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Energie & Management > Bilanz - Thermondo erstmals profitabel
Quelle: Fotolia / ldprod
Bilanz

Thermondo erstmals profitabel

Thermondo erwartet 2026 erstmals die positive Trendwende. Bei mehr als 275 Millionen Euro Umsatz sollen 12 Millionen Euro operativer Gewinn vor Abschreibungen stehen.
Der Berliner Energiedienstleister Thermondo rechnet für das laufende Geschäftsjahr erstmals seit seiner Gründung im Jahr 2013 mit einem positiven Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Das Unternehmen erwartet für 2026 ein Ebitda von 12 Millionen Euro. Gleichzeitig soll der Umsatz auf mehr als 275 Millionen Euro steigen. Im Vorjahr hatte Thermondo noch einen operativen Verlust ausgewiesen.

Damit würde das Unternehmen einen deutlichen Ergebnissprung verglichen zum Geschäftsjahr 2025 erreichen. Im vergangenen Jahr erzielte die Thermondo-Gruppe einen Umsatz von 211,76 Millionen Euro nach 143,87 Millionen Euro im Jahr 2024. Das entsprach einem Zuwachs von 47 Prozent. Das Konzern-Ebitda blieb mit minus 24,05 Millionen Euro jedoch negativ. Im Jahr 2024 hatte der Fehlbetrag auf Ebitda-Ebene bei 27,18 Millionen Euro gelegen.

Für 2026 stellt Thermondo nun ein Umsatzwachstum von rund 30 Prozent in Aussicht. Als wesentlichen Treiber nennt das Unternehmen weiterhin das Geschäft mit Wärmepumpen. Bis zum Jahresende will Thermondo seit Aufnahme dieses Geschäfts insgesamt 20.000 Anlagen installiert haben. Zudem strebt das Unternehmen eine jährliche Installationsrate von mindestens 10.000 Wärmepumpen an.

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und die reformierte BEG-Förderung geben nach Ansicht des Unternehmens einen „klaren Rahmen für die nächsten Jahre vor und bieten Investitionssicherheit bis 2030“. Thermondo rechnet dementsprechend mit einer kontinuierlichen Nachfrage und einer anhaltenden Umsatzsteigerung.

Im Jahr 2025 hatte Thermondo 5.456 Wärmepumpen installiert. Gegenüber dem Vorjahr entsprach dies einem Zuwachs von rund 39 Prozent. Über die Photovoltaik-Tochter Febesol kamen 1.602 PV-Anlagen hinzu. Thermondo beziffert seinen Anteil am deutschen Markt für Wärmepumpeninstallationen auf rund drei Prozent. Die installierte Basis der Unternehmensgruppe umfasst nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 60.000 Anlagen.

Umbau des Geschäfts seit 2024

Den Ergebnissprung führt Thermondo unter anderem auf Veränderungen bei Kosten und Prozessen zurück. Seit dem Amtsantritt von Geschäftsführer Felix Plog im Frühjahr 2024 hat das Unternehmen große Teile seines Führungsteams ausgetauscht und seine Organisation neu ausgerichtet (wir berichteten). Zugleich will Thermondo sein Angebot verbreitern. Das Unternehmen positioniert sich nicht mehr allein als Anbieter und Installateur von Wärmepumpen, sondern als Plattform für die Elektrifizierung von Ein- und Zweifamilienhäusern. 

Eine zentrale Rolle soll bei dem Umbau eine neue IT-Plattform einnehmen, erklärt CEO Felix Plog: „2026 wird das erste profitable Geschäftsjahr in der Thermondo-Geschichte. Das haben wir über konsequente Kostendisziplin und einen klaren strategischen Fokus erreicht. Im Zentrum dieses Erfolgs steht unsere neue Tech-Plattform: Mithilfe von KI, Automatisierung und unserem starken Team bauen wir Thermondo konsequent zu einer partnerfähigen, produktagnostischen Plattform aus.“

Thermondo hatte bereits 2025 in den Umbau seiner IT-Infrastruktur investiert. Hinzu kamen Ausgaben für neue Produkte und Dienstleistungen, darunter ein dynamischer Stromtarif sowie eine KI-gestützte Betriebsoptimierung für Wärmepumpen. Nach Angaben des Unternehmens haben Skaleneffekte und Prozessänderungen 2026 das Verhältnis der Betriebsausgaben zum Umsatz verringert. 

Weitere Angebote für Photovoltaik und Speicher

Das Unternehmen will sein Portfolio in den kommenden Monaten weiter ausbauen. Geplant sind eigenständige Angebote für Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher sowie Dienstleistungen zur Vermarktung von Flexibilität. Hinzukommen sollen eine Ratenfinanzierung für kombinierte Energielösungen und weitere Funktionen für das Energiemanagement.

Gleichzeitig will Thermondo stärker mit externen Installationsbetrieben zusammenarbeiten. Bislang stützt sich das Unternehmen zu einem großen Teil auf eigene Beschäftigte. Die Gruppe zählt nach eigenen Angaben mehr als 1.200 Mitarbeiter, darunter mehr als 600 festangestellte Handwerker. Mit einer stärkeren Einbindung externer Partner will Thermondo zusätzliche Installationskapazitäten aufbauen, ohne die eigene Belegschaft im gleichen Verhältnis auszubauen.

