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Energie & Management > IT - Geointelligenz soll Energieinfrastruktur gezielt schützen
Rastersuche nach neuralgischen Stromnetzpunkten in Berlin. Quelle: The Green Bridge
IT

Geointelligenz soll Energieinfrastruktur gezielt schützen

Mit geobasierter Intelligenz will das Unternehmen „The Green Bridge“ helfen, sensible Punkte in der Energieinfrastruktur zu identifizieren und gezielt zu schützen.
Urbane Versorgungsnetze geraten zunehmend ins Visier von Sabotage und Angriffen. Die Anschläge auf Stromtrassen in den Berliner Stadtteilen Lichterfelde, Treptow-Köpenick und Freienbrink haben laut Sicherheitsbehörden gezeigt, wie verwundbar zentrale Infrastrukturen sind. Hunderttausende Menschen und zahlreiche Institutionen können gleichzeitig betroffen sein. Um solche Risiken systematisch zu reduzieren, setzt das Unternehmen The Green Bridge auf eine neuartige Form geobasierter Analyse.

The Green Bridge ist ein im Jahr 2021 gegründetes Deep-Tech-Unternehmen mit Sitz in Geretsried bei München, das cloudbasierte Lösungen zur Verarbeitung und Nutzung von Geoinformationen entwickelt. Nach Angaben des Unternehmens ermöglicht eine KI-gestützte Verarbeitung von Geodaten, sensible Punkte in der Energie- und Versorgungsinfrastruktur frühzeitig zu erkennen. „Um die Widerstandsfähigkeit einer Stadt wie Berlin systematisch zu stärken, braucht es eine neue Form der geobasierten Intelligenz“, erklärt der Mitgründer und Geschäftsführer Professor Roman Brylka.

Algorithmus findet Risikopunkte

Kern der Technologie ist ein dynamisches Geo-Clustering auf Basis eines hochauflösenden europäischen Referenzrasters. Dieses Raster bildet Städte, vergleichbar mit einem Schachbrett, in einzelnen Zellen mit einer räumlichen Tiefe von bis zu einem Meter ab. Laut The Green Bridge lassen sich so Versorgungsstrukturen wie Stromtrassen, Wasserleitungen oder Mobilfunkknoten mit Bevölkerungsdaten und Informationen zu gesellschaftlich relevanten Einrichtungen verknüpfen.

Mithilfe raumbezogener Clusterverfahren identifiziert das System jene Orte, an denen sich kritische Infrastrukturen und besonders schutzbedürftige Bereiche überschneiden. Dazu zählen unter anderem Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Schulen, Kitas oder Standorte mit hoher Unternehmensdichte. Auch politisch oder wirtschaftlich bedeutsame Einrichtungen fließen in die Analyse ein. Die algorithmische Gewichtung dieser Parameter führt laut Unternehmen zu einem Gefährdungspotenzial je Rasterzelle, aus dem ein dynamischer Risikoscore entsteht.

Gezielter Schutz empfindlicher Knoten

Dieser Risikoscore bildet nach Angaben von The Green Bridge die Grundlage für präventive Schutzkonzepte. Aus Zehntausenden Rasterzellen lassen sich so die potenziell gefährdetsten Knotenpunkte einer Stadt herausfiltern. Statt flächendeckender Prävention können Sicherheitsverantwortliche ihre Ressourcen gezielt einsetzen. Temporäre Maßnahmen wie Videoüberwachung, mobile Absperrungen oder der Einsatz von Sicherheitskräften lassen sich laut Brylka punktgenau an besonders neuralgischen Stellen konzentrieren.

Auch im Krisenfall soll das Rastermodell Vorteile bieten. Kommt es zu einem Anschlag auf eine Stromtrasse, ermöglicht die geobasierte Analyse laut Unternehmen eine sofortige Bewertung der Auswirkungen. Verantwortliche erkennen auf Zellenebene, welche Versorgungsstränge betroffen sind, welche Einrichtungen im Umkreis liegen und wie viele Menschen dort leben. Das soll die Arbeit von Krisenstäben erleichtern und Entscheidungen zu Evakuierungen, Notstromversorgung oder medizinischer Hilfe beschleunigen.

Aus Störungen lernen

Ein weiterer Baustein ist die systematische Auswertung vergangener Störungen. Laut The Green Bridge entsteht für jede Rasterzelle ein digitales Profil, das Versorgungsfunktion, Risikoeinstufung und Ereignisgeschichte dokumentiert. Diese Daten sollen helfen, Wiederaufbaumaßnahmen zu priorisieren und Schwachstellen in Netzinfrastruktur oder Sicherheitskonzepten langfristig zu identifizieren. Das System lerne nach Unternehmensangaben kontinuierlich hinzu und optimiert seine Risikobewertung auf Basis neuer Ereignisse.

The Green Bridge beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit 35 Mitarbeitende. Das Unternehmen integriert Geodaten in bestehende IT-Systeme wie ERP, CRM oder SCM, um strategisches Ressourcenmanagement, Kundenbeziehungen oder Lieferketten robuster auszureichten. Die Datenhaltung erfülle dabei die Prinzipien Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit, Unveränderbarkeit und Zeitbezug.

