Quelle: Voith Hydro
Mit einer zweiten Turbine erzeugt das Wasserkraftwerk an der Rappbodetalsperre künftig deutlich mehr Strom. Rechnerisch könnten rund 2.700 Haushalte versorgt werden.
Die Rappbodetalsperre im Harz soll künftig deutlich mehr klimafreundlichen Strom liefern. Wie das Umweltministerium mitteilte, kann das Wasserkraftwerk an Deutschlands größter Trinkwassertalsperre nach dem Einbau einer zweiten Turbine rechnerisch rund 2.700 Haushalte mit Strom versorgen. Die jährliche Stromerzeugung steigt demnach von bislang knapp 6 auf etwa 9,6 Millionen kWh.
Umweltminister Armin Willingmann (SPD) nahm die neue Turbine offiziell in Betrieb. Die Wasserkraftanlage wird gemeinsam von Avacon Natur, dem Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt und der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz betrieben. Durch den Ausbau erhöht sich die Gesamtleistung nach Ministeriumsangaben von bislang 921 auf 1.997 kW.
Willingmann verwies auf die Bedeutung erneuerbarer Energien angesichts internationaler Krisen. „Wer sich unabhängiger machen will von fossilen, klimaschädlichen Energieträgern und ihren durch internationale Konflikte ausgelösten Preissprüngen, muss auf Erneuerbare setzen“, sagte er. Jede zusätzliche Kilowattstunde regional erzeugter Energie, die nicht importiert werden müsse, helfe sowohl den Verbrauchern als auch dem Klima.
Nach Angaben des Ministeriums spielt Wasserkraft in Sachsen-Anhalt bislang nur eine untergeordnete Rolle. Derzeit sind 80 Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 33 MW in Betrieb. Ihr Anteil an der Bruttostromerzeugung liegt bei weniger als einem Prozent.
Die 1959 in Betrieb genommene Rappbodetalsperre verfügt über die höchste Staumauer Deutschlands. Mit einem Speichervolumen von rund 109 Millionen Kubikmetern Wasser ist sie zudem die größte Trinkwassertalsperre des Landes und wichtig für die Trinkwasserversorgung sowie den Hochwasserschutz im Harz.
Donnerstag, 11.06.2026, 15:46 Uhr
dpa
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