Neben dem Geschäft mit Ein- und Zweifamilienhäusern plant Thermondo zudem den Ausbau der Kundensegmente. Das Unternehmen will einen Geschäftsbereich für Kommunen stärken und setzt nach eigenen Angaben bereits erste Energielösungen für Mehrfamilienhäuser um. (hr)

Freitag, 28.08.2026, 10:53 Uhr
Heidi Roider
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Thermondo erstmals profitabel
Thermondo erwartet 2026 erstmals die positive Trendwende. Bei mehr als 275 Millionen Euro Umsatz sollen 12 Millionen Euro operativer Gewinn vor Abschreibungen stehen.
Der Berliner Energiedienstleister Thermondo rechnet für das laufende Geschäftsjahr erstmals seit seiner Gründung im Jahr 2013 mit einem positiven Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Das Unternehmen erwartet für 2026 ein Ebitda von 12 Millionen Euro. Gleichzeitig soll der Umsatz auf mehr als 275 Millionen Euro steigen. Im Vorjahr hatte Thermondo noch einen operativen Verlust ausgewiesen.

Damit würde das Unternehmen einen deutlichen Ergebnissprung verglichen zum Geschäftsjahr 2025 erreichen. Im vergangenen Jahr erzielte die Thermondo-Gruppe einen Umsatz von 211,76 Millionen Euro nach 143,87 Millionen Euro im Jahr 2024. Das entsprach einem Zuwachs von 47 Prozent. Das Konzern-Ebitda blieb mit minus 24,05 Millionen Euro jedoch negativ. Im Jahr 2024 hatte der Fehlbetrag auf Ebitda-Ebene bei 27,18 Millionen Euro gelegen.

Für 2026 stellt Thermondo nun ein Umsatzwachstum von rund 30 Prozent in Aussicht. Als wesentlichen Treiber nennt das Unternehmen weiterhin das Geschäft mit Wärmepumpen. Bis zum Jahresende will Thermondo seit Aufnahme dieses Geschäfts insgesamt 20.000 Anlagen installiert haben. Zudem strebt das Unternehmen eine jährliche Installationsrate von mindestens 10.000 Wärmepumpen an.

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und die reformierte BEG-Förderung geben nach Ansicht des Unternehmens einen „klaren Rahmen für die nächsten Jahre vor und bieten Investitionssicherheit bis 2030“. Thermondo rechnet dementsprechend mit einer kontinuierlichen Nachfrage und einer anhaltenden Umsatzsteigerung.

Im Jahr 2025 hatte Thermondo 5.456 Wärmepumpen installiert. Gegenüber dem Vorjahr entsprach dies einem Zuwachs von rund 39 Prozent. Über die Photovoltaik-Tochter Febesol kamen 1.602 PV-Anlagen hinzu. Thermondo beziffert seinen Anteil am deutschen Markt für Wärmepumpeninstallationen auf rund drei Prozent. Die installierte Basis der Unternehmensgruppe umfasst nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 60.000 Anlagen.

Umbau des Geschäfts seit 2024

Den Ergebnissprung führt Thermondo unter anderem auf Veränderungen bei Kosten und Prozessen zurück. Seit dem Amtsantritt von Geschäftsführer Felix Plog im Frühjahr 2024 hat das Unternehmen große Teile seines Führungsteams ausgetauscht und seine Organisation neu ausgerichtet (wir berichteten). Zugleich will Thermondo sein Angebot verbreitern. Das Unternehmen positioniert sich nicht mehr allein als Anbieter und Installateur von Wärmepumpen, sondern als Plattform für die Elektrifizierung von Ein- und Zweifamilienhäusern. 

Eine zentrale Rolle soll bei dem Umbau eine neue IT-Plattform einnehmen, erklärt CEO Felix Plog: „2026 wird das erste profitable Geschäftsjahr in der Thermondo-Geschichte. Das haben wir über konsequente Kostendisziplin und einen klaren strategischen Fokus erreicht. Im Zentrum dieses Erfolgs steht unsere neue Tech-Plattform: Mithilfe von KI, Automatisierung und unserem starken Team bauen wir Thermondo konsequent zu einer partnerfähigen, produktagnostischen Plattform aus.“

Thermondo hatte bereits 2025 in den Umbau seiner IT-Infrastruktur investiert. Hinzu kamen Ausgaben für neue Produkte und Dienstleistungen, darunter ein dynamischer Stromtarif sowie eine KI-gestützte Betriebsoptimierung für Wärmepumpen. Nach Angaben des Unternehmens haben Skaleneffekte und Prozessänderungen 2026 das Verhältnis der Betriebsausgaben zum Umsatz verringert. 

Weitere Angebote für Photovoltaik und Speicher

Das Unternehmen will sein Portfolio in den kommenden Monaten weiter ausbauen. Geplant sind eigenständige Angebote für Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher sowie Dienstleistungen zur Vermarktung von Flexibilität. Hinzukommen sollen eine Ratenfinanzierung für kombinierte Energielösungen und weitere Funktionen für das Energiemanagement.

Gleichzeitig will Thermondo stärker mit externen Installationsbetrieben zusammenarbeiten. Bislang stützt sich das Unternehmen zu einem großen Teil auf eigene Beschäftigte. Die Gruppe zählt nach eigenen Angaben mehr als 1.200 Mitarbeiter, darunter mehr als 600 festangestellte Handwerker. Mit einer stärkeren Einbindung externer Partner will Thermondo zusätzliche Installationskapazitäten aufbauen, ohne die eigene Belegschaft im gleichen Verhältnis auszubauen.

Neben dem Geschäft mit Ein- und Zweifamilienhäusern plant Thermondo zudem den Ausbau der Kundensegmente. Das Unternehmen will einen Geschäftsbereich für Kommunen stärken und setzt nach eigenen Angaben bereits erste Energielösungen für Mehrfamilienhäuser um. (hr)

Freitag, 28.08.2026, 10:53 Uhr
Heidi Roider

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