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Energie & Management > Bilanz - Verbio schafft Ergebniswende
Quelle: Fotolia / alexmat46
Bilanz

Verbio schafft Ergebniswende

Der Biokraftstoffhersteller Verbio rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem höheren Gewinn und will nach dem Turnaround die Schulden weiter senken. 
Der Biokraftstoffhersteller Verbio hat sein Ergebnis im Geschäftsjahr 2025/26 deutlich gesteigert und will nach einem Jahr Pause wieder eine Dividende zahlen. „Die Ausgangslage von Verbio ist heute deutlich besser als vor zwölf Monaten. Wir haben unsere Verschuldung reduziert, die Effizienz unserer Anlagen verbessert und von den veränderten regulatorischen Rahmenbedingungen profitiert“, sagte Claus Sauter, Vorstandsvorsitzender der Verbio SE, bei der Vorstellung der Geschäaftszahlen.

Das Konzern-Ebitda stieg demnach auf 193,7 Millionen Euro, nach 14,2 Millionen Euro im Vorjahr. Damit übertraf das Unternehmen auch die im Jahresverlauf auf
160 bis 180 Millionen Euro angehobene Ebitda-Prognose. Der Umsatz erhöhte sich um 18,5 Prozent von 1,58 Milliarden auf 1,87 Milliarden Euro.

Zugleich verringerte Verbio die Nettofinanzverschuldung zum 30. Juni 2026 um 44 Prozent von 164 Millionen auf rund 92 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote stieg von 58,2 auf 59,7 Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung am 4. Dezember eine Dividende von 0,20 Euro je Aktie vorschlagen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen die Ausschüttung ausgesetzt.

Produktion von Biomethan steigt

Bei der Produktion meldet das Unternehmen für 2025/26 neue Höchststände. Das Unternehmen erzeugte weltweit 1,218 Millionen Tonnen Biodiesel und Bioethanol. Im vorherigen Geschäftsjahr waren es 1,202 Millionen Tonnen gewesen. Die Biomethanproduktion stieg stärker: Sie nahm von 1,19 Milliarden auf 1,41 Milliarden kWh zu. Für seine produzierten und gehandelten Produkte beziffert Verbio die vermiedenen Emissionen auf 4,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. 

Knapp 90 Millionen Euro investierte der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr. Das Kapital floss nach Unternehmensangaben vor allem in den Aufbau des Geschäfts mit biobasierten Chemikalien in Europa sowie in die Produktionsanlagen in den USA.

Parallel setzte Verbio nach eigenen Angaben auf Kapitaldisziplin, Prozessoptimierungen und eine stärkere Mehrfachnutzung der eingesetzten Biomasse. Zusätzliche Erlöse erzielt das Unternehmen mit Co-Produkten wie Glycerin, Phytosterolen und biogenem CO2.

Als einen Faktor für die Ergebnisentwicklung nennt Verbio Änderungen der regulatorischen Bedingungen im deutschen Biokraftstoffmarkt. Die nationale Umsetzung der überarbeiteten Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED III trat teilweise rückwirkend zum 1. Januar 2026 in Kraft. Dazu zählen laut Unternehmen der Wegfall der Doppelanrechnung fortschrittlicher Biokraftstoffe und verschärfte Kontroll- und Zertifizierungsmechanismen. Verbio erwartet davon eine stärkere physische Erfüllung der THG-Quotenverpflichtungen.

Biomethan soll zusätzliche Märkte erschließen


Beim Biomethan setzt Verbio neben dem Kraftstoffmarkt auf Anwendungen im Wärme- und Industriesektor. Im Straßengüterverkehr vermarktet das Unternehmen Bio-LNG aus Reststoffen als Alternative zu fossilem Diesel. Verbio betreibt nach eigenen Angaben eine Flotte von rund 170 Bio-CNG- und Bio-LNG-Lkw. Für den Absatz nutzt der Konzern eigene und Partner-Tankstellen; das Netz umfasst laut Verbio 46 Stationen entlang wichtiger Transitrouten.

Weitere Absatzmöglichkeiten sieht das Unternehmen im Wärmemarkt sowie bei industriellen Anwendungen. Verbio verweist dabei auf Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Gebäudesektor und auf eine geplante Grüngasquote für den Gasmarkt. Vorstandschef Claus Sauter fordert zugleich, die Klimaschutzwirkung von Bio-LNG bei der Lkw-Maut anzurechnen und erneuerbare Kraftstoffe bei steuerlichen Entlastungen zu berücksichtigen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 erwartet der Vorstand ein Konzern-Ebitda von 210 bis 250 Millionen Euro. Damit würde Verbio das Ergebnis von 193,7 Millionen Euro aus 2025/26 erneut übertreffen. Den erwarteten Zuwachs führt der Konzern vor allem auf einen höheren Ergebnisbeitrag des Segments Bioethanol/Biomethan zurück. Höhere Produktionsmengen in Nordamerika, eine steigende Biomethanproduktion und zusätzliche Beiträge aus dem THG-Quotengeschäft sollen das Ergebnis stützen. (hr)

