Thermondo-Handwerker bei der Installation einer Wärmepumpe. Quelle: Thermondo
Sinkende Fördersätze könnten den Heizungstausch beschleunigen: Einer Umfrage zufolge erwägen 45 Prozent der Hausbesitzer einen Wechsel. Die meisten haben dabei eine klare Präferenz.
Die beschlossenen Änderungen bei den Förderszenarien für neue Heizungssysteme sorgen für Handlungsdruck bei Eigenheimbesitzern: 45 Prozent der vom Heizungsinstallateur Thermondo aktuell befragten Hausbesitzer erwägen wegen der sinkenden Fördersätze einen schnelleren Austausch ihrer Heizung. Und: Fast die Hälfte der Befragten würde sich für eine Wärmepumpe entscheiden.
Die neue Richtlinie der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gilt seit dem 21. Juli. Die Grundförderung für die Modernisierung von Heizungsanlagen bleibt darin zwar unverändert bei 30 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten. Die maximal förderfähigen Investitionskosten werden jedoch schrittweise abgesenkt. Die verfügbaren Haushaltsmittel sollen so gezielter eingesetzt und die Förderung stärker auf Haushalte mit besonderem Unterstützungsbedarf ausgerichtet werden.
Thermondo zufolge ist damit der Fördersatz im Regelfall von 55 Prozent auf 46 Prozent gesunken, was einem Minus von 3.620 Euro für Hausbesitzer entspreche. Ab Februar 2027 sinke der Fördersatz dann halbjährlich um rund 1.300 Euro, bis Ende 2028 im Regelfall nur noch 7.500 Euro gewährt würden − statt derzeit 12.880 Euro.
Es überrascht wenig, dass diese Maßnahme bei den Befragten auf Kritik stößt: 55 Prozent bewerten die Förderkürzung als eher oder sehr schlecht. Immerhin 21 Prozent aber heißen den Schritt gut, 19 Prozent sind unentschlossen. 11 Prozent der Befragten gaben an, den Wechsel zur Wärmepumpe wegen der geänderten Förderrichtlinie definitiv vorziehen zu wollen, weitere 34 Prozent denken darüber nach. Für 51 Prozent hat die sinkende Förderung keinen Einfluss auf den geplanten Zeitpunkt des Heizungstauschs.
Anschaffungskosten bleiben Hemmnis
Bei der Wahl einer neuen Heizung erreicht die Wärmepumpe in der Befragung einen Anteil von 49 Prozent: Thermodo zufolge der bisherige Höchststand in den seit 2023 regelmäßig durchgeführten Befragungen. Hybridsysteme kommen auf 18 Prozent, Gasheizungen auf 14 Prozent.
Als wichtigstes Argument für die Wärmepumpe nennen 63 Prozent ihrer Befürworter niedrigere Heizkosten. Versorgungssicherheit und eine erwartete Wertsteigerung der Immobilie folgen mit jeweils 44 Prozent. 41 Prozent nennen den Umweltschutz und 33 Prozent die staatliche Förderung.
Gegen einen Wechsel sprechen aus Sicht der Befragten vor allem die Investitionskosten. 35 Prozent nennen hohe Anschaffungskosten als Hindernis, 20 Prozent die erwarteten Stromkosten und 18 Prozent fehlende finanzielle Mittel. Unsicherheit über die staatliche Förderung nennen 12 Prozent, Zweifel an der Wirtschaftlichkeit 10 Prozent.
Beim Informationsstand sieht sich eine knappe Mehrheit ausreichend vorbereitet: 52 Prozent der Befragten geben an, sich bei der finanziellen Bewertung einer neuen Heizung gut informiert zu fühlen. 45 Prozent sehen bei sich Informationsdefizite.
Dr. Richard Lucht, VP Brand, Communication & Public Affairs bei Thermondo, wertet das als klaren Handlungsauftrag: „Offenbar hat aber erst die Hälfte der Hausbesitzer verstanden, dass die Anschaffungskosten alle sechs Monate steigen. Wer jetzt noch zögert, verschenkt tausende Euro. Und noch schlimmer: Wer statt einer Wärmepumpe auf eine Gasheizung setzt, landet durch steigende Netzentgelte, CO2-Preise und teure Bio-Brennstoffe schnell in der Kostenfalle. Hier müssen wir als Branche, aber auch die Politik gegensteuern und noch klarer aufklären.“
Für die Untersuchung befragte das Marktforschungsinstitut Appinio im Auftrag von Thermondo 1.000 Eigenheimbesitzer im Alter zwischen 25 und 99 Jahren. Die Online-Befragung fand vom 24. bis 31. Juli 2026 statt. Die Teilnehmer sind nach Angaben des Unternehmens keine Thermondo-Kunden. (kmt)
Donnerstag, 13.08.2026, 10:46 Uhr
Katia Meyer-Tien
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