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Energie & Management > Wasserstoff - Nächste Wasserstoff-Tankstelle für Pkw schließt für immer
Wasserstoff gibt es in Münster-Amelsbüren noch bis Ende April. Quelle: Westfalen AG
Wasserstoff

Nächste Wasserstoff-Tankstelle für Pkw schließt für immer

Auch die Westfalen AG sieht für Wasserstoff im Individualverkehr keinen Zukunftsmarkt mehr. Daher muss die H2-Zapfanlage an einer Tankstelle in Münster dran glauben.
Wer beim eigenen Pkw auf Wasserstoff-Antrieb setzt und im Münsterland wohnt, muss eine bittere Nachricht hinnehmen. Die international tätige Westfalen AG, die ihren Hauptsitz in Münster hat, schließt die einzige H2-Tankstelle der Region. Grund sei die zu niedrige Nachfrage.

Laut Mitteilung des Mineralölhändlers und Industriegas-Lieferanten steht das Gas letztmals am 30. April an der Zapfsäule im Stadtteil Amelsbüren zur Verfügung. Die Tankstelle selbst bleibe erhalten und damit alle dort verfügbaren Kraftstoffe sowie die Lade-Station für Elektrofahrzeuge.

Die Wasserstoff-Ära für den Individualverkehr endet in Amelsbüren allerdings nach nur zehn Jahren. Wer H2 für den Wagen benötigt, muss nun Wege nach Herten in Kauf nehmen. Das sind von Münster aus gut 60 Straßen-Kilometer.

Westfalen-Chef Thomas Perkmann will die erforderlichen Ausgaben für den wirtschaftlichen Weiterbetrieb nicht mehr tätigen. „Wir investieren dort, wo unsere Mittel die größte Wirkung entfalten“, sagt er laut Mitteilung – und das sei im privaten Verkehr eben die Elektromobilität.

Der Hochlauf des Wasserstoffs stehe auch in anderen Sektoren vor großen Herausforderungen, etwa bei Industrieprojekten. Perkmann beklagt weiterhin zu hohe Produktionskosten für das (grüne) Gas, außerdem regulatorische Hindernisse. Die Westfalen AG treibt daher eigene Vorhaben zum Beispiel in Frankreich voran, wo die Herstellung von H2 mit Atomstrom kein Makel ist (wir berichteten).

Die Wasserstoff-Tankstellen für die private Mobilität haben auch anderswo einen schweren Stand. Der Betreiber des größten H2-Tankstellennetzes in Deutschland, H2 Mobility, hatte im vergangenen Jahr etwa 20 Zapfstellen für Pkw geschlossen (wir berichteten). Bei weniger als 70 dieser Anlagen (Stand: Frühjahr 2025) aller Anbieter in der gesamten Republik ein bedeutender Rückgang. Grund auch hier: die ausbleibende Nachfrage.

Donnerstag, 26.03.2026, 17:44 Uhr
Volker Stephan
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Wasserstoff gibt es in Münster-Amelsbüren noch bis Ende April. Quelle: Westfalen AG
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Auch die Westfalen AG sieht für Wasserstoff im Individualverkehr keinen Zukunftsmarkt mehr. Daher muss die H2-Zapfanlage an einer Tankstelle in Münster dran glauben.
Wer beim eigenen Pkw auf Wasserstoff-Antrieb setzt und im Münsterland wohnt, muss eine bittere Nachricht hinnehmen. Die international tätige Westfalen AG, die ihren Hauptsitz in Münster hat, schließt die einzige H2-Tankstelle der Region. Grund sei die zu niedrige Nachfrage.

Laut Mitteilung des Mineralölhändlers und Industriegas-Lieferanten steht das Gas letztmals am 30. April an der Zapfsäule im Stadtteil Amelsbüren zur Verfügung. Die Tankstelle selbst bleibe erhalten und damit alle dort verfügbaren Kraftstoffe sowie die Lade-Station für Elektrofahrzeuge.

Die Wasserstoff-Ära für den Individualverkehr endet in Amelsbüren allerdings nach nur zehn Jahren. Wer H2 für den Wagen benötigt, muss nun Wege nach Herten in Kauf nehmen. Das sind von Münster aus gut 60 Straßen-Kilometer.

Westfalen-Chef Thomas Perkmann will die erforderlichen Ausgaben für den wirtschaftlichen Weiterbetrieb nicht mehr tätigen. „Wir investieren dort, wo unsere Mittel die größte Wirkung entfalten“, sagt er laut Mitteilung – und das sei im privaten Verkehr eben die Elektromobilität.

Der Hochlauf des Wasserstoffs stehe auch in anderen Sektoren vor großen Herausforderungen, etwa bei Industrieprojekten. Perkmann beklagt weiterhin zu hohe Produktionskosten für das (grüne) Gas, außerdem regulatorische Hindernisse. Die Westfalen AG treibt daher eigene Vorhaben zum Beispiel in Frankreich voran, wo die Herstellung von H2 mit Atomstrom kein Makel ist (wir berichteten).

Die Wasserstoff-Tankstellen für die private Mobilität haben auch anderswo einen schweren Stand. Der Betreiber des größten H2-Tankstellennetzes in Deutschland, H2 Mobility, hatte im vergangenen Jahr etwa 20 Zapfstellen für Pkw geschlossen (wir berichteten). Bei weniger als 70 dieser Anlagen (Stand: Frühjahr 2025) aller Anbieter in der gesamten Republik ein bedeutender Rückgang. Grund auch hier: die ausbleibende Nachfrage.

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