Dienstag, 13.01.2026, 11:14 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > IT - Geointelligenz soll Energieinfrastruktur gezielt schützen
Rastersuche nach neuralgischen Stromnetzpunkten in Berlin. Quelle: The Green Bridge
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Geointelligenz soll Energieinfrastruktur gezielt schützen
Mit geobasierter Intelligenz will das Unternehmen „The Green Bridge“ helfen, sensible Punkte in der Energieinfrastruktur zu identifizieren und gezielt zu schützen.
Urbane Versorgungsnetze geraten zunehmend ins Visier von Sabotage und Angriffen. Die Anschläge auf Stromtrassen in den Berliner Stadtteilen Lichterfelde, Treptow-Köpenick und Freienbrink haben laut Sicherheitsbehörden gezeigt, wie verwundbar zentrale Infrastrukturen sind. Hunderttausende Menschen und zahlreiche Institutionen können gleichzeitig betroffen sein. Um solche Risiken systematisch zu reduzieren, setzt das Unternehmen The Green Bridge auf eine neuartige Form geobasierter Analyse.

The Green Bridge ist ein im Jahr 2021 gegründetes Deep-Tech-Unternehmen mit Sitz in Geretsried bei München, das cloudbasierte Lösungen zur Verarbeitung und Nutzung von Geoinformationen entwickelt. Nach Angaben des Unternehmens ermöglicht eine KI-gestützte Verarbeitung von Geodaten, sensible Punkte in der Energie- und Versorgungsinfrastruktur frühzeitig zu erkennen. „Um die Widerstandsfähigkeit einer Stadt wie Berlin systematisch zu stärken, braucht es eine neue Form der geobasierten Intelligenz“, erklärt der Mitgründer und Geschäftsführer Professor Roman Brylka.

Algorithmus findet Risikopunkte

Kern der Technologie ist ein dynamisches Geo-Clustering auf Basis eines hochauflösenden europäischen Referenzrasters. Dieses Raster bildet Städte, vergleichbar mit einem Schachbrett, in einzelnen Zellen mit einer räumlichen Tiefe von bis zu einem Meter ab. Laut The Green Bridge lassen sich so Versorgungsstrukturen wie Stromtrassen, Wasserleitungen oder Mobilfunkknoten mit Bevölkerungsdaten und Informationen zu gesellschaftlich relevanten Einrichtungen verknüpfen.

Mithilfe raumbezogener Clusterverfahren identifiziert das System jene Orte, an denen sich kritische Infrastrukturen und besonders schutzbedürftige Bereiche überschneiden. Dazu zählen unter anderem Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Schulen, Kitas oder Standorte mit hoher Unternehmensdichte. Auch politisch oder wirtschaftlich bedeutsame Einrichtungen fließen in die Analyse ein. Die algorithmische Gewichtung dieser Parameter führt laut Unternehmen zu einem Gefährdungspotenzial je Rasterzelle, aus dem ein dynamischer Risikoscore entsteht.

Gezielter Schutz empfindlicher Knoten

Dieser Risikoscore bildet nach Angaben von The Green Bridge die Grundlage für präventive Schutzkonzepte. Aus Zehntausenden Rasterzellen lassen sich so die potenziell gefährdetsten Knotenpunkte einer Stadt herausfiltern. Statt flächendeckender Prävention können Sicherheitsverantwortliche ihre Ressourcen gezielt einsetzen. Temporäre Maßnahmen wie Videoüberwachung, mobile Absperrungen oder der Einsatz von Sicherheitskräften lassen sich laut Brylka punktgenau an besonders neuralgischen Stellen konzentrieren.

Auch im Krisenfall soll das Rastermodell Vorteile bieten. Kommt es zu einem Anschlag auf eine Stromtrasse, ermöglicht die geobasierte Analyse laut Unternehmen eine sofortige Bewertung der Auswirkungen. Verantwortliche erkennen auf Zellenebene, welche Versorgungsstränge betroffen sind, welche Einrichtungen im Umkreis liegen und wie viele Menschen dort leben. Das soll die Arbeit von Krisenstäben erleichtern und Entscheidungen zu Evakuierungen, Notstromversorgung oder medizinischer Hilfe beschleunigen.

Aus Störungen lernen

Ein weiterer Baustein ist die systematische Auswertung vergangener Störungen. Laut The Green Bridge entsteht für jede Rasterzelle ein digitales Profil, das Versorgungsfunktion, Risikoeinstufung und Ereignisgeschichte dokumentiert. Diese Daten sollen helfen, Wiederaufbaumaßnahmen zu priorisieren und Schwachstellen in Netzinfrastruktur oder Sicherheitskonzepten langfristig zu identifizieren. Das System lerne nach Unternehmensangaben kontinuierlich hinzu und optimiert seine Risikobewertung auf Basis neuer Ereignisse.

The Green Bridge beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit 35 Mitarbeitende. Das Unternehmen integriert Geodaten in bestehende IT-Systeme wie ERP, CRM oder SCM, um strategisches Ressourcenmanagement, Kundenbeziehungen oder Lieferketten robuster auszureichten. Die Datenhaltung erfülle dabei die Prinzipien Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit, Unveränderbarkeit und Zeitbezug.

Dienstag, 13.01.2026, 11:14 Uhr
Susanne Harmsen

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