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Die gebeutelten Stadtwerke Schwäbisch Gmünd sehen Licht am Ende des Tunnels. Ihre Millionenverluste für 2025 stehen so gut wie fest, Gewinne sind erst ab 2027 wieder zu erwarten.
Es war Mitte November 2025, als die Kommune Schwäbisch Gmünd und der Aufsichtsrat der örtlichen Stadtwerke die Reißleine zogen. Der Versorger aus Ostwürttemberg wechselte die Geschäftsleitung aus und musste unter den Rettungsschirm der Stadt. Jetzt gibt das Unternehmen die aktuellen Zahlen und Prognosen bekannt.
Demnach erwarten die Stadtwerke erst ab 2027 wieder stabil schwarze Zahlen. Für das Jahr 2024, für das nun die testierte Bilanz vorliegt, verzeichnet der Versorger noch ein Plus von rund 2,2 Millionen Euro – eine Halbierung des Ergebnisses von 2023.
Die massiven Probleme, die bereits 2024 um sich griffen, schlugen dann mit etwas Verzögerung 2025 zu Buche. Dies erklärt der Interimsgeschäftsführer Celestino Piazza gegenüber örtlichen Medien. Hier erwartet Schwäbisch Gmünd ein Minus von etwa 3 Millionen Euro. Der Geschäftsführer war für diese Redaktion nicht zu erreichen, die Kommune wollte sich nicht stellvertretend äußern.
Im laufenden Jahr solle möglichst ein ausgeglichenes Ergebnis herausspringen, während das Unternehmen jährlich 2 Millionen Euro Plus ab 2027 erwirtschaften wolle. Das wollen die Stadtwerke auch durch das Einsparen von ausgelagerten Tätigkeiten erreichen, aktuell geben sie etwa 2 Millionen Euro jährlich für externe Beratung und Spezialkräfte aus.
Abrechnungschaos und Millionen aus dem Cash-Pool der Stadt
Bekannt war bislang, dass die Stadtwerke über Monate Tausende Rechnungen für das Jahr 2024 nicht verschickt hatten. Es waren Probleme beim Wechsel des Abrechnungssystems aufgetreten. Das führte zu großem Unmut und vielen Kündigungen.
Große Löcher in der Kasse taten sich zudem auf, weil die Stadtwerke bei der Wiederbeschaffung von Gas erheblich ins Minus rutschten. Dazu konnte das Unternehmen die Preise beim Strom nur senken, weil es an die Gewinnrücklage ging.
Celestino Piazza, eigentlich Geschäftsführer der Vereinigten Gmünder Wohnungsbaugesellschaft, hatte bereits im Februar davon gesprochen, dass die Stadtwerke ohne die Hilfe der Kommune in die Insolvenz gerutscht wären. Davor bewahrte die Stadt das Unternehmen durch Mittel aus dem kommunalen Cash-Pool.
Bis zu 51 Millionen Euro waren über den Hilfstopf für das Sorgenkind verfügbar. Damit war die Liquidität gesichert, geplante Investitionen konnten die Stadtwerke vornehmen. Ende Februar, heißt es, habe der Versorger rund 39 Millionen Euro aus dem Cash-Pool benötigt. Gelder, die die Stadtwerke nun möglichst auf langfristige Bankkredite umschulden wollen.
Große Sprünge sind in Schwäbisch Gmünd zunächst nicht zu erwarten. Denn die massiven Probleme hätten zur Kündigung von etwa 10.000 Verträgen binnen drei Jahren geführt. Das sei ein Verlust von etwa einem Drittel der Kundschaft, so Piazza. So betrachtet, seien die erhofften 2 Millionen Euro Gewinn ab 2027 ein gutes Ergebnis. Ob dazu weiter alle 170 Beschäftigten der Stadtwerke beitragen können, ist offen, ein Stellenabbau noch nicht vom Tisch.
Für Piazza und sein Unterstützerteam soll Ende 2026 bereits wieder Schluss sein. Bis dahin will die Kommune die dauerhafte Nachfolge in der Geschäftsführung geregelt haben. Eine Stellenausschreibung ist nach wie vor nicht erfolgt.
Dienstag, 14.04.2026, 17:06 Uhr
Volker Stephan
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