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Energie & Management > Mobilität - Winter legt Wasserstoffbusse lahm
Brennstoffzellen-Rangeextender der Rhein-Neckar-Verkehrs GmbH. Quelle: RNV
Mobilität

Winter legt Wasserstoffbusse lahm

Mehr als die Hälfte der Wasserstoffbusse der Rhein-Neckar-Verkehrs GmbH sind wegen technischer Störungen nicht fahrbereit. Der Ausfall beruht auf „unterschiedlichen Fehlerbildern“.
Auf den Buslinien der Rhein-Neckar-Verkehrs GmbH (RNV) fallen zahlreiche Fahrten aus. Grund sind technische Defekte an Fahrzeugen. „Derzeit ist im Durchschnitt mehr als die Hälfte der Wasserstoffbusse mit Brennstoffzellen-Rangeextender aufgrund technischer Störungen nicht einsatzbereit“, teilt das Verkehrsunternehmen auf Anfrage der Redaktion mit. Am 9. Januar veröffentlichte die RNV eine entsprechende Störungsmeldung. 

Die Problematik betrifft alle RNV-Standorte, wirkt sich jedoch in Heidelberg besonders stark aus, da hier der Anteil dieser Fahrzeuge an der Busflotte am höchsten ist, erklärte ein Unternehmenssprecher. Nahezu alle Heidelberger Buslinien sind betroffen. „Die Linie 20 wird vorübergehend eingestellt, da hier vor allem im Bereich der Innenstadt verschiedene alternative Verbindungen bestehen.“

Die RNV verfügt insgesamt über 48 Fahrzeuge dieses Typs. Es sind Elektrobusse mit zusätzlicher Wasserstoffbrennstoffzelle, kurz als BZ-Rex-Busse bezeichnet. Hersteller ist Daimler Buses. Im Einsatz sind die Busse seit Anfang/Mitte 2024, sie wurden schrittweise in den Linieneinsatz integriert.

Der kalte Winter setzt der Technik an mehreren Stellen zu. „Wir haben es mit unterschiedlichen Fehlerbildern zu tun. So traten beispielsweise frostbedingte Schäden an Kompressoren auf“, berichtet der RNV-Sprecher. Daimler Buses habe dafür bereits eine technische Lösung vorgestellt, die nun umgesetzt werden soll. Vorübergehend verhindert das Unternehmen weitere Schäden mit betrieblichen Maßnahmen.

Für bestimmte Fehler „aktuell noch keine Lösung“

Andere Fehler betreffen „beispielsweise die Elektrik beziehungsweise Elektronik der Fahrzeuge“. „Für diese Fehler gibt es aktuell noch keine Lösung“, schildert die RNV.

Daimer Buses äußert sich auf der Anfrage der Redaktion nicht zu Details. Nur so viel ist zu erfahren: „Wir befinden uns in engem Austausch mit dem Kunden“, sagt eine Sprecherin des Busherstellers.

Glück im Unglück für die RNV. Die Fahrzeuge liegen „noch voll in der Garantiezeit“, wie das Verkehrsunternehmen weiter mitteilte. Reparaturen und Kosten seien Sache des Herstellers. Wie lange es dauert, bis alle Busse wieder einsatzfähig sind, wisse man noch nicht.

Die Fahrtausfälle kann die RNV nach eigener Aussage nur teilweise kompensieren. Das Unternehmen setzt Ersatzbusse aus anderen Betriebsteilen sowie Fahrzeuge von Subunternehmern ein, erklärte der Sprecher. Zusätzlich zugesagte Ersatzfahrzeuge des Herstellers seien aufgrund fehlender RNV-spezifischer Technik „nur eingeschränkt einsatzfähig“. „Es ist daher bis auf Weiteres mit Fahrtausfällen und Angebotsanpassungen zu rechnen.“

Die RNV hatte im Oktober 2022 insgesamt 40 Rex-Busse im Rahmen des „H2Rhein-Neckar“ bei Daimler Buses (damals: Evo Bus) bestellt. Das Investitionsvolumen bezifferte das Unternehmen auf 41 Millionen Euro. Hinzu kam eine Option für weitere Busse bis 2030.

Die BZ-Rex-Busse fahren batterieelektrisch, der Strom aus der Brennstoffzelle dient der Erhöhung der Reichweite, oder er kann etwa für Nebenaggregate genutzt werden. „Rein batterieelektrisch betriebene Busse hätten nicht die notwendige Reichweite und müssten zu häufig und langwierig aufgeladen werden“, begründete damals die Verkehrsgesellschaft die Entscheidung für die Technik.

Keine Ausfälle in der größten Wasserstoffbusflotte

Andernorts sind Wasserstoffbusse gut mit dem Kälteeinbruch zurechtgekommen. Die Regionalverkehr Köln GmbH verzeichnet keine Ausfälle. Nach eigenen Angaben betreibt sie mit insgesamt 160 Fahrzeugen die größte Wasserstoffbusflotte im ÖPNV in Europa. Die Busse stammen von verschiedenen Herstellern. „Trotz der niedrigen Temperaturen waren sie im Einsatz“, teilt der Pressesprecher der RVK mit. Das Unternehmen hat mehr als 130 Verkehrslinien im Kreis Euskirchen, im Rheinisch-Bergischen Kreis und im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis.

