedoch keinen Strategiewechsel im weltweiten Offshore-Windgeschäft. RWE verweist auf 18 Offshore-Windparks im Betrieb sowie vier weitere Projekte im Bau. Hinzu kommen zahlreiche Entwicklungsprojekte, darunter 6.900 MW gesicherte Kapazität aus der jüngsten britischen Offshore-Ausschreibung. 

Auch in den USA will der Konzern ein bedeutender Investor bleiben. RWE Americas plant, in den kommenden sechs Jahren rund 17 Milliarden Euro in neue Energieprojekte zu investieren. Die installierte Erzeugungsleistung soll von derzeit rund 13.000 MW in 27 Bundesstaaten auf 22.000 MW bis 2031 steigen. Bereits 2025 nahm das Unternehmen dort nach eigenen Angaben rund 2.000 MW neue Erzeugungskapazität in Betrieb. 

Der Vergleich mit dem US-Innenministerium markiere damit, wie es seitens RWE heißt, weniger einen Rückzug aus dem US-Energiemarkt, sondern vielmehr eine Verschiebung der Investitionsschwerpunkte: weg von derzeit nicht realisierbaren Offshore-Windprojekten, hin zu Infrastruktur und flexiblen Erzeugungsanlagen, die aus Sicht des Unternehmens schneller umgesetzt werden können. (gd)

Donnerstag, 6.08.2026, 16:34 Uhr
Günter Drewnitzky

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