Freitag, 25.09.2026, 15:12 Uhr
Heidi Roider
Energie & Management > Bilanz - Verbio schafft Ergebniswende
Quelle: Fotolia / alexmat46
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Verbio schafft Ergebniswende
Der Biokraftstoffhersteller Verbio rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem höheren Gewinn und will nach dem Turnaround die Schulden weiter senken. 
Der Biokraftstoffhersteller Verbio hat sein Ergebnis im Geschäftsjahr 2025/26 deutlich gesteigert und will nach einem Jahr Pause wieder eine Dividende zahlen. „Die Ausgangslage von Verbio ist heute deutlich besser als vor zwölf Monaten. Wir haben unsere Verschuldung reduziert, die Effizienz unserer Anlagen verbessert und von den veränderten regulatorischen Rahmenbedingungen profitiert“, sagte Claus Sauter, Vorstandsvorsitzender der Verbio SE, bei der Vorstellung der Geschäaftszahlen.

Das Konzern-Ebitda stieg demnach auf 193,7 Millionen Euro, nach 14,2 Millionen Euro im Vorjahr. Damit übertraf das Unternehmen auch die im Jahresverlauf auf
160 bis 180 Millionen Euro angehobene Ebitda-Prognose. Der Umsatz erhöhte sich um 18,5 Prozent von 1,58 Milliarden auf 1,87 Milliarden Euro.

Zugleich verringerte Verbio die Nettofinanzverschuldung zum 30. Juni 2026 um 44 Prozent von 164 Millionen auf rund 92 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote stieg von 58,2 auf 59,7 Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung am 4. Dezember eine Dividende von 0,20 Euro je Aktie vorschlagen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen die Ausschüttung ausgesetzt.

Produktion von Biomethan steigt

Bei der Produktion meldet das Unternehmen für 2025/26 neue Höchststände. Das Unternehmen erzeugte weltweit 1,218 Millionen Tonnen Biodiesel und Bioethanol. Im vorherigen Geschäftsjahr waren es 1,202 Millionen Tonnen gewesen. Die Biomethanproduktion stieg stärker: Sie nahm von 1,19 Milliarden auf 1,41 Milliarden kWh zu. Für seine produzierten und gehandelten Produkte beziffert Verbio die vermiedenen Emissionen auf 4,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. 

Knapp 90 Millionen Euro investierte der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr. Das Kapital floss nach Unternehmensangaben vor allem in den Aufbau des Geschäfts mit biobasierten Chemikalien in Europa sowie in die Produktionsanlagen in den USA.

Parallel setzte Verbio nach eigenen Angaben auf Kapitaldisziplin, Prozessoptimierungen und eine stärkere Mehrfachnutzung der eingesetzten Biomasse. Zusätzliche Erlöse erzielt das Unternehmen mit Co-Produkten wie Glycerin, Phytosterolen und biogenem CO2.

Als einen Faktor für die Ergebnisentwicklung nennt Verbio Änderungen der regulatorischen Bedingungen im deutschen Biokraftstoffmarkt. Die nationale Umsetzung der überarbeiteten Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED III trat teilweise rückwirkend zum 1. Januar 2026 in Kraft. Dazu zählen laut Unternehmen der Wegfall der Doppelanrechnung fortschrittlicher Biokraftstoffe und verschärfte Kontroll- und Zertifizierungsmechanismen. Verbio erwartet davon eine stärkere physische Erfüllung der THG-Quotenverpflichtungen.

Biomethan soll zusätzliche Märkte erschließen


Beim Biomethan setzt Verbio neben dem Kraftstoffmarkt auf Anwendungen im Wärme- und Industriesektor. Im Straßengüterverkehr vermarktet das Unternehmen Bio-LNG aus Reststoffen als Alternative zu fossilem Diesel. Verbio betreibt nach eigenen Angaben eine Flotte von rund 170 Bio-CNG- und Bio-LNG-Lkw. Für den Absatz nutzt der Konzern eigene und Partner-Tankstellen; das Netz umfasst laut Verbio 46 Stationen entlang wichtiger Transitrouten.

Weitere Absatzmöglichkeiten sieht das Unternehmen im Wärmemarkt sowie bei industriellen Anwendungen. Verbio verweist dabei auf Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Gebäudesektor und auf eine geplante Grüngasquote für den Gasmarkt. Vorstandschef Claus Sauter fordert zugleich, die Klimaschutzwirkung von Bio-LNG bei der Lkw-Maut anzurechnen und erneuerbare Kraftstoffe bei steuerlichen Entlastungen zu berücksichtigen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 erwartet der Vorstand ein Konzern-Ebitda von 210 bis 250 Millionen Euro. Damit würde Verbio das Ergebnis von 193,7 Millionen Euro aus 2025/26 erneut übertreffen. Den erwarteten Zuwachs führt der Konzern vor allem auf einen höheren Ergebnisbeitrag des Segments Bioethanol/Biomethan zurück. Höhere Produktionsmengen in Nordamerika, eine steigende Biomethanproduktion und zusätzliche Beiträge aus dem THG-Quotengeschäft sollen das Ergebnis stützen. (hr)

Freitag, 25.09.2026, 15:12 Uhr
Heidi Roider

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