Dienstag, 13.01.2026, 08:39 Uhr
Manfred Fischer
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Brennstoffzellen-Rangeextender der Rhein-Neckar-Verkehrs GmbH. Quelle: RNV
Mobilität
Winter legt Wasserstoffbusse lahm
Mehr als die Hälfte der Wasserstoffbusse der Rhein-Neckar-Verkehrs GmbH sind wegen technischer Störungen nicht fahrbereit. Der Ausfall beruht auf „unterschiedlichen Fehlerbildern“.
Auf den Buslinien der Rhein-Neckar-Verkehrs GmbH (RNV) fallen zahlreiche Fahrten aus. Grund sind technische Defekte an Fahrzeugen. „Derzeit ist im Durchschnitt mehr als die Hälfte der Wasserstoffbusse mit Brennstoffzellen-Rangeextender aufgrund technischer Störungen nicht einsatzbereit“, teilt das Verkehrsunternehmen auf Anfrage der Redaktion mit. Am 9. Januar veröffentlichte die RNV eine entsprechende Störungsmeldung. 

Die Problematik betrifft alle RNV-Standorte, wirkt sich jedoch in Heidelberg besonders stark aus, da hier der Anteil dieser Fahrzeuge an der Busflotte am höchsten ist, erklärte ein Unternehmenssprecher. Nahezu alle Heidelberger Buslinien sind betroffen. „Die Linie 20 wird vorübergehend eingestellt, da hier vor allem im Bereich der Innenstadt verschiedene alternative Verbindungen bestehen.“

Die RNV verfügt insgesamt über 48 Fahrzeuge dieses Typs. Es sind Elektrobusse mit zusätzlicher Wasserstoffbrennstoffzelle, kurz als BZ-Rex-Busse bezeichnet. Hersteller ist Daimler Buses. Im Einsatz sind die Busse seit Anfang/Mitte 2024, sie wurden schrittweise in den Linieneinsatz integriert.

Der kalte Winter setzt der Technik an mehreren Stellen zu. „Wir haben es mit unterschiedlichen Fehlerbildern zu tun. So traten beispielsweise frostbedingte Schäden an Kompressoren auf“, berichtet der RNV-Sprecher. Daimler Buses habe dafür bereits eine technische Lösung vorgestellt, die nun umgesetzt werden soll. Vorübergehend verhindert das Unternehmen weitere Schäden mit betrieblichen Maßnahmen.

Für bestimmte Fehler „aktuell noch keine Lösung“

Andere Fehler betreffen „beispielsweise die Elektrik beziehungsweise Elektronik der Fahrzeuge“. „Für diese Fehler gibt es aktuell noch keine Lösung“, schildert die RNV.

Daimer Buses äußert sich auf der Anfrage der Redaktion nicht zu Details. Nur so viel ist zu erfahren: „Wir befinden uns in engem Austausch mit dem Kunden“, sagt eine Sprecherin des Busherstellers.

Glück im Unglück für die RNV. Die Fahrzeuge liegen „noch voll in der Garantiezeit“, wie das Verkehrsunternehmen weiter mitteilte. Reparaturen und Kosten seien Sache des Herstellers. Wie lange es dauert, bis alle Busse wieder einsatzfähig sind, wisse man noch nicht.

Die Fahrtausfälle kann die RNV nach eigener Aussage nur teilweise kompensieren. Das Unternehmen setzt Ersatzbusse aus anderen Betriebsteilen sowie Fahrzeuge von Subunternehmern ein, erklärte der Sprecher. Zusätzlich zugesagte Ersatzfahrzeuge des Herstellers seien aufgrund fehlender RNV-spezifischer Technik „nur eingeschränkt einsatzfähig“. „Es ist daher bis auf Weiteres mit Fahrtausfällen und Angebotsanpassungen zu rechnen.“

Die RNV hatte im Oktober 2022 insgesamt 40 Rex-Busse im Rahmen des „H2Rhein-Neckar“ bei Daimler Buses (damals: Evo Bus) bestellt. Das Investitionsvolumen bezifferte das Unternehmen auf 41 Millionen Euro. Hinzu kam eine Option für weitere Busse bis 2030.

Die BZ-Rex-Busse fahren batterieelektrisch, der Strom aus der Brennstoffzelle dient der Erhöhung der Reichweite, oder er kann etwa für Nebenaggregate genutzt werden. „Rein batterieelektrisch betriebene Busse hätten nicht die notwendige Reichweite und müssten zu häufig und langwierig aufgeladen werden“, begründete damals die Verkehrsgesellschaft die Entscheidung für die Technik.

Keine Ausfälle in der größten Wasserstoffbusflotte

Andernorts sind Wasserstoffbusse gut mit dem Kälteeinbruch zurechtgekommen. Die Regionalverkehr Köln GmbH verzeichnet keine Ausfälle. Nach eigenen Angaben betreibt sie mit insgesamt 160 Fahrzeugen die größte Wasserstoffbusflotte im ÖPNV in Europa. Die Busse stammen von verschiedenen Herstellern. „Trotz der niedrigen Temperaturen waren sie im Einsatz“, teilt der Pressesprecher der RVK mit. Das Unternehmen hat mehr als 130 Verkehrslinien im Kreis Euskirchen, im Rheinisch-Bergischen Kreis und im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis.

Dienstag, 13.01.2026, 08:39 Uhr
Manfred Fischer

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